Auf der Suche nach guten Lösungen

Gespräch der SPD-Kreistagsfraktion mit dem Geschäftsführer des Diakonischen Werks Guido Zilling
 
 
 Mosbach. (pm) Um das umfassende Arbeitsgebiet der Sozialberatung aus aktuellem Anlass vertieft zu besprechen, begrüßte die SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Heide Lochmann den Geschäftsführer des Diakonischen Werks Mosbach Guido Zilling dieser Tage zur Fraktionssitzung in der SPD-Kreisgeschäftsstelle in Mosbach.
 
 Anfangs berichtete Zilling über das Arbeitslosenzentrum, das Langzeitarbeitslose in vorbildlicher Weise betreut und deshalb eine besondere Förderung durch das Sozialministerium erhält, die hoffentlich auch für die nächsten Jahre weitergeführt wird. So wurde im Rahmen der Sozialberatung ein gut besuchter Arbeitslosentreff eingerichtet, wo sich die Betroffenen austauschen und gegenseitig z. B. in Bewerbungsfragen unterstützen. Viele Ablehnungen und vor allem die Nichtbeachtung von Bewerbungen, so berichtet Zilling, gehen vor allem bei Langzeitarbeitslosen „an die Substanz“. Hier setzt er weiterhin auch auf die gute Zusammenarbeit der Sozialberatung mit dem Jobcenter und „auf die Suche nach guten Lösungen für jede einzelne Person“ Dabei können die eingesetzten Paten helfen und auch Angebote wie Walkingtreff, Sport oder Kinotage um die Menschen aus ihrer Isolation zu holen und den Blick statt auf Defizite auf Fähigkeiten und neue Möglichkeiten zu lenken.
 
 Ein zweites aktuelles Thema ist die Sozialberatung für Asylsuchende, für die anfangs nur das Diakonische Werk dem Landkreis ein Konzept vorgelegt hatte. Heute beteiligt sich auch Caritas an der Sozialberatung, die keine primär staatliche Aufgabe sei und von den Wohlfahrtsverbänden unabhängiger gestaltete werden könne. Die Organisation und Verwaltung an den Gemeinschaftsunterkünften werde durch den Landkreis gewährleistet und die Wohlfahrtsverbände sorgen für die Beratung und soziale Betreuung die an einzelnen Standorten der Flüchtlingsunterkünfte dezentral geleistet wird. Hierbei sei eine Fachkraft für ca. 120 Personen zuständig. Neben der sozialen Einzelfall-Beratung und Begleitung der Asylsuchenden ist es zunehmend wichtiger, mit den ehrenamtlichen Arbeitskreisen zusammen zu arbeiten und sie zu unterstützen z.B. durch Gesprächskreise, Schulungen oder durch Vernetzung. Diese vielfältigen Arbeiten benötige Vorlaufzeit und Einarbeitung, um geeignete Bewerber zu finden. Auch mache sich hier der Fachkräftemangel bemerkbar, da sozialpädagogische Fachkräfte auch in der Schulsozialarbeit und in der Kindertagesbetreuung gebraucht werden. MdB Dr. Dorothee Schlegel sprach die Zielgruppe unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und die Sprachförderung an: „Sie sind wichtige Aufgabenbereiche und Herausforderungen für Bund, Land und Kreis“. Dabei sei der Einsatz der Ehrenamtlichen eine große Hilfe und trage zu einer offenen Willkommenskultur und einer schnelleren Integration bei. „Ohne Grundkenntnisse der deutschen Sprache, ist es schwierig, die fast ausschließlich besonders arbeitwilligen Flüchtlinge in Arbeit zu vermitteln“ stellte Kreisrat Ralf Schnörr fest. Dabei könne gerade das Handwerk dringend Fachkräfte und auch Auszubildende gebrauchen.
 
 Heide Lochmann dankte Guido Zilling nach einer intensiven Diskussionsrunde für das Gespräch, das einmal mehr deutlich macht, wie wichtig das vielfältige Zusammenspiel aller Kräfte vor Ort ist und eine ausreichende Anzahl von Sozialarbeitern, um den vor Krieg und Gewalt geflohenen Menschen bestmöglich zu helfen.
 
 Vorberaten wurden die anstehenden Kreistagsausschüsse, wobei das Thema Biomülltonne, das unter der Vorgängerbundesregierung Gesetz wurde, einen breiten Raum einnahm. Wie Kreisrat Karlheinz Graner betonte, unterstützt die SPD-Fraktion das Konzept der „restmüllfreien Tonne“ und befürwortet die Gestaltung von Übergangsphasen ebenso wie die Stärkung der Abfallwirtschaft des Kreises.

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