Aus der Not wird Zeltlager-Glück

Aus der Not wird Zeltlager-Glück
Aus der Not wird Zeltlager-Glück

Zeltlager mit starkem Zusammenhalt gerettet

Walldürn. (pm) Eigentlich sollte es ein ganz normales Zeltlager der Kolpingjugend Walldürn werden. Doch schon kurz nach der Anreise auf den Zeltplatz Hirtenwiese in Ludwigswinkel nahm die Ferienfreizeit eine unerwartete Wendung.

Nach nicht einmal einem Tag musste das Zeltlager aufgrund der Wetterlage evakuiert und zunächst unterbrochen werden. Was folgte, war eine außergewöhnliche Woche, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Evakuierung nach Unwetter

Die Evakuierung verlief dank guter Vorbereitung und eines eingespielten Lagerteams äußerst routiniert. Die Kinder konnten nur das Nötigste mitnehmen, vieles musste auf dem Zeltplatz zurückbleiben.

Die erste Nacht verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Sporthalle. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Rettungskräften, die die Kolpingjugend in dieser Situation tatkräftig unterstützten. Gerade in solchen Momenten wurde deutlich, wie wichtig Ehrenamt, Zusammenhalt und regelmäßige Vorbereitung sind.

Suche nach einer Lösung

Am folgenden Tag fiel die Entscheidung, alle Kinder und das gesamte Team zurück nach Walldürn zu bringen. Für einen schnellen und unkomplizierten Rücktransport sorgte Bus Berberich aus Glashofen.

Der Zeltplatz in Ludwigswinkel wurde gesperrt und durfte von niemandem betreten werden. Für das Lagerteam war damit schnell klar: „Wenn das Zeltlager nicht fortgesetzt werden kann, muss eine Alternative gefunden werden.“

Dann machte sich das Team erneut auf den Weg nach Ludwigswinkel. Zelte mussten abgebaut, Material verräumt und der Rücktransport organisiert werden. Unterstützung kam dabei unter anderem von der Wäscherei Paar und der Stadt Walldürn, die Fahrzeuge zur Verfügung stellten. Gleichzeitig wurde schnell eine neue Lösung gefunden: Der Zeltplatz in Glashofen sollte als Ersatz dienen.

Aufbau in Rekordzeit

Der Platz wurde innerhalb kürzester Zeit mit Dekoration, Zelten sowie der nötigen Infrastruktur aufgebaut. Zahlreiche weitere Helferinnen und Helfer aus Walldürn packten mit an. Es wurde geschuftet, organisiert, aufgebaut und improvisiert, bis die Kinder wieder anreisen konnten.

Die Freude war riesig: Das Zeltlager fand tatsächlich statt, wenn auch anders als ursprünglich geplant. „Start die Zweite“ hieß es nun in Glashofen. Und wie sich schnell zeigte, war auch dieser Ort ein passender Rahmen für unvergessliche Lagertage.

Spiel, Gemeinschaft, Sommerstimmung

Von Montag bis Freitag wurde gespielt, gelacht, gemeinsam gegessen und es wurden neue Freundschaften geschlossen. Auch die sommerlichen Temperaturen konnten der guten Stimmung nichts anhaben. Für eine besondere Abkühlung sorgte die Freiwillige Feuerwehr Walldürn: Mit ihrem Pumpenfahrzeug verwandelte sie den Lagerplatz kurzerhand in eine riesige Wasserschlacht.

Der überraschende „Regen von oben“ sorgte bei den Kindern für jede Menge Begeisterung. Ein herzliches Dankeschön galt daher der Feuerwehr Walldürn für diese willkommene Abkühlung.

Ein weiterer Höhepunkt war das beliebte Geländespiel. Rund um den Limes ging es mitten durch den Wald auf Punktejagd. Zwischen Bäumen und historischen Spuren war die Hitze deutlich besser auszuhalten, und die Atmosphäre zugleich fast mystisch. In verschiedenen Aufgaben konnten die Kinder wichtige Punkte für ihre Spielgruppen sammeln.

Auch die traditionelle Nachtwache durfte natürlich nicht fehlen. Für die Kinder ist sie jedes Jahr ein besonderer und magischer Moment. Zahlreiche „Fahnenklauer“ machten sich nachts auf den Weg, um die neue Lagerfahne zu erbeuten und anschließend gegen eine entsprechende Gegenleistung wieder einzulösen.

Dank an Unterstützer, Küche und Helfer

Während tagsüber gespielt und getobt wurde, sorgte das Küchenteam dafür, dass niemand hungrig blieb. Mit einem abwechslungsreichen Speiseplan wurden die Kinder und das gesamte Lagerteam über die Woche hinweg bestens versorgt. Dabei gilt ein Dank dem DRK Ortsverein Walldürn, der diverse Küchengeräte zur Verfügung stellte.

Am letzten Abend standen schließlich die Siegerehrung und die legendäre Lagerdisco auf dem Programm.

Nach fünf Tagen Zeltlager hieß es dann Abschied nehmen. Gemeinsam wurden die Schlafzelte abgebaut, sorgfältig zusammengelegt und in den LKW der Concad GmbH geladen, bevor die Abreise anstand. Auch hierfür möchten wir uns herzlich bedanken.

Vorfreude auf das nächste Jahr

Auch medial wurde das Zeltlager in zahlreichen Kurzvideos und Fotos festgehalten und über die Social-Media-Kanäle der Kolpingjugend geteilt. So konnten auch diejenigen, die nicht dabei sein konnten, einen Einblick in die besonderen und einzigartigen Momente von Kindern und Team bekommen. Wer das Lagergeschehen noch einmal miterleben möchte, ist herzlich eingeladen, den Social-Media-Kanälen der Kolpingjugend Walldürn zu folgen und dort vorbeizuschauen.

Am Ende überwog bei allen die Freude darüber, dass trotz der schwierigen Ereignisse in Ludwigswinkel überhaupt noch ein Zeltlager stattfinden konnte. Aus einer ungeplanten Evakuierung wurde durch viel Engagement, Flexibilität und Zusammenhalt schließlich doch noch eine besondere Lagerwoche.

Die Kolpingjugend Walldürn bedankt sich daher nochmals ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern, Unterstützern und Spendern, die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beigetragen haben, dass das Ersatzlager in Glashofen möglich wurde. Ohne dieses starke Miteinander und das Engagement vieler Ehrenamtlicher wäre die kurzfristige Rettung des Zeltlagers nicht möglich gewesen.

Was bleibt, ist vor allem eines: die Erinnerung an ein Zeltlager, das anders begann als geplant und gerade deshalb zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde.

Filmabend und Anmeldung für 2027

Am 21. November 2026 findet der traditionelle Filmabend im katholischen Pfarrheim Walldürn statt. Gleichzeitig startet die Anmeldung für das Zeltlager 2027.

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