Kartage und Ostern in Corona-Zeiten

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(Foto: privat)

Gemeinschaft wurde spürbar – Gemeinsam beten, hoffen und bitten – Kärren von den Balkonen und musikalische österliche Überraschung

Hettigenbeuern. (sch) Die Osteraktion „Gemeinsam beten, hoffen und bitten“ in der Pfarrkirche St. Johannes und Paulus verdeutlichte über die Kar- und Ostertage: „Auch ohne persönlichen Kontakt kann Gemeinschaft spürbar erlebt werden“.

Die besonderen Tage im Kirchenjahr waren in diesem Jahr, in Zeiten von Corona, für alle sehr außergewöhnlich, fehlten doch die Gottesdienste und Kontakte zu Verwandten, Freunden, Bekannten und der Dorfgemeinschaft. Es wurde aber auch in Hettigenbeuern das Beste aus dieser Situation gemacht, so entstand initiiert und organisiert von Martina Berberich, Pia Berberich und Birgit Neubauer ein Glaubensangebot mit vielen Impulsen.

Die Angebote konnten in der, den ganzen Tag geöffneten Kirche, jeweils alleine von den Gläubigen erlebt und besucht werden. Natürlich wurden hier jeweils die Mindestabstände, das Warten vor der Kirche, falls schon jemand im Gotteshaus war, und weitere Infektionsschutzmaßnahmen beachtet.

Die Angebote enthielten jeweils zahlreiche Impulse auch für Kinder, regten zum Nachdenken an und immer konnte etwas mit „nach Hause“ in den derzeit doch manchmal schwierigen Alltag genommen werden. Der Grundgedanke dieser Idee, einen Ort der symbolischen Gemeinschaft zu schaffen, wurde auf ansprechende Weise umgesetzt. Es bot sich eine Kraftquelle, man fühlte sich eingebunden und es gab die Sicherheit sich vor allem in schweren Zeiten aufeinander verlassen zu können.
Der Auftakt erfolgte am Palmsonntag, wo es in der Kirche und im Friedhof gesegnete Palmsträußchen zum Mitnehmen gab.

Der gemeinsame Weg bis Ostern wurde mit den ersten Bildkarten begonnen, die den Einzug Jesus in Jerusalem darstellten. Fortlaufend wurde in der Karwoche der Leidensweg bis zur Auferstehung an Ostern mit Bildkarten dargestellt, insbesondere ansprechend gestaltet für Kinder, für die es jeweils auch Bildergeschichten und Malvorlagen gab.

Eine Perlenkette verdeutlichte über alle Tage: Gemeinsam sind wir stark. Unter diesem Motto durfte jeder jeweils eine Perle auffädeln, die Farben waren auf den Tag abgestimmt, es entstand eine wunderschöne bunte Kette.
In einem „Dialog“, es lagen Sprechblasen und Stifte aus, hatte man unter verschiedenen Titeln immer die Möglichkeit seine Gedanken, Gefühle, Fragen, alles was einen beschäftigt aufzuschreiben und so zu teilen. Der Gründonnerstag stand unter dem Motto „Gemeinschaft“, Karfreitag „Trauer“, Karsamstag „Unsicherheit“ und Ostersonntag „Freude“.

An Gründonnerstag wurde die Tischgemeinschaft Jesu beim letzten Abendmahl dargestellt und es gab Tipps wie auch in der aktuellen Corona-Situation Gemeinschaft gelebt werden kann, beispielsweise durch Briefe, ein Telefonat, ein Lächeln oder vieles mehr.
Am Karfreitag wurde der Ölberg dargestellt, Am Kreuz konnte jeder seine Last symbolisch durch einen Stein ablegen, es gab hierzu einen Impulstext und mit Blumen konnte das Kreuz verehrt werden. Ein „Segenskreuz“ konnten die Besucher mit nach Hause nehmen.

Am Karsamstag gab es aufmunternde Kärtchen zum Mitnehmen, was einem gerade fehlt: Mut, Hoffnung, Gesundheit oder Liebe.

Am Ostersonntag wurde aus „schwarz“ eine „bunte“ Kirche. Die Osterkerze brannte, es gab kleine Osterkerzen um das Licht mit zu nehmen. Dargestellt wurde die Freude in der Kirche mit vielen bunten Tüchern, erinnernd an einen großen bunten Regenbogen, hier wurde die Osterfreude wirklich spürbar. „Tragt die Freude in Eurem Herzen mit nach Hause“ lautete dann auch die Botschaft auf einem bunten Plakat.

Eingebunden in diese Aktion war auch Kärren an den Kartagen. In „normalen“ Zeiten kärren von Gründonnerstag bis zur Osternacht jeweils die Ministranten und viele Kinder aus dem Morretal als Ersatz für die Kirchenglocken. Auch dies konnte ja in diesem Jahr nicht stattfinden, es ist ja immer eine große Personenanzahl und somit derzeit nicht zulässig. Kurzerhand erfolgte das Kärren in diesem Jahr eben von daheim aus. Die Kinder kärrten zu den jeweiligen Uhrzeiten, 6, 11, 12 und 18 Uhr jeweils jeder für sich von den Balkonen und verspürten so sicherlich dennoch eine gewisse Gemeinschaft.

Am Ostersonntag gab es dann noch eine feierliche, musikalische österliche Überraschung von einer kleinen Abordnung des Musikvereins. Den derzeit vorgeschriebenen Mindestabstand einhaltend, erklangen um 10 Uhr vormittags von der Terrasse des ehemaligen Kurhauses feierliche Osterlieder ins gesamte Tal und kündeten von der Auferstehung. Abschließend das Irische Segenslied, es war eine sehr, sehr schöne und bewegende Geste.

Insgesamt waren die vielen Mosaiksteine, dieser besonderen Aktion in besonderen Zeiten, so kann abschließend festgestellt werden, auf jeden Fall, Mut machend und ein schönes Zeichen der Hoffnung. „Die Umsetzung dieser Idee und die Weitergabe der Impulse lies auch uns die Kartage und das Osterfest außerordentlich intensiv erleben“, lautete das Fazit von Martina Berberich, die sich über die gute Resonanz und viel positives Feedback freute.
Der gesamte „Weg“ ist im Altarraum der Kirche noch aufgebaut, die mit den bunten Tüchern geschmückte österliche Kirche kann noch bis zum Wochenende besucht werden.

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