Gegen „Frauen-Beschwerden“ lässt sich etwas tun

(Symbolbild – Pixabay)

AOK-Statistik zeigt: Endometriose nimmt weiter zu, kann jedoch behandelt werden – Hilfe ist möglich, sobald eine Diagnose gestellt ist

(pm) Es ist eine Krankheit, die nur Frauen ereilt – und die bei diesen die unterschiedlichsten Symptome auslöst. So spüren manche von Endometriose Betroffene lange gar nichts davon, und die Krankheit wird erst entdeckt bei der Diagnostik eines unerfüllten Kinderwunsches. Andere Frauen dagegen erleiden dadurch nahezu unerträgliche Unterleibsschmerzen – die oft zusammen mit der Regelblutung oder dem Geschlechtsverkehr auftreten. Generell gilt: Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter, also ab der ersten Regelblutung bis zur Menopause. Jetzt von der AOK Baden-Württemberg ermittelte Daten belegen: Die Zahl der davon betroffenen Frauen ist seit 2013 durchschnittlich um 4,1 Prozent pro Jahr angestiegen.

Ursache für eine Endometriose sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese können vorkommen, ohne dass die betroffene Frau etwas davon spürt – während andere von der chronischen Erkrankung betroffene Frauen starke Schmerzen verspüren und dadurch ihre Fruchtbarkeit vermindert wird. Viele Frauen versuchen, mit ihren Schmerzen zurechtzukommen – und nicht wenige glauben, selbst stärkste Schmerzen seien normal und gehörten zur Regelblutung dazu. Laut Statistik vergehen vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung durchschnittlich sechs Jahre.

Durch Endometriose entstandene Unterleibsschmerzen können unterschiedlich stark sein und in den Unterbauch, den Rücken und die Beine ausstrahlen. Oft verlaufen sie krampfartig und können von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Viele betroffene Frauen fühlen sich durch die immer wiederkehrenden Unterleibsschmerzen in ihrer Weiblichkeit beeinträchtigt.

Vor allem jungen Frauen fällt es dadurch schwer, ein positives Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr erschweren eine lustvolle Sexualität; chronische Schmerzen können zu Müdigkeit, Reizbarkeit oder depressiven Verstimmungen führen. Zudem kann eine ausgeprägte Endometriose Grund dafür sein, dass sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Erst wenn die Diagnose gestellt ist, kann eine entsprechende Behandlung die Schmerzen lindern oder verschwinden lassen. Hinzu kommt, dass Endometriose eine gutartige Erkrankung ist – was für die meisten Frauen nach dieser Erkenntnis eine große Entlastung bedeutet. Oft können dann Hormone das Wachstum der Endometriose-Herde bremsen. Zudem ist auch eine Operation möglich, bei der die Krankheits-Herde beseitigt werden. Gelingt dies, werden dadurch die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessert.

Der Blick auf die Statistik zeigt, dass 2017 über 13.800 bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Frauen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren wegen Endometriose in ambulanter oder stationärer Behandlung waren. Dies entspricht 1,1 Prozent aller versicherten Frauen. Die Krankheitshäufigkeit ist bei Frauen im gebärfähigen Alter am höchsten. Sie steigt zwischen dem 15. und dem 45.Lebensjahr auf bis zu 1,8 Prozent an.

Die von der AOK unter ihren Versicherten für den unmittelbaren Bereich des Neckar-Odenwald-Kreises ermittelten Zahlen zeigen, dass auch hier in den zurückliegenden Jahren immer mehr Frauen wegen Endometriose in Behandlung waren. 2013 waren es 182; danach stieg die Zahl im Verlauf von vier Jahren kontinuierlich an und lag 2017 bereits bei 214 betroffenen Frauen.

 Die AOK betont, dass für von Endometriose betroffene Frauen Unterstützung durch Familie, Partner oder Freunde wichtig ist, damit sie mit der Krankheit und ihren Folgen umgehen können. Versicherte haben die Möglichkeit, bei lebensverändernden Diagnosen wie Endometriose eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen, um die eigene gesundheitliche Situation besser zu verstehen und sich für die am besten geeignete Therapie zu entscheiden. Die AOK hilft ihren Versicherten, schnell die zweite ärztliche Meinung eines Spezialisten zu bekommen.

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