Strahlende Gesichter bei Reisemobil-Wallfahrt

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Teilnehmer aus ganz Deutschland reisten nach Walldürn

Die Wohnmobile werden gesegnet. (Foto: privat)

Walldürn. (pm) Gemessen an der Teilnehmerzahl zählte die Pilgergruppe zwar nicht zu den größten in diesem Jahr, doch zu den beeindruckendsten allemal. Denn hätte man alle ihre Fahrzeuge aneinandergereiht, hätte dies einen Lindwurm von rund einem halben Kilometer Länge ergeben. So erlebte Walldürn vom 7. bis zum 9. Oktober die Premiere der Reismobilwallfahrt – eine rundum gelungene, wie nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Organisatoren von der Pfarrgemeinde Sankt Georg, von der Stadtverwaltung und von der Firma Goldschmitt resümierten.

Bis zu 700 Kilometer Anreise hatten die Reisemobilisten zurückgelegt, um an der ersten Veranstaltung dieser Art im süddeutschen Raum teilzunehmen. Bereits am Anreisetag am Freitag nutzten etliche der mobilen Gäste die Gelegenheit, an einer Heiligen Messe in der Basilika teilzunehmen, ehe am Abend das gegenseitige Kennenlernen auf dem Plan stand. Eigens dafür hatte das Goldschmitt Technik-Center die größte Werkstatthalle in einen herbstlich geschmückten Festsaal umgewandelt. Stadtpfarrer Josef Bregula, Walldürns Bürgermeister Markus Günther und Hausherr Dieter Goldschmitt ließen es sich nicht nehmen, die Pilger-Mobilisten aufs Herzlichste zu begrüßen. Als Überraschungsgast sorgte zudem Kabarettist Ralf Zang für Kurzweil.


Auch der Samstag stand ganz im Zeichen der Wallfahrt. Bereits um 7,15 Uhr lud Pfarrer Bregula zu einer Morgenandacht in das Goldschmitt-Empfangsgebäude ein – ein Angebot, von dem trotz der frühen Morgenstunde mehr als 50 Teilnehmer Gebracht machten. Beim Stadtrundgang und der Basilika erfuhren die mobilen Gäste jede Menge über die Walldürner Geschichte, ehe ihnen eine ganz besondere Ehre zuteil widerfuhr: Sie waren die allerersten Gäste, die nach der dreijährigen Umbauphase im restaurierten Pfarrheim bewirtet wurden. Den mächtigen Klang der Walldürner Orgel ließ Organist Jürgen Miko erklingen und beeindruckte die Wohnmobilfahrer sehr.

„Das war der schönste und nachhaltigste Gottesdienst seit vielen Jahren“, schwärmte eine Wallfahrerin aus dem Saarland über die beeindruckende Heilige Messe, die Stadtpfarrer Josef Bregula und Augustiner-Chorherr Hermann-Josef Hubka gemeinsam zelebrierten. Die Young Musicians sorgten für die äußerst gelungene Umrahmung. Und weil ein Pilgerehepaar just während der Wallfahrt das 50. Ehejubiläum feierte, ließen es sich die Priester nicht nehmen, Raimund und Marianne Kern aus Dachsbach im Kreis Neustadt an der Aisch persönlich zu segnen – unter dem kräftigen Beifall der zahlreichen Gottesdienstbesucher.

Höhepunkt der Reisemobil-Wallfahrt war indessen die Segnung der Freizeitfahrzeuge vor dem historischen Rathaus. Einen solchen Konvoi hatte Walldürn tatsächlich noch nie gesehen: Ein Wohnmobil nach dem anderen reihte sich in der Hauptstraße auf. Die Patres Josef Bregula und Slawomir Klein nahmen sich für alle Teilnehmer hinreichend Zeit, um in Gebeten und persönlichen Worten allzeit gute Fahrt unter dem Schutz Gottes zu wünschen. Als Erinnerungsgaben erhielten die Wohnmobilfahrer eine Christophorus-Plakette und ein Andenkenblatt. Zudem hatte die Tourismusgemeinschaft Odenwald für die Teilnehmer der Premierenwallfahrt ein ganz spezielles Lebkuchenherz spendiert.

Während des dreitägigen Aufenthaltes in Walldürn nutzten zahlreiche Mobilpilger auch das Angebot, im „Beichtmobil“ von Peter Hermann-Josef Hubka von Kloster Waghäusel das persönlicher Gespräch mit dem Priester führen zu können – über Gott und die Welt.

Geselliger Höhepunkt der Wallfahrt war der Odenwälder Abend in der großen Goldschmitt-Halle, bei dem die Höpfinger Trachtenkapelle für allerbeste Stimmung sorgte. Sogar die Patres schunkelten zu den rustikalen Weisen begeistert mit. 20 junge Damen und drei Herren der gemischten Schautanzgruppe des Tanzsportclubs Walldürn sorgten mit ihrer Musical-Gala „Einmal ein Star sein“ für wahre Begeisterungsstürme im Publikum. Sie kamen nicht umhin, noch eine schweißtreibende Zugabe aufs Parkett zu legen. Klar, dass bei dieser Gelegenheit das Goldene Ehepaar Kern auch noch einmal „weltlich“ gefeiert wurde. Bürgermeister Günther, der CDU-Bundestagsabgeordnete Alois Gerig, Pfarrer Bregula und Dieter Goldschmitt ließen die Jubilare unter dem starken Beifall der Anwesenden noch einmal hochleben.


Spontan wurde am Abfahrtstag am Sonntag das Programm noch um eine weitere Andacht im Goldschmitt-Auditorium erweitert, bevor die mobilen Gäste die Gelegenheit zum Wiegen ihrer Freizeitfahrzeuge nutzten. Viele staunten nicht schlecht, als Goldschmitt-Technik-Center-Chef Carsten Stäbler und Betriebsleiter Christian Ertl dabei wesentlich höhere Gewichte ermittelten, als die Reisemobilbesitzer schätzten.

Alle Mobil-Pilger nutzten den Aufenthalt bei Goldschmitt zum Besuch eines kleinen, aber feinen regionalen Marktes. Das Römermuseum aus Osterburken ließ mit stilecht gekleideten Aktiven die 2000 Jahre alte Vergangenheit wieder lebendig werden. Künstler Wilfried Schneider zeigte, was man aus Holz zaubern kann, Imker Erhard Kolesinski aus Osterburken hatte die unterschiedlichsten Bienenprodukte mitgebracht. Und auch die Produkte von Nudel Berres und von Lebkuchen Krämer fanden reißenden Absatz bei den mobilen Gästen. Auch die touristischen Angebote der Stadt Walldürn und der TGO fanden Anklang.

„Unser Ziel war es, die erste Reisemobilfahrt als eine fröhliche Wallfahrt zu gestalten – das ist vollauf gelungen“, betonte Organisator Joachim Sterz von der Firma Goldschmitt bei der Verabschiedung unter dem Beifall der Teilnehmer. „Es waren wunderbare Tage in Walldürn“, betonte auch das Ehepaar Ebner aus Mannheim, „die Organisation und das Programm waren hervorragend.“ So zeigte sich schließlich nicht nur Bürgermeister Markus Günther sondern auch Dieter Goldschmitt optimistisch, dass die Reisemobilwallfahrt künftig fest im Walldürner Kalender verankert wird.

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