Millionengewinne für die H-O-T Region

Abschlusskongress der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber am 16 Juli in Ravenstein-Merchingen
 
 
 
 Merchingen. (pm) Nach sechs Jahren erfolgreicher Arbeit zieht die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) Bilanz. Ende des Monats läuft die Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus. Über 700.000 Euro an Bundesfördermitteln sind in den letzten sechs Jahren in die Region, bestehend aus den drei Landkreisen Hohenlohe, Neckar-Odenwald und Main-Tauber, geflossen. Das Geld war ausdrücklich an den gezielten Aufbau von Netzwerk- und Kommunikationsstrukturen gebunden. Der Plan ging auf, durch die gezielte Öffentlichkeitsarbeit konnten die Menschen sowie Städte und Gemeinden für Investitionen in eine Energiewende mit außergewöhnlich hoher regionaler Wertschöpfung gewonnen werden.
 
 Wo die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber heute steht, das wurde jetzt zum Ende der Bundesförderung mit dem Online-Wertschöpfungsrechner der Agentur für Erneuerbare Energien ermittelt. Dieser Rechner wurde eigens für die 21 Bioenergie-Modellregionen programmiert. Wertschöpfung ist dabei die Summe aller Gewinne, Einkommen und Steuern. Laut dem Online-Rechner liegt die Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien in der H-O-T Region alleine im Jahr 2014 bei fast 32 Millionen Euro. „Das Ergebnis übertrifft all unsere Erwartungen“, freut sich H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. Er und sein Team sind stolz darauf, bei vielen der realisierten Projekte, die jetzt Gewinne erwirtschaften, unterstützend tätig gewesen zu sein.
 
 Alleine die strom- und wärmeerzeugenden Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Region decken den Stromverbrauch von über zweihundertfünfzigtausend Durchschnittshaushalten. Außerdem wird der Wärmeverbrauch von rund dreiunddreißigtausend Durchschnittshaushalten abgedeckt. Über die Stromerzeugung aus nachhaltigen Energieträgern wie Holz, Biogas, Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik werden innerhalb eines Jahres Gewinne von rund 22 Millionen Euro erzielt. Im Bereich der Wärmeerzeugung werden jährlich etwa 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Gewinne aus der Erzeugung von Biomassebrennstoffen (z.B. Holzhackschnitzel, Pellets und Scheitholz) liegen bei über 8 Million Euro.
 
 Der große Vorteil der regionalen Wertschöpfungsgewinne ist, dass das Geld zum großen Teil in der Region bleibt und die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärkt und so die Kaufkraftbindung deutlich erhöht. Die Erneuerbaren Energien verbessern zudem nicht unwesentlich die Klimabilanz der Region: Jährlich werden durch die regionalen Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien weit über achthunderttausend Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart.
 
 „Der erfolgreiche Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region wäre ohne das herausragende Engagement der vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich größtenteils ehrenamtlich engagiert haben, nicht möglich gewesen“, unterstreicht H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. H-O-T kann heute mit Stolz auf über 40 entwickelte Projekte in der Region verweisen. So haben sich beispielsweise elf Ortschaften auf den Weg zum Bioenergiedorf gemacht, zahlreiche Kommunen in allen drei Landkreisen haben sich von H-O-T energetisch beraten lassen.
 
 Auch die Beratung von landwirtschaftlichen Betrieben blieb nicht ohne Erfolg, entstanden sind über 100 innovative Anbauprojekte mit insgesamt 80 Hektar Fläche für Nachwachsende Rohstoffe. Dazu gehören unter anderem die Energiepflanze Durchwachsene Silphie, schnellwachsende Hölzer wie Pappeln und Weiden, oder Wildpflanzenmischungen. Außerdem wurden wissenschaftliche Kooperationen mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) und der Universität Hohenheim auf dem Weg gebracht.
 
 Auf dem Abschlusskongress zum Ende der Bundesförderung will die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber am kommenden Donnerstag, den 16. Juli, gemeinsam mit Ihren Unterstützern und Netzwerkpartnern im Schloss in Ravenstein-Merchingen auf die vergangenen sechs Jahre zurückblicken. Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit der Frage „H-O-T Quo Vadis – Wie geht es mit unserer Modellregion weiter?“ Außerdem informiert das baden-württembergische Umweltministerium über die Fördermöglichkeiten von Wärmenetzen und es werden Einsatzmöglichkeiten von solarthermischen Großanlagen aufgezeigt. Abgerundet wird der Kongress mit einer Exkursion zur solaren Nahwärmeversorgung in Ravenstein-Merchingen. Der Kongress beginnt um 9 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist allerdings erforderlich – entweder per E-Mail an info@bioenergie-hot.de oder telefonisch unter 06281 / 906 800.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: