(Foto: Brauch-Dylla)
Wagenschwend erlebt grandioses Festwochenende
Von Klaus Brauch-Dylla
Wagenschwend. Wie man sieben Jahrhunderte mit ausgelassener Festfreude und zugleich geschichtsbewusst feiert, war am Wochenende in Wagenschwend zu erleben. Ein über Monate liebevoll vorbereitetes, perfekt abgestimmtes Programm, prächtiges Sommerwetter mit strahlendem Sonnenschein und ein enormer Besucherandrang machten das Jubiläumswochenende zu einem vollen Erfolg für das Winterhauch-Dorf, der nicht nur im Ort noch lange nachklingen wird.
Der Startschuss für die Feierlichkeiten fiel am Samstagnachmittag mit dem Fassanstich durch Ortsvorsteher Sebastian Preidl. Die dazu gebotene fetzige Blasmusik der jungen Formation „Messing Around“ im Open-Air-Bereich und das frisch gezapfte „Feierabendbier“ waren das Vorprogramm für den „Fest-Spiel-Abend“, die Jubiläumsshow unter dem Motto „Ein Dorf – Sieben Jahrhunderte – Eine Show“, die für ein überfülltes Festzelt sorgte.
In sieben Distrikte war das Dorf im Vorfeld unterteilt worden, deren Abordnungen die Moderatoren Marie Ebert, Jana Fichtner und Klaus Brauch-Dylla in sieben Wettkämpfen ihr Wissen, Geschick und ihre Einsatzfreude beweisen ließen. Den geschichtlichen Hintergrund, teils ernst, meist anekdotisch-humorvoll, lieferte Museumsleiter Gerhard Schäfer. Die Multimedia-Cracks Benjamin Sigmund, Ralf Weinmann, Marco Zimmermann und Lutz Berger sorgten für den professionellen audiovisuellen Rahmen und ließen viele historische Aufnahmen und Charaktere lebendig werden. In packenden und humorvollen Wettkämpfen gaben die Teams alles. Nach einem spannenden Finale durfte sich das Team „Um die Schmiede“ nach über drei Stunden zum Sieger der Geschichte und zum Dorfchampion krönen lassen.
Nahtlos ging es nach der Nachspielzeit der Show in das Public Viewing des WM-Spiels Deutschland gegen die Elfenbeinküste über. Nach den Siegtreffern von Deniz Undav verlagerte sich das Geschehen der tropischen Nacht an die Cocktailbar, wo bis in die frühen Morgenstunden bei bester Mittsommer-Stimmung ausgelassen gefeiert wurde.
Der Sonntag begann mit einem optischen Höhepunkt: dem großen Festumzug. Zahlreiche Wagenschwender Gruppierungen sowie historische und landwirtschaftliche Fahrzeuge zogen entlang der Hauptstraße zum Festzelt durch die festlich geschmückten Straßen und lockten zahlreiche Zuschauer an.

(Foto: Brauch-Dylla)
Im Anschluss versammelte sich die Gemeinde um im proppenvollen Zelt zum feierlichen Festgottesdienst, der von Kooperator Gia-Hoa Nguyen zelebriert und vom Kirchenchor „Frohsinn“ sowie dem Kindergarten Wagenschwend würdig mitgestaltet wurde. Nguyen gewann das Zelt schnell für sich, als er erklärte, dass dieser Jubiläums-Gottesdienst am heißesten Wochenende des Jahres in seinen Augen das heißeste Event noch vor der WM sei. Doch nicht nur die Komplimente, auch seine sehr tiefgehende und anlassbezogene Predigt sorgte für große Andacht.
Nachdem sich die Gäste beim Mittagessen aus der Wagenschwender Festküche und an der Kaffee- und Kuchenbar im Dorfgemeinschaftshaus gestärkt hatten, folgte um exakt 13:26 Uhr die feierliche Eröffnung der großen Festmeile.
In einem kleinen Festakt sprachen Bürgermeister Thorsten Weber und Ortsvorsteher Sebastian Preidl Grußworte. Beide hoben den großen Gemeinsinn sowie das Kooperations- und Organisationsvermögen der Dorfgemeinschaft hervor, die sich an diesem Wochenende wieder auf beste Weise widerspiegelten. Der Musikverein „Eintracht“ und der aus Anlass des Jubiläums gegründete Wagenschwender Kinderchor verliehen der Eröffnung den passenden musikalischen Rahmen.

(Foto: Brauch-Dylla)
Zwischen dem Dorfgemeinschaftshaus und dem Museum erstreckte sich daraufhin ein abwechslungsreiches Paradies für die ganze Familie, das für erheblichen Andrang sorgte.
Historie und Information
Neben der Ausstellung historischer Fahrzeuge und Einblicken in die Geschichte der Pfarrei Hl. Kreuz im DGH gab es Wissenswertes rund um den Wagenschwender Wald sowie eine Sammelbestellung für Wald- und Obstbäume. Auch das Thema „Wäschepflege durch die Jahrhunderte“ und die historischen Stationen im und ums Museum begeisterten das Publikum.
Spiel, Spaß und Familienangebote

(Foto: Brauch-Dylla)
Für leuchtende Kinderaugen sorgten das Ponyreiten, Spiele mit der Feuerwehr sowie Fußballaktionen unter dem Motto „Das Runde muss ins Eckige“ am Spielplatz. Unter dem Motto „Billard mal ganz anders“ und bei historischen Instrumenten zum Ausprobieren war Spielspaß wie früher garantiert. Floristik vom „Mauerblümchen“ rundete das Angebot ab, während das urige Wirtshaus „Zur Singenden Rosa“ regelrechte Belagerungszustände auslöste. Ab 18:00 Uhr stimmten die „Allfelder Musikanten“ den gemütlichen Festausklang im Zelt an.