„Bürger leben in sicherer Region!“

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Polizei steigert Aufklärungsquote auf ein Fünf-Jahres-Hoch – Neckar-Odenwald-Kreis ist schlechtes Pflaster für Straftäter

(ots) „Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn leben in einer sicheren Region“ lautet die Botschaft von Polizeipräsident Hans Becker anlässlich der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 für den Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn.

Nachdem der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl vor einigen Tagen die ebenfalls positiv ausfallenden landesweiten Statistikdaten für Baden-Württemberg bekanntgegeben hat, wurden die regionalen Zahlen für den Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn am heutigen Freitag veröffentlicht. „Insgesamt kann die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Polizeipräsidium Heilbronn als positiv bezeichnet werden. Die Fallzahlen sind zwar minimal um 0,4 Prozent angestiegen, gleichzeitig konnten wir aber die Aufklärungsquote auf ein Fünf-Jahres-Hoch steigern und liegen über dem landesweiten Durchschnitt“, lautet die Kernaussage des Dienststellenleiters.

„Die Ergebnisse zeigen uns, dass meine Kolleginnen und Kollegen sehr gute Arbeit leisten. Die Veränderungen im Kriminalitätsgeschehen zeigen uns aber auch, wo wir unsere personellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen müssen“, so Hans Becker weiter. Zu der guten Aufklärungsquote, die um 1,2 % auf 62,4 % gesteigert werden konnte, kommt die erfreuliche Tatsache, dass die Stadt Heilbronn zum dritten Mal in Folge im Vergleich aller Stadtkreise Baden-Württembergs die sicherste Großstadt ist.

Das ist vor dem Hintergrund, dass im Jahr 2019 als besondere Herausforderung auch seitens der Polizei die Bundesgartenschau mit 2,2 Millionen Besucher betreut werden musste, besonders erwähnenswert. Im Vergleich aller Dienststellen in unserem Bundesland ist das Polizeipräsidium Heilbronn im Ranking der sichersten Polizeipräsidien des Landes von Platz drei auf Platz zwei, hinter dem zum 01. Januar 2020 aufgelösten Polizeipräsidium Tuttlingen, vorgerückt.

Die Dienststelle betreut die Großstadt Heilbronn, den Landkreis Heilbronn, den Neckar-Odenwald-Kreis, den Main-Tauber-Kreis und den Hohenlohekreis. Das ist mit 4.400 Quadratkilometern der flächenmäßig größte Zuständigkeitsbereich in Baden-Württemberg in dem insgesamt über 855.000 Menschen leben. Der Präsidiumsbereich ist sowohl ländlich als auch städtisch geprägt. Diese Faktoren wirken sich auf die Kriminalität beziehungsweise Kriminalitätsbelastung aus, weshalb einzelne Deliktsbereiche differenziert betrachtet werden müssen.

Höchste Aufklärungsquote des Landes im Neckar-Odenwald-Kreis – Zahl der Diebstahlsdelikte im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn rückläufig

Die landesweit höchste Aufklärungsquote im Vergleich aller 44 Land- und Stadtkreise ist mit 68,1 Prozent im Neckar-Odenwald-Kreis zu verzeichnen. „Eine nochmalige Steigerung auf die wir stolz sind und mit der wir zufrieden sein können“ bewertet Polizeipräsident Hans Becker diese Zahl. (Kriminalitätsstatistik für den Neckar-Odenwald-Kreis)

Die Kriminalitätsbereiche verändern sich laufend. Schon seit Jahren sinkend ist die Zahl der Diebstahlsdelikte im gesamten Zuständigkeitsbereich. Die Anzahl ging hier um 152 Fälle auf 9.123 Straftaten zurück. Die gleichwohl steigenden Zahlen im Stadt- und Landkreis Heilbronn sind auf die Teildeliktsbereiche „Diebstahl aus Kfz“ und „Diebstahl aus Automaten“ zurückzuführen. Eine eigens eingerichtete Ermittlungseinheit bei der Kriminalpolizei kümmert sich seit Jahren erfolgreich um genau diese Deliktsfelder. Die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten liegt über dem Landeswert.

Erneut gute Zahlen kann das Polizeipräsidium Heilbronn bei der Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität aufweisen. Die Gesamtzahl ist zwar um 7 Taten auf 346 gestiegen, von den Fällen endeten aber 161 im Versuchsstadium und 21,7 % der Einbrüche konnten aufgeklärt werden. „Dass wir mit der Aufklärungsquote im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls über dem Landesdurchschnitt von 20,5 % liegen, ist ein Resultat des seit mehreren Jahren angewandten Intensivkonzepts beim Polizeipräsidium Heilbronn“, erklärt der Leiter der Kriminalpolizei Heilbronn, Thomas Schöllhammer. Der Leitende Kriminaldirektor bekräftigt, dass sich der ganzheitliche Ansatz aus Präventionsmaßnahmen, offensiver Öffentlichkeitsarbeit und der akribischen Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler seit mehreren Jahren bewährt hat und dazu beiträgt, dass das Heilbronner Polizeipräsidium erneut einen Spitzenplatz bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls belegt.

