Stehaufmännchen feiert 90. Geburtstag

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(Foto: Liane Merkle)
Großeicholzheim.  (lm)  Karl Schumacher ist ein echtes Stehaufmännchen und Dank dieser Eigenschaft feiert er am heutigen Dienstag in Großeicholzheim bei bester Gesundheit nicht nur seinen 90., sondern gleichzeitig auch den zweite. Geburtstag.

Geboren wurde der Jubilar am 01. Juni 1931 in Großeicholzheim, wo er zusammen mit zwei Geschwistern in der elterlichen Landwirtschaft aufwuchs und eine zwar arbeitsreiche, aber trotz der Kriegszeiten auch schöne Jugend verbrachte.

Gerne denkt der rüstige Bauländer an die schönen Festzüge der Vereine zurück, die er mit einem der Pferde anführen durfte oder an die Winternachmittage, an denen er zusammen mit anderen Jugendlichen die Schlittschuhe anschnallte und sportliche Runden auf dem Eis drehte. Das waren die schönen Seiten während der anstrengenden Arbeiten in der Landwirtschaft gewesen, die er früh vom Vater übernommen hatte.

Trotz der harten und vielen Arbeit war das Auskommen in diesem Beruf bald nicht mehr gesichert und so schulte Karl Schumacher zum Versicherungskaufmann um. In dieser Funktion kam er in der Region herum, denn für die Versicherungsagenturen war das „Klinkenputzen“ damals so normal, wie Vetragsabschlüsse an Stammtischen in dörflichen Lokalen.

Und auf diese Weise lernte er auch seine spätere Frau Gerda, geb. Becker, in Waldkatzenbach kennen. Die Offenbacherin verbrachte damals einen Kuraufenthalt am Katzenbuckel. Schon ein Jahr später, genau am 20. März 1964 gaben sich die beiden das Ja-Wort. Neun Jahre später zogen die beiden mit Tochter Birgit ins Eigenheim in der Rittersbacher Straße, wo Karl Schumacher noch heute – unterstützt von der Tochter – zuhause ist.

Doch eingefahrene Gleise gab es bei dem wissensdurstigen Großeicholzheimer nicht. Daher wechselte er 1974 erneut das Metier und wurde Heilerziehungspfleger bei der Johannes-Diakonie. Diesem Beruf ging der Jubilar bis zur Rente begeistert nach. Im Dienst mit Menschen hatte er seine Berufung gefunden.

Doch auch als Rentner wurde der rüstige Jubilar nicht arbeitslos, betreute er doch seine beiden Enkeltöchter, sodass deren Mutter einer Vollzeitberbeschäftigung nachgehen konnte. Auf Wunsch der Enkelinnen kam noch ein Hund zur Familie. Obwohl der Rentner zunächst gegen die Vierbeiner war, genoss er die Spaziergänge zunächst mit Terry und später mit Luna sehr. Darüber hinaus erinnert er sich gerne an die jährlichen Schwarzwaldurlaube mit Ehefrau Gerda und an die samstäglichen Schafkopfrunden in Waldhausen. Leider verstarb Ehefrau Gerda bereits 2004, was den Witwer nicht vom Reisen abhielt.

Mit dem Auto war Karl Schumacher ebenfalls mobil, bis er am 05. April 2019, beim Stammtisch im „Löwen“ angekommen, einen Herzstillstand erlitt. Der sofortigen Reaktion der Wirtsleute und dem schnellen Eintreffen des Rettungswagens war es zu verdanken, dass Schumacher reanimiert werden konnte. Im Krankenhaus musste der Jubilar zunächst künstlich beatmet werden, wodurch die Gesundheit in der Zeit sehr litt, weshalb Karl Schumacher zunächst Kurzzeitpflege im Caritasheim Waldhausen in Anspruch nehmen musste.

Am 01. Juli 2019 kam er wieder nach Hause, sodass er bis zu den Lockdowns den „Löwenwirt“ und seine Stammtischfreunde wieder regelmäßigen besuchen konnte. Doch auch während der Coronazeit wurde es ihm nicht langweilig. Er verbringt viel Zeit vor dem Fernsehen, wo ihn nicht nur „Bares für Rares“, sondern auch Wintersport und Fußball fesseln. Kreuzworträtsel und die Zeitung sind ein tägliches Muss, ebenso wie die Pflege von Freundschaften. Eine dieser Freundschaften, die mit Bernhard Saffrich, ermöglicht ihm – soweit es das Wetter zuläßt – den fast täglichen Besuch auf dem Friedhof. „Dort sitzt er auf dem Bänkle, raucht seinen Zigarillo und unterhält sich mit den Friedhofsbesuchern“, verrät Tochter Birgit.

Als Höhepunkt der beiden letzten Jahre sieht er die Geburt und Taufe seiner Urenkelin Johanna und die Hochzeit der Enkeltochter Laura. Seine eigene große Geburtstagfeier ist für den Sommer geplant, wenn die Pandemie hoffentlich vorbei ist.

Den sicherlich zahlreichen guten Wünschen, vor allem für Gesundheit, schließt sich unsere Redaktion gerne an.

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