Beeindruckender Film über Macht und Mut

Mosbach/Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Der Runde Tisch: Gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis führte den Film: „David gegen Monsanto“  im Gasthaus „Lamm“ in Mosbach vor. Trotz Hochsommerwetter und wichtigen anderen Veranstaltungen kamen interessierte Zuschauer, um sich über die Skrupellosigkeit des Chemiekonzerns Monsanto gegen den kanadischen Farmer Schmeiser zu wundern. Auf dessen Äckern wurde genmanipulierte Samen festgestellt, obwohl er Saatgut ohne Genveränderungen verwendet hatte.

Monsanto verlangte von ihm Schadenersatz, da bei der Ernte GVO festgestellt wurde und behauptete, dass er die Pflanzen zu Unrecht geerntet habe. Das erste Gerichtsverfahren gab dem Konzern auch noch recht. Percy Schmeiser gab jedoch nicht klein bei, sondern setzte das Gerichtsverfahren fort. Allerdings dauerte es einige Jahre, bis er einen Sieg erringen konnte. Viele andere Bauern in der selben Situation hätten jedoch schon vorher einem Vergleich zustimmen müssen, da sie aus finanziellen Gründen das Verfahren nicht durchhalten gekonnt hätten.

Durch die Machenschaften und Bespitzelung durch Monsanto, die erst durch die Unterschrift der Landwirte bei Kauf des gentechnisch veränderten Saatgutes  ermöglicht wurde, ist der Friede im Dorf zerstört. Kein Landwirt traut dem Nachbarn mehr, niemand weiß, ob er nicht angeschwärzt wird und in den Verdacht gerät, illegal gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden – auch wenn es nur zufällig durch Verwehungen, Bienen o.ä.  bei dem Landwirt gelandet ist.




Wie  es sein kann, dass so viele Landwirte und Verbraucher  noch dem Agrokonzern Monsanto mit seinem Riesen Werbebudget glauben. Erst hieß es „Agent orange“ ein Entlaubungsmittel, das im Vietnamkrieg Anwendung fand, sei total ungefährlich.  Es hieß sehr lange, der Wirkstoff Glyphosat , bekannt als „Round up“ sei sehr schnell abgebaut, daher total ungefährlich. Nun entpuppt es sich als eine der häufigsten Ursachen von Berufskrankheiten bei Landwirten und wurde laut neuer Studien sogar in Urin von Gesellschaftsgruppen nachgewiesen, die damit gar nicht in Kontakt kommen.

Der Wirkstoff ist also bereits in der Nahrungskette angekommen. Kann man Monsanto also auch glauben, gentechnisch veränderte Pflanzens seien total ungefährlich? Die neuesten Meldungen aus den USA zeigen, wie Monsanto bei der Erstellung neuer Gesetz in der Landwirtschaft versucht, diese in die Richtung  zu lenken, dass Zulassungen in Zukunft noch einfacher  werden und weniger  Überprüfungen benötigt werden.

In diesem Film wurde deutlich, welche Konsequenzen die Freisetzung genveränderter Pflanzen hat. In Kanada ist ein gentechnikfreier Anbau von Raps nicht mehr möglich, auch die logistische Vermischung der LKWs und Annahmestellen hat dazu geführt – die Konsequenz: Wahlfreiheit ist weder für den Verbraucher noch für den Landwirt mehr möglich.

Alle  Zuschauer waren tief betroffen von der Macht eines solchen Konzerns und dessen rücksichtslosem Vorgehen, andererseits aber auch von dem Mut, den Schmeiser gezeigt hatte, um zu seinem Recht zu gelangen. Bei der Diskussion wurde klar, dass dieser Film noch in weiteren Orten des NOK gezeigt werden sollte.

Um die im Film dargestellten Probleme hier bei uns möglichst zu vermeiden, setzen wir uns für einen gentechnisch freien Neckar-Odenwald-Kreis ein. Wer sich näher informieren möchte, kann das auf der Internetseite des „Runden Tischs“. Dort sind auch die Adressen angegeben, unter denen man den Film ausleihen kann.

Infos im Internet:

www.gentechnikfreier-nok.de

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