Schwester Niceta aus Seckach verabschiedet

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Mathias Nassellu mit Schwester Niceta. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Die Verabschiedung von Schwester Niceta und damit die Auflösung der Seckacher Schwesternstation der Kongregation der Franziskanerinnen zum Göttlichen Herz Jesu aus Gengenbach im Schwarzwald waren die beiden traurigen Anlässe, die die kath. Kirche in Seckach am vergangenen Sonntag nahezu bis auf den letzten Platz füllte. Deutlicher hätten die Seckacher ihre Liebe und Wertschätzung zu beiden nicht zum Ausdruck bringen können. „Sie waren das caritative Gewissen der Gemeinde“, dankte Pfarrer Andreas Schneider im Rahmen des feierlichen Gottesdienstes der Schwester für ihren jahrzehntelangen engagierten Dienst in der Gemeinde und dass sie im Vorfeld alles so wohl geordnet habe, dass alles in der ihr eigenen liebevollen Weise weiter gehen könne.

Der Gottesdienst wurde ansprechend umrahmt vom Seckacher Singkreis unter Leitung von Martin Bender. Die Generaloberin Sr. Maria Sixta ging in ihren Ausführungen auf die Dankbarkeit ein, die sie und ihre Mitschwestern empfinden bei dem Gedanken, dass die ersten Gengenbacher Schwestern vor 90 Jahren mit großer Freude in Seckach willkommen geheißen wurden und mit insgesamt 49 Schwestern in dieser Zeit hier leben und wirken durften. Zunächst vordringlich in der Krankenpflege und Kinderbetreuung und in den letzten Jahren auch mit pastoralen Aufgaben. In diesem Jahr des Abschieds könne man festhalten, dass Schwestern am Ort zu haben nicht nur bedeute, dass diese fleißig ihren Dienst verrichten, sondern auch, auf eine geistige Kraftquelle zurück greifen zu können.

Doch mit dem Abschied sei nicht nur unwiderruflich etwas vorbei, es sei auch ein Neuanfang. Sie wisse sehr wohl, wie sehr die Gemeinde Seckach in den zwei Jahrzehnten ihres Wirkens ihrer Mitschwester ans Herz gewachsen sei, doch nun werde sie sehnsüchtig an neuer Stelle erwartet, meinte die Generaloberin mit einem Dank an alle, mit denen man so gut zusammen gearbeitet und die dieses Abschiedsfest so liebevoll vorbereit haben.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Mathias Nassellu gab zu, sich auf diesen Abschied lange vorbereitet und doch noch nicht bereit dafür zu sein. Sr. Niceta habe es durch ihre besondere Art, Ihre Güte und Herzenswärme, immer wieder geschafft, die Menschen zum Nachdenken und zusammen zu bringen. „Man konnte sich ihr einfach nicht entziehen“ und eigentlich wollte man sie auch unbedingt „Behalten“. Es seien durchaus schon Gespräche gelaufen, dass man sich auch um sie kümmern wolle. Doch man sollte darüber belehrt werden, dass Sr. Niceta dem Ruf ihres Hauses folgen müsse. Und inzwischen sei ihm selbst auch ganz klar, dass die räumliche Trennung nicht gleich bedeutend mit der Trennung der Herzen sei. Mit einem Dank für die gelebte Nächstenliebe der Schwester, für ihr caritatives Vorbild und ihr unglaubliches Tagewerk überreichte Mathias Nassellu ihr ein ganz persönliches Fotoalbum und seine Spende, die sie für einen bestimmten guten Zweck verwenden wollte.

„Ihre Kinder“ verabschiedeten sich von ihr noch im Gottesdienst mit guten Wünschen auf Papierherzen und einem Abschiedslied. In Verbindung mit dem anschließenden Stehempfang gestalteten Musikverein Seckach und Singkreis mit Kirchenchor den musikalischen Rahmen und Bürgermeister Ludwig ging zunächst auf die Chronik der Schwesternstation ein, die in Verbindung mit einer Kleinkinderschule im ehemaligen Gasthaus Engel vor 90 Jahren eingerichtet wurde. Dazu kümmerten sich die Schwestern um die Nähschule und die Krankenpflege. Weihnachten 1959 wurde dann das neue Gebäude in der Uferstraße eingeweiht und als Mitte der 90er Jahre der Kindergarten hier erweitert werden musste, zog das Schwesternhaus in die Waidachshofer Straße um. „Liebe Sr. Niceta, knapp 20 Jahre wirkten Sie nun in Seckach als Gemeindereferentin der Kath. Kirchengemeinde “St. Sebastian“ und es war Ihnen hierbei stets und vor allem ein Anliegen, unabhängig von Geschlecht, Größe oder Konfession allen bedürftigen und sozial benachteiligten Menschen in unserer Gesellschaft beizustehen und ihnen Unterstützung zu Teil werden zu lassen“.

Diese erfolgreiche Arbeit erreichte ab 2007 mit der Lokalen Agenda 21 zusammen mit der Gemeinde ganz neue Dimensionen. Im Arbeitskreis „soziales Netzwerk“ hatte Sr. Niceta von Anfang ihren Platz gefunden und engagierte sich hier in allen Bereichen. Zwar hatte es irgendwie geschafft, den heute geordneten Fahrdienst irgendwie alleine zu managen, aber die neue Methode sagte auch ihr mehr zu. Ebenso wie die auf Vereinsebene „Zeitbank 55+“ organisierte Nächstenliebe. Mit einer Schmuckdose und einem Weinpräsent dankte der Bürgermeister der beliebten Schwester bevor er zum gemütlichen Teil des späten Vormittags überleitete.

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(Foto: Liane Merkle)

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