Kreistagsfraktion besuchte Kreisaltersheim

Hüffenhardt. (ds) Das Kreisaltersheim in Hüffenhardt war Ort der Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion, zu der die Vorsitzende Heide Lochmann zusammen mit Bürgermeister Walter Neff  ihre Kolleginnen und Kollegen, den Leiter des Altersheims Knut Bender und den Leiter des Rechnungsprüfungsamts Herrn Wulfrin Schatz begrüßte. „Zur besten Meinungsfindung ist es notwendig, sich die verfügbare Information vor Ort und bei den dafür verantwortlichen Personen einzuholen“, betonte Lochmann zu Beginn des Gesprächs.

„Welche äußeren Faktoren wirken sich aus Sicht des Leiters auf das Heim aus“, erfragte Kreisrat Norbert Bienek, der als Krankenpflegelehrer auch vom Fach ist. Die Belegungszahlen eines Heims seien nicht nur Indikator für seine Wirtschaftlichkeit, sondern auch abhängig von der räumlichen Lage des Hauses im Kreis,  von der demografischen Entwicklung und vom Wunsch der heutigen und künftigen Bewohner und deren Familien,  wie Wohnen und Leben gestaltet werden soll und kann. Bender ergänzte: „Eine Vollbelegung von 100% gibt es in fast keinem Heim, aber mit annähernd 95 Prozent steht das Hüffenhardter Heim, das sich im Wettbewerb mit vielen anderen Heimen, auch über die Kreisgrenze hinaus befindet, ganz gut da.“ Mehr als die Hälfte der Bewohner stammen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, viele aus den Nachbargemeinden der angrenzenden Kreise Heilbronn und Rhein-Neckar, was auch für den guten Ruf des Hauses spricht.

Rainer Schäfer, seit über 20 Jahren Kreisrat und daher mit zahlreichen Veränderungen und Rahmenbedingungen vertraut, skizzierte die Entwicklung des Heims in all den Jahren und betonte die Notwendigkeit dieser Einrichtung für die Bewohner, die Beschäftigten und die Gemeinde auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten. Unterstützt wurde er dabei von Bürgermeister Walter Neff und Karlheinz Graner Diskutiert wurden deshalb die vergangenen und die möglichen und notwendigen Strukturveränderungen. So z.B. das Servicekonzept, die zentrale oder dezentralen Essensverteilung,  das Tablettsystem im Vergleich zum offenen Angebot im Speisesaal  im Bereich der Bewohner mit Demenzerkrankungen, die Wäscheversorgung oder die Medikamentenbereitstellung.

Von Herbert Kilian auf die Zukunft des Heims angesprochen, sieht der Heimleiter die Zusammenarbeit mit den Ämtern, den Kliniken, den Ärzten und die kommunikative Öffnung in die Bevölkerung hinein als wichtigen Standortfaktor für das Heim an, das seit seinem Anbau vermehrt Räume und qualifiziertes Personal für Demenzerkrankte anbieten kann.

Auf die Frage von Dr. Dorothee Schlegel nach den  Auswirkungen der Zunahme der ambulanten häuslichen Betreuung stellte Bender fest, dass die ältere Bevölkerung künftig zwar zahlenmäßig zunehmen wird,  dass aber das Heim zeitgemäß weiter zu entwickeln  sei in ein Pflegezentrum mit vielfältigen Wohn- und Angebotsformen, um attraktiv zu bleiben. Dafür benötige man einen langen Atem von 3 bis 5 Jahren. Walter Neff betonte die langjährige Verbundenheit der Gemeinde Hüffenhardt mit dem Heim. Die Gemeinde sei stolz auf diese Kreiseinrichtung und die geografische Lage am Rand des Neckar-Odenwald-Kreises werde wettgemacht durch die besondere Atmosphäre in diesem Haus.

Das Rechnungsprüfungsamt, so erläuterte sein Leiter Wulfrin Schatz, ist seit der Gründung der gGmbH nicht mehr für das Heim zuständig. Die bis 2005 erfolgten Prüfungen haben zu keinen Beanstandungen geführt und die Jahresrechnungen waren ausgeglichen.  Er erläuterte sehr verständlich die Veränderung in der Rechnungsprüfung bei der neuen Geschäftsform. Außerdem wiesen er und der Heimleiter darauf hin, dass durch den Erweiterungsbau Investitionskosten und andere Personalaufwendungen notwendig geworden seien, die nun zu Buche schlagen.

Auch die andere Art der Bilanzierung führe zu anderen Ergebnissen und führt häufig zur Infragestellung und kritischen Überprüfung der alten Form. Neben der Umstellung auf neue IT-Programme im Rechnungswesen und in der Personalführung wird nun auch die Einführung der doppischen Haushaltsführung weitere Umstellungen mit sich bringen.

Lochmann dankte dem Heimleiter Herrn Bender für seine Ausführungen und seine Gastfreundschaft und Herrn Schatz für die Beantwortung der Fragen zum inzwischen geprüften Rechnungsabschluss 2009, der den anstehenden Haushaltsberatungen zugrunde liegt. Dass das Rechnungsprüfungsamt nicht nur prüft, sondern mit den Mitarbeitern Verbesserungsvorschläge erarbeitet, wurde von der SPD-Kreistagsfraktion positiv vermerkt.

In einem zweiten Punkt wurde die Vorlage der Verwaltung zu den Vor- und Nachteilen der möglichen Antragsstellung auf eine Optionskommune diskutiert. „Wir stehen aufgrund der guten Erfahrungen mit der ARGE NOA dafür, einen Antrag auf eine Optionskommune zu stellen“, fasst Karlheinz Graner das anschließende fraktionsinterne Gespräch zusammen, „denn es geht um diejenigen Menschen aus unserem Kreis, für die die Hilfen aus einer Hand und die Integration vor Ort auch Hilfe zur Daseinsbewältigung darstellen“.

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