Weltbürgerin begeistert Fünftklässler


(Foto: pm)

Osterburken. (pm) Dieser Tage besuchte die niederländische Weltbürgerin Marie-Therese Schins aus Hamburg die Klassen 5b und 5d des GTO. Neben einer Lesung aus ihrem Buch „Ich will keinen Krieg“ begeisterte sie ihre jungen Zuhörer mit ihren – bildreich untermalten – biographischen Einblicken aus dem Leben der Menschen in Syrien kurz vor und während des Bürgerkriegs.

Nahezu unbekannt, so Schins, sind neben der exzellenten Küche im Libanon und in Syrien die prachtvollen, von außen nicht erkennbaren, Gärten in den Innenhöfen der Gebäude in Damaskus. Viele dieser Gebäude sind bereits tausend Jahre alt.

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Besonders bewegend waren Fotos von Kindern, die in den Workshops von Marie-Therese Schins ihre traumatischen Erfahrungen mit dem Krieg mit Hilfe der Malerei verarbeiten konnten. Gerade für Mädchen, die sich nicht über ihre Gefühle artikulieren dürfen, war es einmalig, sich auf diese Weise öffnen zu können, so Schins.

„Kinder in Syrien und Libanon zeigten mir in Workshops durch ihre Bilder und Texte, wie sehr sie ihre Heimat lieben, dass sie Angst vor dem Krieg haben und trotzdem weiter hoffen, dass dieser Krieg bald aufhört. Denn eigentlich möchten sie gar nicht fort.“

Eindrucksvoll machte sie den Kindern das Glück, in Frieden leben zu können, anhand ihres Buches, das aus der Sicht eines neunjährigen syrischen Jungen geschrieben ist, deutlich.

Der neunjährige Shady lebt zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester Shereen nahe der Omayyaden-Masjid-Moschee und den berühmten Souqs (Märkten) in Damaskus und muss vor dem Krieg in den Libanon fliehen. Sein Vater will als Arzt so lange wie möglich in Syrien bleiben, um den Verletzten zu helfen. Religion und Rasse spielen für ihn keine Rolle, alles sind es Menschen, die dringend seine Hilfe brauchen. Trotz großer Ängste und der allgegenwärtigen Lebensgefahr versucht die Familie nach Homs zu kommen, um den alten und kranken Großeltern beizustehen.

Diese Reise, aber auch die anschließende Flucht in den Libanon, geschieht, ohne das Ende abzusehen. Er hofft, dass er im Libanon bleiben kann, bis in Syrien keine Bomben mehr fliegen und keine Menschen mehr getötet werden. Denn er möchte zurück in seine Heimat.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein absolut lesenswertes Buch für Kinder von der dritten bis sechsten Klasse.

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