Grüne fordern Verbesserungen im ÖPNV

Kreistagsfraktion kommt erstmals zusammen

Schefflenz. (pm) Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hat sich in Schefflenz im Tagungshaus Circampulus konstituiert. Mit nun sieben Sitzen sind die Grünen in jedem Wahlkreis vertreten und werden in den Ausschüssen des Kreistags mit je zwei Personen vertreten sein.

Schon in der ersten gemeinsamen Sitzung stiegen die frisch gewählten Kreisrätinnen und Kreisräte zusammen mit der alten Fraktion in die Inhalte ein. Besonders bewegt, neben der Gesundheitsversorgung als Daseinsvorsorge, Abfallwirtschaft und Kreisschulen, der öffentliche Verkehr. Ohne ein attraktives Angebot, das nicht unter Landesstandard liegen darf, besteht kein Anreiz auf den motorisierten Individualverkehr zu verzichten, definiert die alte und neu bestätigte Fraktionsvorsitzende Simone Heitz.

Und aktuell besteht Handlungsbedarf, wie Amelie Pfeiffer und Andrea Schulz, insistieren, denn das Verkehrsministerium hat im April ein finanziell umfassend unterfüttertes Programm zur Reaktivierung bzw. Aufwertung von Schienenstrecken ausgelobt. Die Krebsbachtallinie ist dabei, freut sich Simone Heitz, der der Lückenschluss zwischen Obergimpern und Babstadt schon seit 25 Jahren ein Herzensanliegen ist, doch nicht so die Madonnenlandbahn.

Nach Einschätzung der Kreistagsfraktion stehen die Chancen, den Fahrplan der Madonnenlandbahn im Rahmen des Reaktivierungsprogramms des Landes auf ein höheres Niveau zu heben, höher denn je. Dabei geht es nicht um den großen Wurf, der mit Land und benachbarten Landkreise bereits angeschoben wird, sondern es geht um eine zusätzliche, flankierende, schnell umzusetzende Lösung, so die alten und zukünftigen Kreisräte und Kreisrätinnen und stellen fest, dass zumindest förmlich die Voraussetzungen für eine Förderung innerhalb des Reaktivierungsprogramms des Landes erfüllt sind. Daher muss der Landkreis schleunigst die Mängel im Fahrplan gegenüber dem Verkehrsministerium deutlich benennen.

Das könne nicht bis zur nächsten Sitzung von Wirtschaft, Umwelt und Verkehr im Oktober warten, so Kreisrätin Pfeiffer und beklagt, dass auch im neuen Fahrplan gemäß der Ausschreibung werktags ein Linienbetrieb gefahren wird, der auf den Schülerverkehr abgestimmt ist, ohne geregelten Stundentakt und mit Betriebsende um 20:00 Uhr. Damit wird das Minimum nach Landesstandard mit einem stündlichen Linienbetrieb von 5:00-24:00 Uhr weit verfehlt, ganz zu schweigen von dem Wochenendfahrplan, der auf einen Zwei-Stundentakt zu Ausflugszeiten beschränkt ist.

Im Antrag fordert die grüne Kreistagsfraktion den Neckar-Odenwald-Kreis auf diese Strecke umgehend für das Reaktivierungsprogramm des Landes nach zu melden und sich die ausgelobten zusätzlichen Streckenkilometer vom Land finanzieren zu lassen. Ein weiterer Schienenverkehrsdiskussionspunkt war der Regionalexpress (RE) Heilbronn-Würzburg.

Die Strecke Stuttgart-Würzburg wird bisher über Möckmühl geführt, mit den bekannten Problemen mit der kurzfristig wohl nicht zu beseitigenden Engstelle in Züttlingen.

In derselben Fahrzeit könnte der RE aber auch über Mosbach geführt werden, was ja als Ausweichstrecke bisher schon ab und an gemacht wurde.

„Wir regen daher dringend im Sinne unserer Raumschaft an, baldmöglichst Gespräche mit allen Beteiligten zu führen und diese Lösung ins Spiel zu bringen“, bekräftigt Kreis- und Stadtrat Timo Riedinger. Mit dieser Umlenkung des RE über Mosbach und Halt am Knotenpunkt Seckach erwartet die grüne Kreistagsfraktion auch gravierende Verbesserungen in der Anbindung der Madonnenlandbahn und verdichtet den bestehenden S-Bahn-Verkehr mit einer Schnellverbindung.

Darüber hinaus sollte die Linie Adelsheim- Möckmühl mit einem Bus im Stundentakt bis 24 Uhr an den RE angebunden werden, ergänzt Daniel Modersohn. Im Neckartal hoffen die Grünen im Kreistag des NOK zum Fahrplanwechsel auf die Flügelung und Zusammenführung des RE Mannheim-Heilbronn der Fahrzeuge in Bad Friedrichshall und Zusammenführung Neckargemünd und damit auf einen Stundentakt in neuen Fahrzeugen.

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