Strouhbischel-Theater als Kurzurlaub

„Ein Ekel wird kuriert“

von Liane Merkle

Schloßau. Zwei Vorstellungen ausverkauft – schon im Vorverkauf. Aber eigentlich wundert sich niemand darüber, denn die Besucher des „Schlossemer Strouhbischel-Theaters“ in der Schloßauer Turnhalle fragen erst gar nicht, „Was wird denn aufgeführt?“ Sie wissen auch so, dass Zwerchfellmuskelkater und Ströme von Lachtränen angesagt sind, wenn diese Laienspielgruppe agiert. Natürlich verkörpern sie ihre Charaktere – mit einer Spur Übertreibung, die die Situationskomik so richtig zur Geltung bringt – und selbstverständlich in original Mundart.

Doch damit nicht genug, hatten sie mit dem Drei-Akter von Walter G. Pfaus „Ein Ekel wird kuriert“ auch noch ein Stück gefunden, dessen Geschichte vermutlich in jedem Dorf in ganz Deutschland seine Doubles finden könnte: Ekel Hans Prollo, perfekt zum Leben erweckt durch Klaus Scholl, ist ein Macho und Besserwisser, der an Bösartigkeiten und Beschimpfungen – egal gegen wen – nichts auslässt. Am meisten leidet darunter Ehefrau Elvira, als  Hella Kizmann die Geduld in Person. Tochter Nina, die eigentlich nicht auf den Mund gefallen ist, weiß nicht, ob sie die Mutter bewundern oder bedauern soll.


Doch als Tochter Nina, personifiziert von Sabrina Miltner, schwanger wird und Hans Prollo deren Freund Markus Reich, alias Michael Balles, hinauswirft, da platzt sogar der geduldigen Elli Prollo der Kragen. Mutter und Tochter beschließen, das Ekelpaket endgültig zu kurieren.

Und zwar mit Hilfe der Nachbarn Elvira und Emil Hollerbeck (perfekt durch Marianne Mechler und Bernd Grünwald) sowie Ellis Schwester Gertrud Schön (hervorragend besetzt durch Karin Schneider) und Hansens alten Freund Gerd Nimmich (schlitzohrig charakterisiert durch Martin Stuhl). Die eingeschworene Truppe inszeniert eine Geburtstagsparty für Gertrud im Esszimmer der Prollos in dem Wissen, dass sich Hans Prollo mit allen Mitteln dagegen wehren wird. Doch sie sind vorbereitet und schlagen den „Hausherrn“ mit seinen eigenen Waffen. „Schach matt für Ekel Hans“.

Markus Breitinger und Lorena Stuhl waren den versierten Laienspielern zwar kostbarer Rückhalt, hatten aber kaum Gelegenheit, zu soufflieren. Die Truppe hat einfach Klasse, und Szenenbeifall war ebenso garantiert wie die immer wieder aufbrausenden Lachsalven. Wieder einmal hatte sich bewahrheitet, dass das Strouhbischel-Theater einen Kurzurlaub ersetzt.

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