Das Miteinander gelingt spielerisch

Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung voll ausgebucht

Nicht nur die Kinder lauschten der klangvollen Geschichte, sondern auch Renate Körber und Jörg Huber (im Hintergrund). Für die Reise durch den Dschungel kam auch der „Regenmacher“ zum Einsatz. (Foto: privat)

Mosbach/Schwarzach. Der wilde und weite Dschungel misst kaum vier mal sieben Meter. Zu erleben ist er im wohlgeordneten Klanghaus des SINNEsgartens auf dem Schwarzacher Hof. Eine kleine Schar Kinder lässt sich hier auf eine lebendige und naturgewaltige Reise ein. Die Mädchen und Jungen nehmen am Ferienprogramm teil, das die Offenen Hilfen der Johannes-Diakonie Mosbach anbieten. Erstmalig in diesem Jahr sind Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam dabei. Und dies nicht nur beim Angebot „Sommerspaß im SINNEsgarten“.
Die Fensterläden des Klanghauses sind geschlossen. Nur ein schmaler Lichtstrahl fällt durch die Ritze ins Innere. Hell schwingt der Ton einer Klangschale – für die Kinder das Zeichen, die Augen zu schließen. Jetzt sind sie mitten im Dschungel. Birgit Amend, freie Mitarbeiterin bei den Offenen Hilfen, bewegt den „Regenmacher“, ein Effektinstrument. Die Kinder hören, wie es vom Himmel niederprasselt. Bei Donnerrollen und Blitzschlag, die ein Gong erzeugt, erschaudern die Kleinen. Birgit Amend erzählt, wie die Tiere des Urwaldes Unterschlupf suchen. Für die Kinder ersinnt sie eine Höhle, die ihnen Schutz bietet. Bald darauf aber lässt der Klang eines Xylophons die Sonne hervorbrechen und einen Regenbogen erscheinen. Die Mädchen und Jungen können die Höhle verlassen und setzen ihre Reise als Gruppe in einem Boot fort. Die „Ocean Drum“, ein weiteres Effektinstrument, erzeugt das Rauschen des Flusses. Am Ende der Geschichte holt der Ton der Klangschale die Kinder aus dem Dschungel zurück in das Klanghaus. „Das war wie auf richtigem Wasser!“ erinnert sich die kleine Eva begeistert an die Reise. „Man muss die Geschichte auf sich wirken lassen“, berichtet Renate Körber. Auch die Sozialdezernentin und Jörg Huber, Vorstand der Johannes-Diakonie, haben der klangvollen Erzählung gelauscht. Vor allem geht es den beiden Gästen aber darum, sich ein lebendiges Bild vom Ferienprogramm „Freizeit für alle“ zu machen. Bei dem Programm können Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam Spaß haben. Die Offenen Hilfen der Johannes-Diakonie bieten es in dieser Form zum ersten Mal an. Einige Aktionen werden auch außerhalb der Ferien angeboten. Dabei kooperieren die Offenen Hilfen mit dem Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) Baden-Württemberg. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Mosbach und der Stadt Mosbach. „Das Programm wird sich entwickeln“, zeigt sich Renate Körber sicher und aufgeschlossen. Auch Jörg Huber hält es für „eine gelungene Sache“. Das Freizeitangebot bringe junge Menschen mit und ohne Behinderung spielerisch zusammen. Es könne schon in den wichtigen frühen Lebensjahren ein selbstverständliches Miteinander fördern, zeigt sich der Vorstand überzeugt. Im kommenden Jahr soll das Programm auch regional ausgebaut werden.
An diesem Ferientag aber geht es erst einmal für die Kinder im SINNEsgarten weiter. Über 20 Erlebnisstationen bietet ihnen das Gelände der Johannes-Diakonie, wo sie gemeinsam zum Beispiel optischen Täuschungen auf den Grund gehen, Düfte erkennen und den Weg durch ein Labyrinth finden können. Neben dem Besuch des SINNEsgartens bieten die Offenen Hilfen einige weitere Angebote innerhalb des Mosbacher Ferienprogramms an. Es führt die Kinder zum Beispiel zur Mosbacher Feuerwehr und ins Tierheim Dallau. Auch für Ingrid Bolkart-Ries, Mitarbeiterin der Offenen Hilfen, ist das innovative Angebot gelungen. Als Koordinatorin und immer mittendrin kann sie sich darüber freuen, dass das Programm „Freizeit für alle“ voll ausgebucht ist und mit den jungen Teilnehmern „toll läuft“.
Die Offenen Hilfen der Johannes-Diakonie Mosbach bieten verschiedene Betreuungsformen an, die es Menschen mit Behinderung ermöglichen, in ihrer vertrauten Umgebung, in der Familie oder in der Gemeinde wohnen zu bleiben.

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Daumen hoch für das Ferienprogramm „Freizeit für alle“. Es überzeugt nicht nur die jungen Teilnehmer, sondern auch Renate Körber (5.v.r.), Jörg Huber (4.v.r), Leitungskräfte und Mitarbeitende der Johannes-Diakonie. (Foto: privat)

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