DHBW Mosbach feiert symbolischen Spatenstich

Neubau eines Seminar- und Laborgebäudes am Lohrtalweg beginnt

500 Spatenstich DHBW Mosbach

Unser Bild zeigt von links: Ingo-Michael Greiner, Prof. Dr. Dirk Saller, Landrat Dr. Achim Brötel, Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Oberbürgermeister Michael Jann, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Staatssekretär Ingo Rust, MdL Georg Nelius, Eckart Mauch und Siegfried Glier. (Foto: pm) 


Mosbach. (pm) Den symbolischen Spatenstich für den Neubau eines Seminar- und Laborgebäudes an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach feierten am 26. März rund sechzig Vertreter der Landesregierung, des Landkreises, der Kommune, der regionalen Wirtschaft und der DHBW. Ingo-Michael Greiner, Leitender Regierungsdirektor des Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Heilbronn, dankte besonders den Landtagsabgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Bündnis 90/Die Grünen), Georg Nelius (SPD) und Peter Hauk (CDU) sowie Staatssekretär Ingo Rust (SPD) für die Bereitstellung von acht Millionen Euro, die der „Ersatzbau für zwei Containeranlagen mit einer Nutzfläche von 1722 m²“ voraussichtlich kosten wird. Dies sei ein Zeichen dafür, wie wichtig und bedeutend die größte Hochschule des Landes mit ihrem Standort in Mosbach für den ländlichen Raum sei.

„Nach Norden zum Lohrtalweg dreigeschossig, nach Süden zum Campusplatz zweigeschossig“, sieht er in dem Plan der Architekten Glück + Partner GmbH eine „optimale Anbindung zum Altbestand“ des „Flaggschiffs DHBW“ in Mosbach. Besonderer Clou der Stahlbetonskelettkonstruktion wird nicht nur das großzügige Foyer mit Auditorium Maximum sein, sondern auch die Anbindung an den angrenzenden Klostergarten. Dieser soll nach historischer Vorlage als Grünerholungszone angelegt werden. Öffentlich zugänglich, schafft man so auch eine schöne Verbindung zur Stadt Mosbach. „Mosbach entwickelt sich zur Hochschulstadt und muss diesem Anspruch auch gerecht werden“, forderte Greiner.




MdL Ingo Rust, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, sieht in dem Neubau eine wichtige Investition in die Zukunft, „insbesondere notwendig für den Ingenieur-Nachwuchs“. Seit den siebziger Jahren schreibe die DHBW eine Erfolgsgeschichte. Zum dualen System mit seiner engen „Verzahnung von erstklassiger Theorie und maximaler Praxis“ werde er „fast überall auf der Welt“ gefragt. Der „Exportschlager“ wirke der Jugendarbeitslosigkeit und der Abwanderung aus dem ländlichen Raum entgegen. Die „hidden champions“ unter den Weltmarktführern seien in der Region angesiedelt und profitierten von den mehr als 200 Kooperationen mit Hochschulen weltweit.

Als „Pionier und Antreiber der Energiewende“ werde für die DHBW Mosbach ein Niedrigenergiehaus mit höchster Energieeffizienz gebaut. Durch die sehr gut gedämmte Gebäudehülle mit einer hohen Luftdichtigkeit und einer energieeffizienten Gebäudetechnik wie zum Beispiel einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung könnten die jährlichen Heizkosten um 75 Prozent reduziert werden.

Beschrieb Ingo Rust den unaufhaltsamen Aufstieg der DHBW von 160 Studierenden und 62 Partnerunternehmen an zwei Standorten zur größten Hochschule des Landes mit 31000 Studierenden und 9000 Partnerunternehmen, so konzentrierte sich der frühere Rektor der DHBW Mosbach und heutige Präsident der DHBW, Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, auf die Entwicklung des Standorts Mosbach. 1980 startete hier die damalige Berufsakademie Mosbach mit 18 Studierenden, bei jetzt fast 3000 Studierenden in Mosbach sind 5500 Studierende „das Ausbauziel“. „Ohne Mitarbeiter und Förderer wäre das nicht zu stemmen gewesen“, sagte er, ebenso dankbar wie Rektor Prof. Dr. Dirk Saller. Beide dankten den dualen Partnern, allen voran jenen im Hochschulrat und ganz besonders dem Hochschulratsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Jürgen Kletti, für die beharrliche und tatkräftige Unterstützung auf dem steinigen Weg zum Neubau.

