Der Stundentakt kommt

Bahnhof Osterburken. (Foto: pm)

Probebetrieb auf der Frankenbahn zwischen Osterburken und Lauda startet im Dezember

Osterburken/Lauda.  (pm) Was mit dem gemeinsamen Forderungspapier des Neckar-Odenwald-Kreises und des Main-Tauber-Kreises sowie vielen regionalen Unterstützern im Jahre 2017 begann und in einer Demonstrationsfahrt im Juli 2018 mündete, erfährt auf der Frankenbahnstrecke zwischen Osterburken und Lauda zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember jetzt seine Umsetzung. Der Stundentakt kommt.

Die beiden Landkreise und das für den Schienenverkehr zuständige baden-württembergische Verkehrsministerium werden dazu gemeinsam auf dem Teilstück zwischen Osterburken und Lauda zunächst probeweise für drei Jahre den Regionalbahnverkehr deutlich ausweiten.

„Wir sind froh darüber, dass dieses wichtige Etappenziel erreicht ist“, unterstreicht Landrat Dr. Achim Brötel, der zugleich allerdings auch unmissverständlich darauf hinweist, dass jetzt die Region in der Pflicht steht: „Nur wenn wir verlässlich mehr als 500 Fahrgäste pro Tag nachweisen können, wird aus dem Probebetrieb auch ein Dauerbetrieb werden. Das muss allen Beteiligten klar sein“.

Derzeit findet auf dem Teilstück zwischen Osterburken und Lauda nur in sehr geringem Umfang Regionalbahnverkehr statt, der noch dazu deutlich hinter dem Landesstandard zurückbleibt. Auf diesen Umstand hatten die Landkreise seinerzeit mit dem Papier hingewiesen und das Land aufgefordert, seinem selbst festgelegten Bedienungsstandard nachzukommen. Diesen erfüllen bisher nur die Regionalexpresszüge zwischen Würzburg und Stuttgart, die zwar in Osterburken und Lauda halten, jedoch nicht in Rosenberg, Eubigheim, Wölchingen und Königshofen. Deshalb hat die kommunale Forderung darauf abgezielt, eben diese Städte und Gemeinden künftig ebenfalls stündlich mit Regionalbahnen zu bedienen.

Der dreijährige Probebetrieb sieht nun vor, dass an Werktagen in der Zeit von circa 5 Uhr bis 21 Uhr stündlich zwischen Osterburken und Lauda sowie Lauda und Osterburken eine Regionalbahn verkehrt und die bisherige Lücke auf der Strecke korrigiert.

„Auf Drängen des Landes, dem eigentlichen Aufgabenträger für den Schienennahverkehr, haben sich die Kreise entschlossen, hier für einen begrenzten Zeitraum in die Mitfinanzierung einzusteigen“, betont Brötel. Entsprechend steuern die beiden Kreise in den drei Jahren insgesamt knapp drei Millionen Euro bei. „Wir sind fest davon überzeugt, dass es im ländlichen Raum zusätzlicher Mobilitätsangebote auf der Schiene bedarf.

Es liegt aber jetzt an uns, dieses Angebot auch zu nutzen“. Denn genau daran ist ein Weiterbetrieb nach den drei Probejahren gekoppelt. Das Land sagt vertraglich eine alleinige, also für die Landkreise kostenfreie Weiterfinanzierung nämlich nur für den Fall zu, dass eine Nachfrage von mindestens 500 Fahrgästen pro Tag erreicht wird. „Wenn diese Fahrgastzahlen nicht erreicht werden, ist das Angebot schneller wieder weg als es da war. Eine dauerhafte kommunale Mitfinanzierung können wir jedenfalls nicht leisten“, so Brötel.

Deshalb liege es jetzt an der Bevölkerung im Umland der Frankenbahn, durch die rege Nutzung für den dauerhaften Erhalt der Streckenbedienung zu sorgen. Rund um den Betriebsstart werde man die neue Verbindung auf jeden Fall entsprechend öffentlichkeitswirksam bewerben.

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