Adventon – Die Templer kommen

17.05.10

(Foto: Adventon)

Osterburken. Der Templerorden, auch die Templer, Tempelritter oder Tempelherren genannt,  war bei seiner Gründung um 1118 der erste geistliche Ritterorden, der in Folge der Kreuzzüge entstand. Sein voller Name lautete Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel (Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis). Der Orden vereinte die Ideale des adligen Rittertums mit denen der Mönche, zweier Stände, die bis dahin streng getrennt waren. Der Name „Arme Ritterschaft Christi vom salomonischen Tempel“ rührt von dem Umstand her, dass König Balduin dem Orden einen Flügel seines Palastes, der heutigen Al-Aqsa-Moschee, davor Basilika St. Maria auf dem Tempelberg in Jerusalem, als Quartier angeboten hatte, welcher auf den Grundmauern des salomonischen Tempels gebaut worden war. Am letzten Wochenende im Mai sind die Templer wieder zu Gast in Osterburken, Motto des Ordens und Regula Moderna: Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam!
(Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib Ehre.)

Das genaue Gründungsdatum des Ordens ist nicht bekannt. Es dürfte aber zwischen 1118 und 1121 liegen. Schwierigkeiten der Datierung beruhen auf dem zeitgenössischen Stil der Urkunden. Das Konzil von Troyes, in dessen Rahmen die erste urkundliche Erwähnung fällt, ist zeitgenössisch für den Januar 1128 verbrieft. Allerdings wurden damals in Südfrankreich die Urkunden im so genannten Stil Mariä Verkündigung datiert, in dem der Jahresbeginn am 25. März begangen wird, so dass der urkundliche 13. Januar 1128 wahrscheinlich der 13. Januar 1129 nach heutiger Zeitrechnung war. Diese Deutung ist, wie fast alles in der frühen Ordensgeschichte, nicht unumstritten. In der betreffenden Urkunde wird vom neunten Gründungsjahr gesprochen, was mit der oben genannten Einschränkung auf eine Gründung im Jahre 1119 oder 1120 schließen lässt.

Zu dieser Zeit war Jerusalem ein Anziehungspunkt für viele Pilger und Abenteurer aus Europa. Kurz nach dem ersten Kreuzzug stand der Seeweg offen. Die Straßen von der Küste ins Landesinnere waren jedoch sehr unsicher. Die zahlreichen Pilger in den bergigen Regionen der Strecke von Jaffa über Ramehleh nach Jerusalem zogen Räuber an. Der Großteil des Kreuzritter – Heeres war nach Europa zurückgekehrt, weshalb kaum Schutz vor Überfällen bestand. Aller Wahrscheinlichkeit nach, waren es Hugo von Payens, Gottfried von Saint – Omer und sieben weitere französische Ritter, die daher einen Orden gründeten, dessen Aufgabe es sein sollte, die Straßen des heiligen Landes für die christlichen Reisenden zu sichern. Die Ritter legten vor dem Patriarchen von Jerusalem ein Ordensgelübde ab. Neben den „klassischen“ Gelübden, die sich auf Armut, Keuschheit und Gehorsam bezogen, verpflichteten sich die Ordensbrüder jedoch zudem, den Schutz der Pilger sicherzustellen. Ein halbes Dutzend Lager des legendären Templerordens macht am Wochenende Station im Living – History – Museum Adventon bei Osterburken. Am Samstag und Sonntag können die Besucher den Templern beim Leben, Beten und Kämpfen über die Schulter schauen und miterleben, wie der Alltag der Ordensritter und Pilger auf einem Kreuzzug ins Heilige Land ausgesehen haben mag.

Am 29. und 30. Mai kommen die Templer wieder einmal nach Osterburken. Die Darsteller kommen aus Komtureyen von den Alpen bis zur Ostsee, aus Schweden und Litauen. Um keinen Orden des Mittelalters ranken sich so viele Mythen und Geschichten. Von sagenhaften versteckten Schätzen ist die Rede, sogar der Besitz der Bundeslade und des Heiligen Grals wurden ihnen unterstellt. Geschichtlich erwiesen ist nichts davon. Dafür sind mehrere Kreuzzüge dokumentiert.

Rund 50 Templer und Pilger zeigen das Treiben auf so einer langen Reise. Dazu gehören sakrale Handlungen wie Stunden- und Tischgebete, Messen genauso wie Kampfübungen, so genannte Zirkel, Waffenpflege und Wachdienste. Dabei wird die geschichtsnahe Interpretation sehr ernst genommen. Viele der Templer – Darsteller sind einerseits bekennende Christen und wollen den Glauben nicht durch den Kakao gezogen wissen. Andererseits sind sie eben auch ernsthafte Historiker und Laien – Darsteller.

Infos im Internet:
www.adventon.de

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