Für Penny – gegen Windkraft

Mudau gründet Arbeitskreis Demografie

Mudau. (lm) Unmittelbar an der Grenze zur Gemarkung Steinbach, in der Ausnahmezone südlich von Beuchen, zieht derzeit der Bezirk Unterfranken/Würzburg eine Ausweisung von Windkraftflächen in Erwägung. Hierzu wurde nun der Gemeinde Mudau Gelegenheit gegeben, im Rahmen des Verfahrens zur Änderung der Verordnung über den „Naturpark Bayerischer Odenwald“ eine Stellungnahme abzugeben zur Ausweisung von Ausnahmezonen für Windkraftnutzung. Der Naturpark und das Landschaftsschutzgebiet „Bayerischer Odenwald“ erstrecken sich von den benachbarten Gemeinden Kirchzell, Amorbach, Schneeberg und Eichenbühl bis Miltenberg/Bürgstadt und weiter auf der linken Mainseite bis Großostheim.

Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mitteilte, richtet sich die gegenwärtige Zweckbestimmung dieses Schutzgebietes grundsätzlich gegen jede Verschlechterung der mit „Bewahrung der Vielfalt, Schönheit und Eigenart des für den bayerischen Odenwald typischen Landschaftsbildes“ beschriebenen Schutzziele. Ziel des jetzt durch den Bezirk Unterfranken angestoßenen Verfahrens sei es, Zonen auszuweisen, in denen eine Nutzung von Windenergieanlagen im Einklang mit den Schutzzwecken des Landschaftsschutzgebietes möglich ist, sowie solche, in denen eine Windenergienutzung nicht mit den Schutzzielen vereinbar ist.

In ihrer Stellungnahme äußerte die Gemeinde Mudau und der Gemeinderat in Anlehnung auch an die Meinung der betroffenen Ortschaftsräte, nun „erhebliche Zweifel“ an der Geeignetheit dieser Fläche im Anschluss an die Gemarkung Steinbach. Als Begründung nennt man u.a. die Tatsache, dass diese Fläche zu den windschwächsten Flächen innerhalb der untersuchten Flächen des Naturparkes zählt und hier keine benötigten Windgeschwindigkeiten und Windhäufigkeiten vorhanden seien. Zudem stünden erhebliche artenschutzrechtliche Konflikte und ein unglaublich geändertes Landschaftsbild des badischen Odenwaldes mit Windrädern auf 20 Kilometer entgegen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wählte der Gemeinderat als Nachfolger des aus dem Amt ausgeschiedenen Henner Niemann bei der Forstbetriebsleitung Walldürn als seinen Nachfolger Jörg Puchta zum Mitglied im Gutachterausschuss der Gemeinde Mudau. Die Amtszeit dauert bis zum Ablauf der gegenwärtigen Wahlperiode bis zum Ende 2017.

Für Honorarkosten in Höhe von 63.000 Euro erstellt derzeit das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim einen sogenannten „Allgemeinen Kanalisationsplan“. Aufbauend auf der bereits erstellten Fremdwasserstudie wurde nun als weiterer Teil eine Schmutzfrachtberechnung durchgeführt, deren Ergebnis dem Gemeinderat vorgestellt wurde. Über die Schmutzfrachtberechnung werden die Anforderungen an die fünf Regenauslässe und neun Regenüberlaufbecken in Verbindung mit der ökologischen Leistungsfähigkeit der Fließgewässer definiert. Wie Marco Rieß vom Büro Sack und Partner erläuterte, soll der endgültige „Allgemeine Kanalisationsplan“ für sämtliche an die Kläranlage Mudau angeschlossenen Ortsnetze in diesem Sommer abgeschlossen sein und dann den zuständigen Gremien vorgestellt werden. Als derzeit zulässige Entlastungsrate wurden 52,22 Prozent errechnet, die in allen Ortsteilen eingehalten werde ebenso wie alle andren Bemessungsparameter. Nach den aktuellen Berechnungen, so Marco Rieß, ist in Mudau auch kein weiteres Regenüberlaufbecken notwendig.

