Olympiasieger Dieter Baumann im Knast

23.04.10

Bundes-Auftakt „Jugend bewegt sich über Grenzen“ – Ziel Gefangene für den Laufsport zu begeistern

Heidi Jesberger und Olympiasieger Dieter Baumann trainieren mit den JVA-Insassen. (Foto: privat)

Adelsheim. (bd) „Jugend bewegt sich über Grenzen“ lautet das Motto eines Laufprojekts für Jugendstrafgefangene, das von Olympiasieger Dieter Baumann begleitet wird. Ziel des Projektes ist unter anderem, möglichst vielen Gefangenen die Freude am Laufsport zu vermitteln und junge Menschen in Bewegung zu bringen. Aus 26 Jugendanstalten aus 14 Bundesländern werden sich in diesem Jahr in Ausscheidungswettkämpfen die besten zwölf Teams mit je fünf Läufern für einen Staffelwettkampf über die Halbmarathondistanz (21,1 Kilometer) qualifizieren.

Nachdem die Adelsheimer Jugendstrafanstalt im vergangenen Sommer das Bundesfinale ausgerichtet hatte, fand am Donnerstag diesjährige Auftaktveranstaltung für das bundesweite Projekt Adelsheim statt. Anstaltsleiter Rainer Goderbauer, der der JVA seit vergangenem Oktober vorsteht, war von Baumanns Motivationskünsten begeistert: „der reißt die Jungs so richtig mit!“. Der Olympiasieger über 5000 Meter von Barcelona 1992 war nicht alleine nach Adelsheim gereist. Er wurde unterstützt von der Weltklasse-Triathletin Heidi Jesberger aus Assamstadt und Dierk Bublitz, Sportlehrer der hessischen JVA Rockenberg, wo das Projekt 2007 seinen Anfang nahm.

Gemeinsam mit ca. 30 Strafgefangenen absolvierten sie ein abwechslungsreiches einstündiges Lauftraining auf dem anstaltseigenen Sportplatz, neben Ausdauerläufen auch Intervalltraining und kräftigenden Übungen. „Ihr habt acht Wochen Zeit, euch vorzubereiten“, erklärte Dieter Baumann, der das Laufprojekt bereits im vierten Jahr unterstützt. „Ihr habt was drauf“, war er nach der Trainingseinheit begeistert. In zwei bis drei Monaten könnte jeder von Euch einen Halbmarathon laufen“, erklärte er.

Heidi Jesberger pflichtete dem bei. Sie hat bereits zwei Trainingseinheiten mit Insassen durchgeführt und will vor dem Halbfinale nochmals wiederkommen. „Jeder hat eine zweite Chance verdient. Wenn ich meinen Beitrag dazu leisten kann, dann mache ich das sehr gerne.“ betonte sie.

Nach dem gestrigen Lauftraining absolvieren die Teilnehmer in den kommenden acht Wochen zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. Dabei soll erreicht werden, dass alle mindestens 30 Minuten ohne Unterbrechung laufen können. In zwei Monaten werden die besten fünf Läufer sowie ein Ersatzmann für das süddeutsche Halbfinale bestimmt, das am 11. Juni in der JVA Schifferstadt stattfindet. Dort treten zwölf Teams bei einem Staffellauf gegeneinander an.

Die besten sechs Anstalten qualifizieren sich schließlich für die Abschlussveranstaltung am 18. Juni in der JVA Hameln.

Anstaltsleiter Rainer Goderbauer sieht dem zuversichtlich entgegen „Ich drücke unseren Jungs die Daumen und wünsche ihnen, dass sie es schaffen – wir haben ein prima Teams mit sehr guten Sportbeamten und tollen Läufern!“

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