Straftaten im öffentlichen Raum sinken insgesamt

„Wir wissen, dass nicht nur die Zahlen des Wohnungseinbruchsdiebstahls, sondern auch die Straftaten im öffentlichen Raum das Sicherheitsgefühl nachhaltig prägen. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass die Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum deutlich zurückgegangen sind“, erklärt Polizeipräsident Becker die Zusammenhänge.

Es gibt zwar einen leichten Zuwachs bei der Straßenkriminalität, der vor allem aus einer Steigerung der Diebstahlszahlen resultiert, die Zahl der Aggressionsdelikte ging aber um 6,2 % auf 1449 Fälle zurück, nachdem zuletzt in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Zunahmen zu verzeichnen waren. Vermutlich wäre hier die Bilanz sogar noch besser gewesen, denn die Aggressionsdelikte, zu denen beispielsweise Gewaltkriminalität, Körperverletzungen und tätliche Angriffe im öffentlichen Raum gehören, gingen fast im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zurück.

Zu schaffen machte den Ermittlerinnen und Ermittlern allerdings eine Jugendgruppierung aus Mosbach, die für eine Vielzahl der 38 dort registrierten Fälle verantwortlich ist und somit die deutliche Steigerung in diesem Bereich im Neckar-Odenwald-Kreis mitverursacht hat. Mit gezielten Präsenz- und Präventivmaßnahmen konnte zwischenzeitlich erreicht werden, dass auch die dortigen Zahlen sinken.

„Weiterhin inakzeptabel ist für mich als Dienststellenleiter die hohe Zahl der Straftaten gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte“, kommentiert Hans Becker die Werte in diesen Deliktsbereichen. Die Fälle der Gewalt gegen Polizeibeamte ging zwar um 10 Fälle leicht nach unten, dennoch liegt der Wert deutlich über dem Schnitt der letzten 5 Jahre. Gestiegen ist die seit 2016 statistisch erfasste Zahl der Gewalt gegen Rettungskräfte von 5 auf 15 Fälle. „Es ist besonders verwerflich, dass ausgerechnet diejenigen die helfen sollen, selbst Opfer von Gewalttätigkeiten werden. Wichtig ist, dass derartige Delikte konsequent verfolgt und durch die Justizbehörden entsprechend geahndet werden.“

Besonders im Fokus der Polizei Heilbronn: Anrufstraftaten

Ganz perfide ist die Vorgehensweise von Tätergruppierungen in den Phänomenbereichen „Enkeltrick“ und „angeblicher Polizeibeamter“. Kriminelle machen sich das gute Ansehen der Polizei und die Unsicherheit meist älterer Menschen zu Nutze um an deren Daten und letzten Endes an deren Geld und Wertsachen zu gelangen.

Die Betrugsfälle „Enkeltrick“ sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Die Betrugsfälle „Falscher Polizeibeamter“ sind zwar zurückgegangen, dennoch erbeuteten die Täterinnen und Täter fast 300.000 Euro von ihren Opfern. „Auf Grund des starken Anstiegs der Fallzahlen, der organisierten Vorgehensweise und der hohen Schadensbeträge einzelner Taten gelangten die Phänomenbereiche in unseren besonderen Fokus“, erklärt der Leiter der Kriminalpolizei, Thomas Schöllhammer.

Die Maßnahmen des Polizeipräsidiums Heilbronn wurden auf eine intensive Bekämpfung dieser Phänomene ausgerichtet. „Einerseits wurde die Sachbearbeitung bei der Kriminalpolizei zentralisiert, parallel dazu verstärkte das Polizeipräsidium Heilbronn seine Maßnahmen in einem eigens aufgelegten Präventionskonzept in diesem Bereich“, so der Leitende Kriminaldirektor weiter. Gezielt wurde an Seniorinnen und Senioren sowie deren Umfeld herangetreten, um für die Gefahren, welche von den Tätergruppierungen ausgehen, zu sensibilisieren.

Mehrere Festnahmen und der Umstand, dass rund 98 % der Taten im Versuchsstadium blieben, bestätigen das Polizeipräsidium Heilbronn in seiner Arbeit. Allerdings dürfte die Dunkelziffer in diesem Deliktsfeld hoch sein. Das Konzept „Telefonbetrug“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt

„In der Gesamtschau bin ich mit unseren Zahlen sehr zufrieden. Wir konnten auf vielschichtige Herausforderungen in allen Bereichen der Kriminalität reagieren und damit dafür sorgen, dass es in unserer Heimat sicher ist“, beschließt Polizeipräsident Becker seine Ausführungen. „Noch bedeutsamer ist dieser Aspekt, wenn man berücksichtigt, dass wir personell immer noch nicht optimal ausgestattet sind. Daran wird sich aber bald einiges ändern.

Ab dem kommenden Jahr stehen uns die starken Ausbildungsjahrgänge zur Verfügung und wir werden uns dann personell deutlich besser aufstellen. Unabhängig von der Personalsituation werden wir auch weiterhin in unserem gesamten Zuständigkeitsbereich verlässlich mit einem zielgerichteten Personal- und Ressourceneinsatz dafür sorgen, dass sich die Bevölkerung sicher fühlen kann – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.“

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