Gemeinschaftsübung bot „Horrorszenario“

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(Foto: Liane Merkle)

Scheidental. (lm) Vermutlich eines der größten Horrorszenarien für eine Feuerwehr dürfte ein brennender Stall voll mit Tieren sein. Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Scheidentaler einem solchen Fall gegenüber gestanden hatten, wenn auch durch einen glücklichen Zufall, erfahrene Landwirte die Tiere gerade noch rechtzeitig hatten retten können und das Zusammenwirken der verschiedenen Abteilungswehren ein Übergreifen der hoch auflodernden Flammen verhinderten.

Dennoch war dieses Erlebnis wohl Grund genug für die Abteilungskommandanten Cornel Schwab (Scheidental) und Rainer Schäfer (Reisenbach), einen ähnlichen Fall zum Thema ihrer gemeinsamen Herbstabschlussübung zu machen. „Und das war gut so“, denn der neue Stall des Aussiedlerhofes Hemberger in Scheidental war komplett mit Trapezblech verkleidet und damit eine ganz neue Herausforderung. Unter den wachsamen Augen der Ortsvorsteher Günter Baunach und Klaus Schork, Gesamtkommandant Gerd Mayer sowie einiger interessierter Bürger, darunter auch Landwirte, wurde deutlich, dass bei dieser neuen Bauart von Wirtschaftsgebäuden, wenn sie auch noch mit Photovoltaik auf dem Dach versehen sind, eine Brandbekämpfung von außen nahezu unmöglich ist, sondern den erfahrenen Einsatz von Atemschutzgeräteträgern erfordert.




Doch zunächst zum Ablauf: Starke Rauchentwicklung im neuen Stallgebäude war durch vorbeifahrende Fahrzeuge auf der naheliegenden Landstraße aufgrund der nebeligen Wetterlage leider erst spät entdeckt und gemeldet worden. Die Alarmierung über Sirene und Piepser durch die Leitstelle Mosbach erfolgte um 15 Uhr, und nur Minuten später waren beide Abteilungswehren nahezu vollständig zur Stelle. Die Freiwillige Feuerwehrabteilung Scheidental begannen mit dem sofortiger Aufbau der Wasserversorgung durch Wasserentnahme aus dem naheliegenden Hydranten und begann mit 2 C-Rohren die Löscharbeiten (2 C-Rohre) am Brandobjekt und mit der Erkundung der Einsatzstelle durch die Atemschutzgeräteträger.

Die Reisenbacher begannen sofort mit dem Verlegen einer 2. Wasserversorgungsleitung aus dem ca. 500 Meter entfernten Ort und mit 3 C-Rohren ebenfalls mit Löscharbeiten (3 C-Rohre) am Brandobjekt. Nachdem die  Scheidentaler einen zweiten Verteiler gesetzt hatten, hatten sie schließlich 4 C-Rohre und 1 B-Rohr im Einsatz. Endlich – aufgrund der starken Rauchentwicklung war die Sicht im Gebäude äußerst schlecht und behindernd – kam die Rückmeldung der Atemschutzgeräteträger, dass sich im Stallgebäude weder Menschen noch Tiere seien und der Grund für die Rauchentwicklung ein glimmender Stapel von Strohballen sei. Ihrem beherzten Löschen im Innenangriff war zu verdanken, dass die Situation schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.

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Nur unter Einsatz von Atemschutzgerät war ein Brandangriff möglich. (Foto: Liane Merkle)

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