Maul- und Klauenseuche als Katastrophenszenario

20.04.10

Der angenommene Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf einem Buchener Aussiedlerhof diente als Hintergrund für die Katastrophenschutzübung, die am Wochenende in Buchen und Mosbach – unser Bild zeigt einen Teil des Führungsstabes bei der Arbeit in der Buchener Feuerwache – unter Beteiligung einer Vielzahl von Organisationen stattfand.

Mosbach/Buchen. Ältere Mitbürger erinnern sich noch gut an Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (MKS), die in damals fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Gegenden Angst und Schrecken verbreitete. Denn diese hochinfektiöse Tierseuche konnte in kürzester Zeit den Viehbestand eines Hofes und damit die Existenzgrundlage zunichte machen.

Mittlerweile ist die Krankheit, die nur Tieren gefährlich wird,  in unseren Breiten zwar nicht verschwunden, aber doch unter Kontrolle. Am vergangenen Wochenende diente der fiktive, also nur angenommene Ausbruch der MKS auf einem Buchener Aussiedlerhof für den Hintergrund einer Katastrophenschutzübung, an der sich neben dem Landratsamt auch die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr, die Polizei und Leitende Notärzte beteiligten.

Katastrophen sind immer ungeplante Ereignisse mit unterschiedlichsten Sachlagen. Um dennoch strukturiert üben zu können, wird ein ganz konkreter Katastrophenfall „konstruiert“. Anhand vorliegender Katastrophenpläne und mit eindeutig verteilten Zuständigkeiten, verteilt auf einen Verwaltungsstab mit Sitz im Landratsamt in Mosbach und einem Führungsstab mit Sitz in der Feuerwache in Buchen wird der Ernstfall simuliert und eine Maschinerie in Gang gebracht, die auch bei einer tatsächlichen Katastrophe dafür garantieren soll, dass kein Chaos ausbricht. In kürzester Zeit mussten von den rund 50 Übungsteilnehmerinnen und –teilnehmern im Verwaltungsstab Anordnungen wie Straßensperrungen oder Transportverbote erlassen, Sperrzonen eingerichtet, Pressemitteilungen verfasst und Pressekonferenzen vorbereitet, Radiodurchsagen veranlasst und Bürgertelefone eingerichtet werden. Hilfskräfte und übergeordnete Behörden waren zu informieren, Material war anzufordern, Versorgung und Übernachtungsmöglichkeiten für zusätzliche Helfer galt es zu organisieren – die Liste ist ellenlang und muss sich immer an den konkreten Gegebenheiten orientieren, die im Fall eines MKS-Ausbruchs genaue Handlungsanweisungen vorgibt.

In Buchen wurde unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Michael Seyfried die einsatztaktischen Maßnahmen getroffen bzw. umgesetzt, was an Anordnungen vorgegeben bzw. was notwendig war. Denn zur Durchführung der verschiedensten Maßnahmen braucht es immer auch Leute, die sich mit der entsprechenden Autorität direkt vor Ort darum kümmern und die Lage konkret einschätzen können.Teams wurden gebildet, Verstärkung wurde angefordert. Natürlich erschwerten fiktive Komplikationen die Lage: die Bäuerin auf dem betroffenen Hof erlitt einen Herzinfarkt, aufgebrachte Tierschützer demonstrierten spontan gegen die angeordnete „Keulung“ (Tötung) von über 500 Tieren aus dem Sperrbezirk rund um den Hof und in direkter Nähe brannte auch noch eine Scheune ab.

Durchaus realistisch übten die rund 100 Beteiligten den Ernstfall. Auch wenn diese Übungen nie eins zu eins umgesetzt werden können im tatsächlichen Katastrophenfall: diese Übungen sind wichtig, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Stäbe und Organisationen für ihre Aufgaben und für die möglichst reibungslose Zusammenarbeit zu sensibilisieren, um Schwachstellen aufzudecken und um die Katastrophenpläne da, wo es Sinn macht, abzuändern oder fortzuschreiben. Weshalb es auch eine intensive Nachbereitung dieser Übung geben wird.

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