Bildung ist mehr als Wissensvermittlung

Simone Heitz zur Werkrealschule im Ländlichen Raum

Der „Grüne Salon Bildung“ in Mosbach verwickelte die Teilnehmenden in ein reges Gespräch über grundsätzliche pädagogische Ausrichtungen (Lernen aus Interesse oder auf Druck?) und über aktuelle Fragen wie die Werkrealschule oder das G8. Kreisvorsitzende Christine Denz begrüßte Simone Heitz aus Aglasterhausen, als Salon-Ideengeberin wie auch Landtagskandidatin der Grünen. „Der grüne Salon ist politisches Gespräch in Reinform“, so Simone Heitz. Es gehe nicht darum, was „die da oben“ dem Volk erklären, sondern darum, was das Volk will. „Demokratie lebt vom Mitmachen und Einmischen!“ – ein höchst aktuelles Motto in Bezug auf Stuttgart 21, die Anti-Atom-Debatte und die Hartz5-Diskussion.
Thema des Grünen Salons Bildung war daher nicht das Landtagswahlprogramm der Grünen, sondern die Frage, was in diesem stehen solle. Einig waren sich alle, dass Bildung ganzheitlich a la Pestalozzi mit „Kopf, Herz und Hand“ und damit weit mehr als Wissensvermittlung sein müsse. Bildung beginne früh und höre mit dem Alter nicht auf. Die Bevölkerung und die Politik müssen sich auf lebenslanges Lernen einrichten. Kritisch merkten die Salongäste an, dass unser derzeitiges Bildungssystem stark von Selektion und Wertung, Angst und Kontrolle geprägt sei. Oft fehle es an Vertrauen in die Entwicklungsfreudigkeit und Lernlust der Kinder bzw. ließen die Strukturen dieses zu wenig zu. Die Schule als wichtige Erziehungs- und Bildungsinstanz forme die Beantwortung der Frage mit: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Deutlich wurde beim Salongespräch das Dilemma, in dem sich Erziehungsberechtigte, Schüler und Lehrer befinden. Gelöst werden müsse das Spannungsverhältnis zwischen der individuell besten Förderung eines jeden Kindes und der gesellschaftlichen Herausforderung, die stärkeren und schwächeren Kinder zu integrieren; denn schließlich sei die Gesellschaft auf alle angewiesen. Es gebe keine Kinder, bei denen sich der Einsatz, diese zu fördern, nicht lohnt.
Mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zur Werkrealschule gehe es in Richtung Zweigliederung des Schulsystems mit mittlerem Abschluss und Abitur, ist sich Simone Heitz sicher. Daher hält sie es für verlogen, dass jetzt im ersten Schritt die Werkrealschule eingeführt wird, dass aber entsprechend dem Diktat der Zweizügigkeit Hauptschulen im ländlichen Raum geschlossen werden. Wäre man ehrlich, könnten viele ortsnahe Schulen erhalten bleiben und die ländliche Infrastruktur würde erhalten bleiben. Bei der derzeitigen schulpolitischen Entwicklung werden die schwächeren Schüler auf der Strecke bleiben, Förderschulen werden Zuwachs erhalten, so die Meinung der Expertenrunde im Grünen Salon. Eine längere gemeinsame Schulzeit, bei der Leistungsdruck zugunsten von Sozialkompetenzen abgebaut wird, würde die Gesellschaft stärken, so das Fazit der grünen Landtagskandidatin Simone Heitz zum Abschluss des Salongesprächs.

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