Rechtfertigen smarte Küchengeräte hohe Anschaffungskosten?

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(Symbolbild – geralt/Pixabay)
Eine Beurteilung , die aus vielen verschiedenen Perspektiven gefällt werden kann. Jede dieser Perspektiven fördert Vorurteile, die einer nüchternen Betrachtung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von neuen Küchengeräten im Weg stehen können. Wer sich seine Perspektiven und die dadurch geförderten Beurteilungs-Verzerrungen bewusst macht, kann besser beurteilen, ob und wann sich hohe Anschaffungskosten für ein Küchengerät lohnen:

1. Neue Küchentechnik, um jeden Preis?

Bei vielen Menschen kommt in der Küche der Technik-Freak durch, mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Faible für gutes Design. Die Küche steht schon voller Geräte, und es werden ständig mehr; was nicht immer viel mit einem gehobenen Interesse an der Nahrungszubereitung zu tun hat.

Diese Menschen laufen Gefahr, smarte neue Küchengeräte gerade wegen ihrer hohen Anschaffungskosten zu kaufen (weil sie dann bestimmt im Trend liegen) – da die alten Lieblinge aber auch alle ganz besondere Anschaffungen waren, ist in der Küche bald kein Platz mehr zum Kochen. Hier gilt es, „einen Gang zurückzuschalten“ und jedes neue Küchengerät vor der Anschaffung ganz sachlich durchzuprüfen:
– Wie sieht es mit der Energieeffizienz aus?
– Welche Vorteile führt dieses Gerät gegenüber seinen Vorgängern ins Feld, sind diese Vorzüge nachvollziehbar?
– Lässt sich das neue Gerät gut und einfach nutzen und reinigen (ggf. im nächsten Elektromarkt live besichtigen/ausprobieren)
– Muss es auf- und abgebaut werden oder kann es einfach benutzt werden?

Wenn diese Technik-Freaks zugleich exzellentes Essen zubereiten möchten, haben sie nichts gegen hohe Anschaffungskosten – wenn diese beweisen, dass sie gerechtfertigt sind (was sie in der Regel gerade bei gründlicher Prüfung tun).

2. Neue, smarte Küchengeräte für „unkontrollierte Elektroparks“

Etliche Menschen hatten bisher keine Zeit und/oder kein Interesse, sich wirklich gründlich mir der Zubereitung der eigenen Nahrung zu beschäftigen. Sie bringen Essen auf den Tisch, das nach mehr oder weniger fachkundig verfassten Rezepten und zahlreichen aufgeschnappten Tipps zubereitet wird – und nutzen dabei einen bunten, nach und nach gewachsenen Maschinenpark. Neue Küchengeräte werden von vornherein mit Misstrauen betrachtet, weil in der Küche eigentlich gar kein Platz für noch ein neues Küchengerät ist.

Für solche Menschen empfiehlt sich eine „General-Inventur“, wenn sie wirklich von den smarten Küchengeräten der neuesten Generation profitieren wollen:
– Welche Küchengeräte werden wirklich genutzt und welche stehen nur herum?
– Kann ein neues Küchengeräte mehrere Funktionen alter Geräte in sich vereinen?
– Welche dieser Funktionen werden wirklich gebraucht, welche lassen sich eigentlich viel besser mit einem einfachen Handgerät erledigen?
– Sollte vielleicht vor der endgültigen Küchen-Neuplanung ein Kochkurs besucht werden – auch, um sich anzusehen, welche Küchengeräte Profis mit Gewinn nutzen?

Wenn der vorläufige Plan für eine ordentliche, sinnvolle, ästhetisch gestaltete Küche steht, kann das Preis-Leistungs-Verhältnis eines neuen Küchengeräts nüchtern beurteilt werden:
– Kann das neue Küchengerät eines oder vielleicht sogar mehrere der alten Geräte ersetzen?
– Wie viel Energie kann gegenüber diesen Vorgänger-Geräten gespart werden?
– Wiegen die zusätzlichen Funktionen des etwas größeren, wirklich smarten neuen Küchengeräts den Mehrbedarf an Platz auf?
– Sind das Image einer bestimmten Marke bzw. ihr Design vergleichsweise hohe Anschaffungskosten wert?
– Stehen ungewöhnlich hoch erscheinenden Anschaffungskosten nachvollziehbare Vorteile des neuen Küchengerätsgegenüber?
Und so weiter … durchdachtes, nicht übereiltes Vorgehen kann hier zu einer erfreulich leeren, aber sehr viel besser nutzbaren Küche führen.

3. Smarte Küchengeräte für Könner

Menschen, die richtig kochen gelernt haben, können mit einem großen Brett und einem guten Küchenmesser, einer Edelstahlschüssel und einem Schneebesen eine viergängige Spitzen-Mahlzeit zubereiten. Ihre gemütliche, aber auch ordentliche Küche zeigt Kräuter und Gewürze, Gemüse und Obst, Bilder und Pflanzen; aber keine Spuren eines wilden, vor sich hin staubenden Elektroparks. Sie neigen deshalb zu der Auffassung, dass sich die Anschaffung von Küchengeräten überhaupt nur sehr selten lohnt.

Hier lauert die Falle im eigenen Können: Auch so mancher Vollprofi bereitet einzelne Spezialitäten, Teige und Massen auf eine Art und Weise zu, bei der er durch Nutzung eines smarten Küchengeräts viel Zeit und/oder Kraft sparen könnte.

Solche Menschen sollten sich umsehen bei den neuen Entwicklungen: Vielleicht wurde inzwischen genau der Küchenmaschinen-Zusatz oder das Spezialgerät erfunden, die ihnen gerade die nicht so beliebten Arbeiten abnimmt. Solche Küchengeräte könnten die tägliche Arbeit in der Küche optimieren.

Bei möglicherweise interessanten neuen Küchengeräten sollte dann vor allem die Nutzungseffizienz genau unter die Lupe genommen werden. Wenn es sich um ein wirklich smartes neues Küchengerät handelt, kann der Könner meist in den Erfahrungen anderer Könner nachlesen, warum sich die Anschaffung wirklich lohnt. Wichtig ist hier natürlich auch noch, dass sich das neue Küchengerät ästhetisch ins freundliche Arbeitsumfeld einpasst – auch ein Argument, sich den Küchengeräten der neuesten Generation anzunähern, deren Design inzwischen jeden 50er-Jahre-Plastik-Mief abgelegt hat. Energieeinsparung gegenüber alten, nicht gerade energiesparenden „Geräte-Monstern“ spielt hier meist keine Rolle, die gewöhnlich geringen (zusätzlichen) Energiekosten eines neuen Küchengeräts können hier aber ins Verhältnis zur eingesparten (Arbeits-) Zeit gesetzt werden …

Fazit:

Gerade die smarten neuen Küchengeräte, die hohe Anschaffungskosten verursachen, können Küchen sinnvoll bereichern. Der Nutzer muss nur sorgsam auswählen, warum er welches hochpreisige Gerät anschafft.

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