Historisches Tourismustreffen in Waldbrunn

14.07.10

Einigkeit beim Tourismus-Gipfel aller „Odenwälder“ SPD-Kreistagsfraktionen in Waldbrunn

Differenzen bei der Änderung des bisherigen Logos des Odenwaldtourismus war der Anlass, dass Georg Nelius (SPD), tatkräftig unterstützt durch seinen bayerischen Kollegen MdL a.D. Dr. Heinz Kaiser (SPD), die SPD-Fraktionen der Kreistage in den Landkreisen Bergstraße, Miltenberg, Neckar-Odenwald-Kreis und Odenwaldkreis zu bei einem touristischen Krisen-Gipfel in der am höchsten gelegenen Gemeinde des Odenwalds einlud. Die Resonanz war überwältigend. Auch die Geschäftsführerin der Odenwald Touristik GmbH, Kornelia Brauer, und der Geschäftsführer der badischen Touristikgemeinschaft Odenwald e.V., Achim Dörr, folgten der Bitte, einen aktuellen Sachstand vorzutragen.

Bürgermeister Klaus Schölch begrüße die Gäste und stellte die Gemeinde vor. Zuversichtlich zeigte er sich. Das die neue Katzenbuckeltherme“, dazu beitragen werde, den Odenwaldtourismus noch attraktiver zu machen.

In seiner Begrüßung ging der SPD-Abgeordnete G. Nelius auf die Bedeutung und besonderen Herausforderungen des Tourismus im Odenwald ein: Etwa 18.000 Arbeitsplätz hängen im Odenwald direkt oder indirekt von Tourismus ab. Da es keine absoluten touristischen Highlights „der Klasse Brandenburger Tor oder Kölner Dom“ gäbe, sei es notwendig, die ungezählten Kleinodien des Odenwald entsprechend zu präsentieren. Doch das ist nur möglich, wenn die Zerstücklung der Urlaubsregion gestoppt werde.

Dr. Heinz Kaiser, SPD-Abgeordneter a.D. aus Miltenberg, charakterisierte den Tourismus im Odenwald als schlafenden Riesen. Doch anstatt ihn zu wecken, laufe nun etwas völlig auseinander, so seine Analyse.

In dem neuen, von Kornelia Brauer, Geschäftsführerin der Odenwald Touristik GmbH, vorgestellte Tourismuskonzept richtet sich das Hauptaugenmerk auf „Traditionalisten, Familien mit Kindern und Aktivurlauber“ aus den Ballungsräumen „Rhein-Main und Rhein-Neckar“, denen in Kurzurlauben „Qualitätstourismus“ geboten werden soll. Dabei beschränke man sich nicht nur auf das Marketing, mit Einrichtung eines Internetbuchungssystems kümmere man sich auch um den Vertrieb. Diese Neuaufstellung und die Reorganisation der Touristischen Arbeitsgemeinsaften solle sich auch durch das neue Logo nach außen hin zeigen.

Achim Dörr, Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft Odenwald e.V., verwies auf die erfolgreiche Entwicklungen in den letzten Jahren. Der Zusammenschluss mehrerer Fremdenverkehrsorganisationen unter einem Dach, das Setzen von Themenschwerpunkten und die ganzheitliche Vermarktung der Ferienregion über die Kreis- und Ländergrenzen haben sich seit Jahren bewährt. Der Vertrieb werde den Leistungsträgern überlassen.

Hoffnung erweckten beide Geschäftsführer, indem sie erklärten, dass man guten Willens sei, wieder weitgehend aufeinander zuzugehen. Erste Schritte seien eine enge Kommunikation und gemeinsame Messeauftritte, äußeres Zeichen ein „Kompromiss-Logo“.

Die Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktionen waren sich in der Ablehnung einer Zerstücklung einig. Karin Hechler, Landkreis Bergstraße, beanstandete, dass die Position der Urlaubsregion „Odenwald“ durch das „Kunstgebilde Nibelungenland“ unnötig geschwächte werde. Dr. Ulrich Schüren, Landkreis Miltenberg, ergänzte, dass den Wortschöpfungen „Mainland“ oder „Churfranken“ die breite Akzeptanz verwehrt werde. Es bestand bei allen SPD-Kreistags-Mitgliedern Einigkeit darüber, dass hier falsche Wege eingeschlagen wurden. Heide Lochmann, Neckar-Odenwald-Kreis, verwies auf den Erfolg der einheitlich beworbenen Urlaubsregionen „Bodensee“ und „Schwarzwald“. Rüdiger Holschuh, Odenwaldkreis, stellte heraus, dass der hessische Odenwaldkreis mit seiner Tourismus GmbH verkaufsorientiert aufgestellt sei und damit mittelfristig auch eine Finanzierung des Tourismus ohne oder mit nur geringer finanzieller Beteiligung des Kreises erfolgen solle. Das gemeinsame Kredo: „Wir haben als SPD in den Kreistagen genug Selbstbewusstsein, das Thema gemeinsame Tourismuskonzeption für den Odenwald konzertiert aufzugreifen.“
Abschließend fasste SPD-Abgeordneter Georg Nelius die konkreten Forderungen zusammen. Der geografische Odenwald sollte in seiner Gesamtheit als Ferienregion auch weiterhin beworben werden. Diese Corporate Identity der „Marke Odenwald“ könne ohne ein Corporate Design nicht vermarktet werden. Die Aufteilung in Touristische Arbeitsgemeinschaften (TAG) dürfe nicht dazu führen, das der Odenwald als „Marke“ nur schwer wahrnehmbar sei.

Das Erscheinungsbild aller Publikationen und Auftritte sollte sich deshalb auf den ersten Blick mit der gesamten Ferienregion Odenwald in Beziehung setzen lassen. Das gelte besonders für den Internetauftritt; – eine gemeinsame Website sollte als Portal dienen, das zu den zahlreichen bestehenden oder neuen Angeboten weiterführe. Wünschenswert wäre es, wenn das Buchungssystem für alle Leistungsanbieter im Odenwald zugänglich gemacht werden könne.

Zu Ende wies er auf die quasi-historische Bedeutung dieser Konferenz hin – es war das erste Mal, dass sich die vier SPD-Kreistagsfraktionen zur gemeinsamen Beratung zusammen gefunden haben.

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Überwältigend war die Resonanz auf die Einladung zum „Odenwald-Tourismus-Gipfeltreffen“ in Waldbrunn – unter den Teilnehmern: Bürgermeister K. Schölch, MdL G. Nelius (SPD Baden-Württemberg), MdL a.D. H. Kaiser (SPD Bayern), K. Dörr (TGO), K. Brauer (Odenwald Touristik GmbH), die SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzenden K. Hechler (Bergstraße), Dr. U. Schüren (Miltenberg), H. Lochmann (Neckar-Odenwald-Kreis) und R. Holschuh (Odenwaldkreis)

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