HSG-Schüler besuchten Verdun

20.04.10

Die Oberstufenschüler des HSG mit ihren Geschichtslehrern Oberstudienrätin Erika Mathes und Oberstudienrat Bernhard Schell sowie der Großmutter eines Schülers vor dem zerschossenen Fort Douaumont. (Foto: privat)

Eberbach. (pm) „Erziehung zum Frieden angesichts des Schreckens des Krieges“, ein hochaktuelles Thema angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen und den zahlreichen deutschen Toten in Afghanistan. – Unter diesem Leitgedanken stand eine Exkursion zweier Kurse der Jahrgangsstufe 12 des Hohenstaufen-Gymnasiums im April 2010. Zusammen mit ihren Kursleitern Oberstudienrätin Erika Mathes und Oberstudienrat Bernhard Schell, machten sich 36 Schülerinnen und Schüler auf den Weg ins lothringische Verdun, zu einem der blutigsten Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges und Synonym für die Sinnlosigkeit und Brutalität moderner Kriegsführung. Eine „Blutpumpe“, die mehr als 330000 zumeist jungen Menschen das Leben kosten sollte.

Nach über vier Stunden Fahrt, in der sich die Eberbacher u.a. mit einem Dokumentarfilm über die Hölle von Verdun beschäftigten, kam man zum Fort Douaumont. Es wurde kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges fertiggestellt und war zu seiner Zeit das größte Festungswerk bei Verdun. „Berühmt“ wurde es unter dem Namen „Sargdeckel“, weil im Mai 1916 bei einer gigantischen Explosion eines Granaten- und Flammenwerferdepots bis zu 1000 deutsche Soldaten um Leben kamen. Auf dem Fort weht seit November letzten Jahres neben der französischen und europäischen auch die deutsche Nationalfahne – eine Geste hin zur Verständigung der beiden Völker.

Auch das Fort Vaux, um das erbittert zwischen Franzosen und Deutschen gekämpft wurde, stand auf der Reiseroute der HSG-Reisegruppe. Nach einer kleinen Stärkung in der Stadt Verdun war die Gedenkstätte „L’Ossuaire de Douaumont“ (Beinhaus) der nächste Anlaufpunkt. Hier werden Knochen von 130.000 nicht identifizierten Soldaten aller Nationen aufbewahrt.

Schweigend durchschritt die Reisegruppe im Anschluss die Gräberfelder der etwa 15000 meist französischen Soldaten. Zum Abschluss gingen Schüler und Lehrer noch durch das Dörfchen Fleury, ein Dorf, das 1916 etwa 400 Einwohner hatte. Heute erinnern nur noch Gedenksteine an die Menschen und ihre Lebensstätte.

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