11. Joor Schlotfeger Faschenacht in Seggi

Bürgermeister Thomas Ludwig gibt Macht ab

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Bürgermeister  Thomas Ludwig verabschiedet sich. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) „Is es denn a wirklich woor? Die Schlotfeger feiern scho im 11. Joor – die Faschenacht mit Pep und Schwung, die haut efach alle um!“ Mit diesem Jahresmotto übernahmen die Elferräte und Garden der FG Seggemer Schlotfeger nicht nur die Schlüssel des örtlichen Rathauses – dieses Mal sehr konsequent und gegen das Murren der Gemeinderäte ohne Schuldensack – und die Regierungsmacht, sondern läuteten auch die Feierlichkeiten zum närrischen Jubiläum mit prägnanten Neuerungen ein. So wurde die Machtübernahme und die heiße Phase der fünften Jahreszeit unter Schunkeln, Tanzen und Singen mit dem Hissen der Schlotfeger-Fahnen vor dem Rathaus für alle sichtbar gemacht.




Außerdem holte sich Sitzungspräsident Christian Schneider mit der öffentlichen Vereidigung seiner Elferräte erstmals den konkreten Treueschwur seiner Mannen. „Wir schwören!“ – Die Faschenacht in Seggi treu zu verteidigen, jedem klar zu machen, dass der Schlotfeger aber auch gar nichts mit dem Kaminfeger zu tun hat, Ungläubige zur Fastnacht zu bekehren, sich auch im Vollrausch nicht zu übergeben, sich weder vor der größten Kiste Bier noch vor dem dicksten Schnitzelweck zu fürchten.

Doch Christian Schneider hielt zwischen den Schunkelrunden zur Musik des Musikvereins Seckach unter Stabführung von Martin Heß auch einen gereimten Rückblick auf 11 Jahre Schlotfeger-Fastnacht mit all ihren Motti dieser Zeit, nachdem die „Fastnacht in Seggi, sie stand vor dem Aus“. Er bezeichnete dabei Bürgermeister Thomas Ludwig eindeutig als „Retter der Seggemer Faschenacht“, denn „der heilige Thomas – in der Bibel als Zweifler bekannt, hat hier nicht gezweifelt, sondern mit starker Hand, gehandelt und geholfe an alle Ecke und Ende, so ham wir geschafft die Fastnachtswende!“

Fotoserie zum Artikel – (Foto: Liane Merkle)

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Dass die Seggemer Fastnacht dem Gemeindeoberhaupt am Herzen lag und liegt, wurde in dessen „Abtrittsrede“ nur zu deutlich, denn nachdem er und sein Gremium den sich der sanften Gewalt der Gardemädchen erst einmal unterworfen hatten, gab er den Rathausschlüssel nur zu gerne für eine Weile ab. Allerdings nicht ohne die gut gemeinte Warnung: „Übrigens will ich de Elferrät noch sage, und do gibt’s hoffentlich kein Geklage, dass einige Arbeit auf Euch wartet, mi’m Gemeinderat iss des so abgekartet.“ Er meinte damit u.a. die Pächtersuche für den Bahnhof, war aber überzeugt, dass die Schlotfegerschar das gemeinsam schafft, denn Mut und Einsatzbereitschaft hätten sie in den letzten 11 Jahren ja zur Genüge bewiesen.

Mit einem dreifach kräftigen „Schlotfeger, Helau! Seggi, Helau!“ verabschiedete sich die Narrenschar vom Rathausvorplatz und marschierte im Fackelzug zur „After-Rathaussturm-Party“ in die Seckachtalhalle.

 

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