Mit Wärme aus dem Boden heizen

11.05.10

Vortrag im Rahmen der Energiesparwoche in Buchen:

Buchen. Wie man als Eigenheimbesitzer die Erdwärme ins Haus holt, darüber haben im Rahmen der Buchener Energiesparwoche am Montagabend die Fachleute Peter Wassenaar und Dr. Marco Lichtenberger von der Geothermie RheinMainNeckar GmbH informiert. Ihr Fazit: Wer mittel- und langfristig Geld sparen und auf ökologische Weise heizen will, für den könnte die Wärmepumpe das richtige Heizsystem sein. Dass das Thema vielen Bürgern auf den Nägeln brennt, zeigte die lebhaft geführte Fragerunde nach den Vorträgen.

„Erdwärme ist erneuerbare Energie. Man kann sie nicht verbrauchen, sondern nur intelligent nutzen“, betonte Peter Wassenaar, Geschäftsführer der RheinMainNeckar GmbH aus Michelstadt. Wer sein Haus mit Erdwärme heizen will, benötigt eine Wärmepumpe sowie ein System, mit dem er auf die Wärme im Erdreich zugreifen kann. Dies kann man mit Flächenkollektoren, mit einem Grundwasserbrunnen oder mit einer Erdsonde tun. Die Wärmepumpe arbeitet nach einem ähnlichen technischen Prinzip wie ein Kühlschrank. Wer sich für Erdwärme als Heizsystem entscheidet, gibt  für die Gesamtanlage einschließlich Bohrung durchschnittlich 25.000 bis 28.000 Euro aus. Nach den Worten von Peter Wassenhaar amortisieren sich die Investitionskosten der Anlage durch die geringeren Verbrauchskosten schon nach wenigen Jahren.

Der Geologe Dr. Marco Lichtenberger ging in seinem Vortrag auf die geologischen Verhältnisse im Odenwald und Bauland ein. „Buntsandstein ist generell sehr gut für die Erdwärmenutzung geeignet“, sagte Lichtenberger. „Es gibt in Süddeutschland wenig vergleichbar geeignete Gesteine.“ Wer mittels Erdsonde auf die Erdwärme zugreifen will, muss in der Regel in eine Tiefe von mindestens 60 Meter bohren.

Weil Erdwärmebohrungen durch die Probleme in der Schwarzwaldstadt Staufen in Verruf geraten sind, ging der Geologe kurz auf diesen Fall ein. Nach seinen Worten wurden dort gravierende Fehler gemacht, die man hätte leicht vermeiden können. Deshalb empfiehlt Lichtenberger, bei Erdwärmebohrungen immer einen Fachplaner zu beauftragen, den Leitfaden des jeweiligen Bundeslandes zu beachten und immer einen Geologen hinzuzuziehen. Im Neckar-Odenwald-Kreis ist von der unteren Wasserbehörde des Landratsamtes ein geologisches Gutachten vorgeschrieben. Bisher wurden im Landkreis rund 700 Erdwärmeanlagen eingerichtet, teilweise mit mehreren Bohrungen. Und nirgendwo seien  Probleme aufgetreten.

Anschließend informierte Christian Weiß von der Sparkasse Neckartal-Odenwald in Osterburken über öffentlich Förderkredite und Zuschüsse der KfW-Bank. Er wies darauf hin, dass ab dem 30.Juni gravierende Änderungen der Konditionen anstehen. So fällt zum Beispiel die „KfW-Effizienzhaus 130“ Förderung im Programm Energieeffizient Sanieren weg.

Einige Förderkonditionen ändern sich ebenfalls zu diesem Zeitpunkt.

Abschließend findet im Rahmen der Energiesparwoche, die von der Energieagentur Neckar-Odenwald veranstaltet wird, am Mittwoch, 12. Mai, 19.30 Uhr, im Bürgersaal des Alten Rathauses in Buchen der letzte Vortrag der Reihe statt. Thema: „Gasbrennwerttechnik und Solar, spart das ganze Jahr? “

Referent Jürgen Siegrist, von der Oertli-Rohleder Wärmetechnik GmbH informiert neutral und fachlich über sinnvolle und praktische Anwendung von Gasbrennwerttechnik in Verbindung mit solarthermischen Anlagen im Neubau und im Sanierungsfall von Bestandsgebäuden. Verschiedene Möglichkeiten werden aufgezeigt, wie Solarthermie  sowohl für Brauchwasserbereitung als auch für Heizungsunterstützung eingesetzt werden kann. Auch Förderung und Gesetzgebung werden angesprochen.

Der Eintritt ist wie immer frei. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Im Anschluss wird das Ergebnis des Gewinnspieles bekanntgegeben. Bis Mittwoch 17.00 Uhr können noch Teilnahmekarten im Rathaus, den Buchener Fachgeschäften und den Geschäftsstellen der Sparkasse Neckartal-Odenwald abgegeben werden.

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