Neue Impulse im Literaturcafé

Sind Frauen, die lesen, nicht nur klug, sondern auch gefährlich?

Der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Nelius las im Literaturcafé. (Foto: privat)

Mosbach. (ds) Durch Lesen werden wir klug, das ist bekannt. Dass Frauen dadurch auch gefährlich werden können, in Anlehnung an Stefan Bollmanns Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“, war zu beweisen.
Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) lud daher zu ihrem zur Tradition gewordenen Literaturcafé ins Gasthaus Lamm in Mosbach ein, zu dem neben zahlreichen Frauen auch MdL Georg Nelius begrüßt wurde.

Beate Köpfle stellte Neuerscheinungen von Frauenbiografien vor, u.a. die Bücher der Lehrerin Loki Schmidt „Mein Leben für die Schule“ und der späteren Kanzlergattin „Auf dem roten Teppich“. Es lohnt sich, das Leben eigenwilliger und die Welt bewegender Frauen kennen zu lernen. Über sie wird zu oft geschwiegen und zu wenig geschrieben. Frauen selbst konnten lange Zeit nicht oder nur unter männlichem Pseudonym publizieren, wie es Dorothea Schlegel (1764-1839) ging, die ihre Bücher und Schriften unter dem Namen ihres Mannes Friedrich veröffentlichte.

Vorgelesen wurde u.a. aus dem Buch der Autorin Iris Berben, die im Buch „Frauen bewegen die Welt“ 25 bemerkenswerte Frauen portraitiert und aus der Autobiografie „Schlage die Trommel und fürchte dich nicht: Erinnerungen“ von Maria Gräfin von Maltzan, die zahlreiche Juden im Dritten Reich rettete.

Georg Nelius las aus dem Buch „Verlorene Töchter: Historische Skandale aus Baden und Württemberg“ von Dorothea Keuler vor. „Es öffnet Männern die Augen für eine interessante Welt, in der Männer nicht ganz so gut wegkommen. Eine solche Sichtweise erschüttert auch und hinterfragt die gesellschaftliche Situation, nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart“, resümierte er seine Lektüre.

Vorlesen, so bestärkte die Lehrerin Beate Köpfle, ist nicht nur für Kinder in der Schule und zuhause eine wichtige und schöne Erfahrung, sondern stärkt die Sinne und die Phantasie. Die AsF-Vorsitzende Ursula Hammer, die ein Buch über eine junge Pilotin aus der Pionierzeit der Fliegerei vorstellte, ergänzte abschließend: „Lesen bedeutet auch, in Welten vorzudringen, die unseren Horizont erweitern und gerade durch solche Frauenbiografien mutiger und tatkräftiger im Alltag zu werden“. Dies macht Frauen sicherlich nicht gefährlicher, aber es ist ein Signal dafür, dass das Können von Frauen in unserer Gesellschaft benötigt wird, sei es als Fachkräfte oder in Gremien, die unsere soziale Wirklichkeit zum Guten gestalten helfen. Denn bewiesen ist, dass da, wo Frauen mitentscheiden, nachhaltiger und besser gewirtschaftet wird.

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