Bioenergie für Kommunen

23.05.10

Neckar-Odenwald-Kreis/Boxberg. Kürzlich fand in Boxberg die Veranstaltung „Bioenergie für Kommunen“ für die drei Landkreise Main-Tauber, Neckar-Odenwald und Hohenlohe statt. Viele Facetten der Bioenergie von Holz bis Biogas wurden in sechs Vorträgen von Fachreferenten behandelt.

Bioenergie passt in den ländlichen Raum Vor der Haustüre wachsen die Rohstoffe, die als Ausgangsmaterial für die Nahrungsmittelproduktion dienen und natürlich auch voller Energie stecken. Insbesondere Wohnungs- und Hausbesitzer im Neckar-Odenwald-Kreis und darüber hinaus wissen und nutzen das schon lange: Für sie stellt die Nutzung von Brennholz eine zwar schweißtreibende, aber kostengünstige Alternative zum Öl oder Gas dar.

Im Gegensatz dazu ist Bioenergie für den kommunalen Einsatz  ein noch zartes Pflänzchen. Wie kann Wärme oder auch Strom aus Holzrohstoffen oder Biogas sinnvoll in kommunalen Gebäuden genutzt werden? Welche technischen Möglichkeiten ergeben sich für eine Kommune, wie sieht eine Umsetzung aus und was kostet abzüglich eventueller Fördermittel?

Das war das Thema, zu dem in einer gemeinsamen Veranstaltung die Energieagenturen des Main-Tauber-Kreises und des Neckar-Odenwald-Kreises sowie die Bioenergieregion HOT nach Boxberg geladen hatten. Im – mit Hackschnitzel beheizten – Rathaussaal in Boxberg trafen sich Ortsvorsteher, Bürgermeister und interessierte Gäste aus den drei Landkreisen. Boxbergs Bürgermeister Christian Kremer und Lothar Lauer vom Main-Tauber-Kreis begrüßten die Gäste. Die Moderation und auch den ersten Vortrag zum Thema Holzpotentiale übernahm dann Helmut Weimert, Projektleiter bei der  Energieagentur. Darauf aufbauend erläuterte Helmut Böhnisch, Beauftragter für Qualitätsmanagement für Holzheizanlagen von der Klima- und Energieagentur in Karlsruhe Technik und Arbeitsweise einer Hackschnitzelheizung für kommunale Gebäude.  Als Alternative dazu wurden von Markus Zinsser vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Marktheidenfeld Holzpelletanlagen ähnlicher Größenordnungen vorgestellt. Nach einer Pause referierte Konrad Raab vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg über die Fördermöglichkeiten seitens des Bundes und der Länder. Denn diese sind immer noch ein letzter Anreiz, sich vor Ort für regenerative Energien zu entscheiden. Erzeugte Wärme muss auch zum Verbraucher. Dieser Thematik widmete sich ein Vertreter der Firma Naser in Creglingen anhand realisierter Projekte im benachbarten bayrischen Franken.

Zum Abschluss zeigte Manfred Dederer, Biogasbeauftragter für Nordbaden und Nordwürttemberg, die Möglichkeiten der Wärmeauskoppelung von Biogasanlagen auf. Er ging auch auf den Rohstoffbedarf und die Beschickung dieser Anlagen ein.

Den Zuhörern wurden Informationen auf breiter Basis und vertieftes Praxiswissen vermittelt. Gezeigt wurde, wie konkrete Projekte vor Ort angegangen, geplant und umgesetzt werden können. Im Herbst soll dann eine weitere Veranstaltung für Kommunen in gemeinsamer Regie der Organisatoren veranstaltet werden.

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