Trotz des Neubaus bestehe an der DHBW landesweit weiterhin ein Flächendefizit von 28 Prozent, bzw. 51000 m². Angesichts des weiteren Wachstums auf DHBW-weit bald 40000 Studierende sprach er viele Herausforderungen von den neuen Studienangeboten in Gesundheitswissenschaften bis zum Ausbau berufsbegleitender Masterangebote an. In ihrem Lerneifer würden die jungen und hochqualifizierten Bachelorabsolventen die Unternehmen verlassen, wenn sie dort keine Chance zur Weiterbildung sähen. Dieser Entwicklung wolle die DHBW durch praxisintegrierende Masterangebote entgegenwirken.

Ob MdL Georg Nelius (SPD) oder der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises Dr. Achim Brötel, alle Grußwortredner sind nach „mehrjährigem, zähen Ringen“ jetzt über die Baufreigabe dankbar und erleichtert. Das Studium an der DHBW Mosbach sei wertbeständig und zukunftssicher für die Studierenden wie für den ländlichen Raum. Weil der starke Zustrom anhalte, sei die Gestaltungskraft der Politiker auch weiterhin gefordert. Der Neubau reiche nur für einen kleinen Teil des Raumbedarfs, und der „einzigartige Höhenflug“ der DHBW Mosbach dürfe nicht zum „Fluch des Erfolges“ werden, betonte Brötel. „Ob „Hochschulstadt“ nun auf dem Ortseingangsschild von Mosbach steht oder nicht, entscheidend ist, dass der dahinter steckende Gedanke gelebt wird“, forderte er.

Mosbachs Oberbürgermeister Michael Jann bat um Verständnis, dass „bei dem überproportionalen Wachstum nicht alle Probleme sofort zu lösen sind“. Die Themen „Party und Parken“ seien zwar wichtig, aber sie bestimmen nicht den Erfolg des Standorts. Dennoch werden jetzt  zusätzliche Stellplätze gebaut, zudem wird ein neues Parkdeck mit 160 Parkplätzen entstehen. Jann bedauerte, dass der öffentliche Nahverkehr nicht so gut ausgebaut sei wie etwa in Heidelberg und deshalb einfach mehr Parkplätze erforderlich seien.

Klare Schlussworte sprach Prof. Dr. Dirk Saller, der den Neubau als Folge der Notwendigkeit von 2008 sieht und nicht als Antwort auf das Jahr 2011, als die Studierendenzahlen in die Höhe schnellten. Sein „Riesenlob“ richtete er an die Mitarbeiter und Professoren der DHBW Mosbach, die keinen Studien- und damit Ausbildungsplatz ablehnen wollten und voller Vertrauen in die Zukunft davon überzeugt waren, dass „wir es gemeinsam hinkriegen“. So sei nach dieser Vorleistung der Neubau ein Zeichen, „dass wir vorwärts kommen“. Saller wollte nicht allein die Landesregierung in die Pflicht nehmen, sondern forderte wegen der „heterogenen Ressourcenlandschaft eine Transfer- und Solidargemeinschaft: Das einmalige Wachstum war nur aufgrund des Zusammenwirkens unserer drei Campus möglich, die gemeinsam die nachhaltige und regionale Bedeutung der DHBW Mosbach als Flächenhochschule im ländlichen Raum sichern. … Wir haben hier eine Pole-Position hinsichtlich des Engagements und der Drittmittel durch Unternehmen“, sagte er. „Für den Neubau steht jetzt auch die letzte Ampel auf Grün!“

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: