Georgische Delegation in der JVA Adelsheim

27.07.10

Minister und Strafvollzugsfachleute zu Informationsbesuch – „Werkstätten und Arbeitswesen vorbildhaft“

(Foto: privat)

Tiflis/Stuttgart/Adelsheim. (bd) Erneut hat die „Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit“ die JVA Adelsheim zur Unterstützung ihrer Arbeit in Osteuropa herangezogen. Eine zehnköpfige Delegation von Strafvollzugsverantwortlichen aus Georgien absolviert gerade, unter Leitung der Stiftungsmitarbeiter Sybille Köhler und Sulkhan Gamkrelidze, eine einwöchige Informationsreise durch baden-württembergische Vollzugs- und Bewährungshilfeeinrichtungen. Zum Auftakt besuchten sie am Montag ganztägig das Bauländer Jugendgefängnis.

Anstaltsleiter Rainer Goderbauer begrüßte Paata Sulaberidze, Vize-Minister für Strafvollzug, Rechtshilfe und Bewährungshilfe sowie Nato Gugava, Direktorin des Aus- und Fortbildungszentrum für Strafvollzug und Bewährungshilfe an der Spitze der Besuchergruppe und freute sich, dass auch sein Vorgänger Dr. Joachim Walter die Gäste begleitete. Dieser hatte im Auftrag der IRZ im April in Georgien 3 Tage referiert und jüngst ein Gutachten zum Entwurf eines georgischen Jugendstrafvollzugsgesetzes erstattet.

Goderbauer referierte eingangs die Organisation und den Umfang des Strafvollzugs in Baden-Württemberg, bevor er den gesetzlichen Auftrag der Jugendstrafanstalt und die dazu vorhandene Einrichtung und Konzeption vorstellte. Beim ausführlichen Rundgang zeigten sich die Besucher vom breit gefächerten Schul- und Ausbildungsprogramm wie auch von der individuell orientierten Vollzugsplanung beeindruckt. Hat Georgien doch bei einer Einwohnerzahl von 4 Millionen und 22.000 Inhaftierten nicht nur eine fünffach höhere Inhaftierungsquote, sondern mit Gefängnissen mit über 2.000 Gefangenen und landesweit ca. 3.500 Vollzugsbediensteten auch einen gänzlich anderen Insassen-Betreuer-Schlüssel (Baden Württemberg: ca. 8.000 Gefangene – 3.600 Mitarbeiter). Zur Verbesserung der Situation will man nun vor allem Arbeitsplätze und Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für die Gefangene schaffen, weshalb Werkdienstleiter Harald Fritz beim Gang durch Berufsfindung, Arbeitstherapie, Schreinerei sowie Metall- und Unternehmerbetriebe auf große Resonanz stieß.

Mit dem Ausspruch großer Anerkennung und dem Eintrag in das internationale Gästebuch der JVA bedankten sich die Gäste, verbunden mit der Bitte um Aufrechterhaltung des Kontakts und Unterstützung der Reformbemühungen. Dieser Bitte versprach Rainer Goderbauer gerne nachzukommen.

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