Als Grundlage zur Schaffung von Baurecht für einen Penny-Markt mit einer Nutzfläche von 1.109 Quadratmetern beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines geänderten Bebauungsplanes „Bahnhofsumfeld“ bzw. „Langengarten“ (Gesamtfläche des alten und des neuen Bauantrags) mit dem Ziel der Schaffung von Baurecht für einen Penny-Markt. Davon sind rd. 785 qm Verkaufsfläche mit Zugang und 324 qm Nebennutzfläche für Lager, Personal, WC und Büro geplant. Zudem sollen 53 Stellplätze angelegt werden, für die als Zufahrt die Landesstraße vorgesehen ist. Die Anlieferung der Ware ist im westlichen Gebäudeteil, angrenzend an den Gartenweg, geplant. Welche Fläche dann letztlich bebaut wird, werde man dann entscheiden unter Berücksichtigung aller berechtigten Einwände und der Erstellung eines neuen Gutachtens.

Mit den Entwicklungen und Auswirkungen des „Demographischen Wandels“ in der Gemeinde Mudau beschäftigt sich der von Hans Slama gegründete Arbeitskreis „Demographie“. Es wurden bereits zahlreiche Kontakte aufgenommen mit Industrie, Handwerk und Landwirtschaft u.a. wegen der Schaffung qualifizierter Ausbildungs- und  Arbeitsplätze. Barrierefreies Wohnen und Prävention in der Kriminalität wurden bereits beleuchtet. Ein Jugendforum sowie Hochschuluntersuchungen über die allgemeine Grundversorgung der Gemeinde stehen im Raum. Im Rahmen der hierbei erarbeiteten Aktivitäten wie Vorträge, Kurse und der angestrebten Fragebogenaktion mit Ergebnisanalyse, wurde im Gemeindehaushalt bereits eine Position „Demographische Entwicklung“ in Höhe von 5.000 Euro eingestellt. Laut Hans Slama das Vereinsumfeld und die Infrastruktur, derzeit auch die Grundversorgung noch in Ordnung sind, will man eventuelle „Unzufriedenheit“ und ein Brainstorming der Bürger mit Hilfe eines speziell für Mudau aufgestellten Fragebogens herausfiltern. Hans Slama und Klaus-Dieter Klopsch stellten die geplante Fragebogenaktion vor mit dem Appell, dass sich möglichst viele Bürger – auch aus den Ortsteilen – daran beteiligen, damit ein möglichst umfassenden Auswertungsmaterial zusammenkommt, das dann Anfang September vorgestellt werden soll. Schließlich sollten so viele Bürger wie nur möglich an der Zukunft der Gesamtgemeinde Mudau mitarbeiten. Namens des Arbeitskreises bewilligte man hierfür einen finanziellen Zuschuss von 3.000 Euro.

Bürgermeister Dr. Rippberger stellte fest: „Es wird gerast!“ Das ergab eine Messung des Straßenbauamtes im Vorfeld der Straßensanierung Donebach-Mudau, bei der über 1.000 Fahrzeuge täglich auf diese Strecke mit durchschnittlich 100 Stundenkilometern gezählt wurden.

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Neuer „Wunschstandort“ der Betreiber für einen Penny-Standort gegenüber Edeka Richtung Kreisel. (Foto: Liane Merkle)

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1 Kommentar

  1. Gegen Penny, für Windkraft!
    Am Pfingstsonntag ca. 14 bis 17 Uhr wurde rund um den Pennymarkt an der Neckarbrücke in Obrigheim von zwei Arbeitern hämmungslos Gartenarbeit verrichtet. Dabei wurde mit einer Motorsense stundenlang und ohne Rücksicht auf den Feiertag bzw. auf die Bürger Lärm verursacht. Wenn eine Supermarktkette wie Penny diese Art der Missachtung aller Gesetzte tolleriert, zudem unsere christlichen Werte in Frage stellt, bin ich gegen eine Neuansiedlung z.B. in Mudau.

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