Kreis feiert Einbürgerungsjubiläum

Einbuergerung

Die Neubürger mit Landrat Dr. Achim Brötel (re.) in der Raiffeisenbank Elztal. (Foto: LRA)

Elztal. (lra) Nirgends ist eine gelungene Integration deutlich sichtbarer und spürbarer als bei einer Einbürgerung. In diesem Zusammenhang feierte der Neckar-Odenwald-Kreis ein „kleines, aber feines“ Jubiläum in der Raiffeisenbank Elztal. Dort wurde dankenswerterweise die immerhin schon 10. Einbürgerungsfeier im Kreis ausgerichtet. „Aus dem früheren schlichten Verwaltungsakt, einer nüchternen Amtshandlung in einem im Zweifel eher tristen Zimmer haben wir einen feierlichen Anlass gemacht, der ein Zeichen setzen soll. Ein Zeichen dafür, dass Sie nicht nur in Deutschland angekommen, sondern uns als vollwertige und gleichberechtigte Mitbürgerinnen und Mitbürger in ganz besonderer Weise auch willkommen sind“, erklärte Landrat Dr. Achim Brötel dazu.

19 Frauen und Männer aus sechs Städten und Gemeinden sind an diesem Abend als Ausländer in den Saal gekommen. Stunden später haben sie ihn als Deutsche wieder verlassen. Dazu kamen sieben Personen, die die Einbürgerung schon einige Wochen zuvor erhalten haben und als schönes Zeichen der Verbundenheit zu diesem feierlichen Akt erschienen sind. Auch zahlreiche Mitglieder des Kreistages, Bürgermeister und deren Vertreter sowie Vertreter der Volkshochschulen, die bei der Durchführung der Integrationskurse und der Einbürgerungstests wichtige Partner sind, waren zu Ehren der Neubürgerinnen und Neubürger gekommen.




„Deutschland, über lange Zeit interessanterweise eigentlich mehr ein Kulturraum als eine Nation, war über Jahrhunderte vielfach Auswanderungs- und Einwanderungsland zugleich“, betonte der Landrat nach der musikalischen Einstimmung durch den Chor „Unerhört“ und die Begrüßung durch Klaus Konrad, den Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Elztal. Und weiter: „Die Weltoffenheit Deutschlands und die kluge und weitsichtige Einwanderungspolitik haben unser Land und nicht zuletzt auch Baden-Württemberg ganz an die Spitze gebracht, weil vor allem Menschen aus fremden Sprach- und Kulturkreisen ganz entscheidende kulturelle, wirtschaftliche und nicht zuletzt auch sehr persönliche Impulse gegeben haben.“ Gerade auch im demografischen Wandel brauche man in immer mehr Branchen die Talente und Fähigkeiten von Zuwanderern. Woher man komme, sei nicht wichtig. „Wo wollen wir gemeinsam hin?“, sei vielmehr die entscheidende Frage, erklärte Dr. Brötel.

Die Herkunftsländer der regelmäßig weit über 100 Frauen und Männer, die jährlich allein im Neckar-Odenwald-Kreis eingebürgert werden, verteilen sich quer über den Erdball. Unangefochtene Spitzenreiter sind derzeit Menschen aus der Türkei, gefolgt von Serbien/Kosovo und Kasachstan.

Wie der Landrat ermunterte auch Elztals Bürgermeister Marco Eckl in seinem Grußwort alle Neubürgerinnen und Neubürger, sich in das politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben ihrer neuen Heimat einzubringen. Dass das nicht immer ganz einfach ist und durchaus „steinige Wege“ hinter den einzelnen Neubürgern lägen, bestätigte Dr. Kambiz Ghiasvand Ghiasi. Dennoch ist der im Iran gebürtige Agrarbiologe heute glücklich in Deutschland: „Nicht zuletzt deshalb, weil meine hier geborene Tochter frei wählen kann.“

Der eigentlichen Urkundenübergabe schloss sich ein Film an, der die Schönheiten und Besonderheiten des Neckar-Odenwald-Kreises zeigte. Ein gemeinsamer Imbiss beendete diese 10. Einbürgerungsfeier im Kreis.

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