Erste Präsenz-Versammlung der IG Metall

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Reiner Seifert (li.) und Harald Gans (re,) beglückwünschten die Betriebsräte der Firma Grammer. Sie haben für den Bezirk Odenwald-Tauber im Jahr 2020 die meisten neuen IG Metall Mitglieder gewonnen und sich den Wanderpokal damit verdient. (Foto: pm)

Durchsetzungsfähigkeit vorantreiben und trotz Corona Gas geben

Tauberbischofsheim.  (pm) Zur ersten Präsenz-Delegiertenversammlung im Jahr freuten sich alle Betriebsräte und Verantwortlichen der IG Metall Geschäftsstelle Tauberbischofsheim sich wieder persönlich treffen und diskutieren zu können.

In der Turnhalle Dittigheims konnten die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln ohne Probleme ausgeführt werden. Dafür wurden unter anderem Schnelltests durchgeführt. Nach zwei rein online Versammlungen begrüßte Reiner Seifert die etwa 50 anwesenden Delegierte und Gäste.

Die Tagesordnung wurde einstimmig abgesegnet. Daraufhin fand die Wahl zur Mandatsprüfungskommission statt. Diese soll für die Periode bis 2023 gelten.

Sechs Delegierte stellten sich hier zur Wahl und wurden einstimmig beauftragt: Peter Münig (Fa. Rauch in Freudenberg), Oliver Seeber (Fa. P&G in Walldürn), Karl Graser (Fa. Magna PT in Rosenberg), Jochen Schlötterlein (Fa. Bartec in Bad Mergentheim), Thomas Brocher (Fa. Weinig in Tauberbischofsheim) und Klaus Burkardt (Fa. Grammer in Hardheim) sind nun als Mandatsprüfungskommission eingetragen.

Geschäftsbericht

Es folgte der Geschäftsbericht des ersten Bevollmächtigten Harald Gans. Der Ortskassenbestand sehe äußert solide aus. Da durch Corona Veranstaltungen ausfielen, seien auch Kosten weggefallen. Ein Riesenthema sei jedoch nach wie vor die Zahl der Mitglieder im Zuständigkeitsbereich IG Metall Tauberbischofsheim. Um handlungsfähig zu sein, müsse die Geschäftsstelle neue Metaller gewinnen. Seit Jahren stagniert Mitgliederzahl bei knapp 8.000.

In den beiden zurückliegenden Jahren sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen, so Gans. Dieser Trend dürfe sich nicht fortsetzen. Deshalb appellierte Gans an die Delegierten, aktiv auf Kollegen zuzugehen und die Vorteile einer Mitgliedschaft darzulegen.

Beitragsehrlichkeit

Ein weiteres Thema stellte die Beitragsehrlichkeit dar. Der Mitgliedsbeitrag berechnet sich nach dem Bruttolohn des Mitglieds. Die Betriebsräte in den Firmen seien dazu aufgefordert, die Kollegen darauf hinzuweisen, Gehaltssteigerungen der IG Metall mitzuteilen. Es gehe um den Erhalt der vielen Satzungsleistungen wie beispielsweise dem Rechtsschutz, appellierte Gans.

Betriebsratswahl 2022

Unter dem Arbeitstitel „Geschäftsstellenprozess TBB 2023“ steht ab Juli die Vorbereitung zur nächsten Tarifrunde Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie an und nach dem Sommer bahne sich bereits die Betriebsratswahl 2022 an. Je besser die Planung für die Wahl in den Betrieben laufe, desto überlegener könnten die Ergebnisse ausfallen, ließ Gans die Delegierten wissen.

Revisorin Sabine Maurer berichtete von der Kassenprüfung und bestätigte ein einwandfreies Ergebnis, weshalb die Delegierten den Vorstand einstimmig entlasteten.

In der Aussprache zu den Berichten nutzten die Delegierten die persönliche Anwesenheit und es kam zu zahlreichen Wortmeldungen. Gans und Seifert freuten sich über die rege Teilnahme an Debatten rund um die Themen struktureller Wandel und Transformation der Arbeitswelt. Die IG Metall möchte hier entscheidende Impulse setzen, um auch in Zukunft noch einen sicheren, gerecht entlohnten Job zu gewähren.

Aktuelle Tarifpolitik
Nach einer Pause ging es wurde die aktuelle Tarif- und Betriebspolitik besprochen. Die Delegierten wurden darüber aufgeklärt, dass es für Leiharbeitnehmer, welche Mitglieder in der Gewerkschaft sind, besondere Prämien gibt.

Das Tarifergebnis für die Metall- und Elektroindustrie 2021 könne sich sehen lassen. Besonders stolz sei man auf die Integration der Dual-Studierenden in den Tarifvertrag. Auch Corona-Prämien in Höhe von 500 Euro, für Azubis 300 Euro, seien eine gute Bilanz.

Einen Abstecher zum erfolgreichen Tarifabschluss im KFZ Handwerk machte der Tarifsekretär der Bezirksleitung Stuttgart Ivan Curkovic in seiner Präsentation. Der Tarifabschluss beinhaltet eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro und die Erhöhung der Entgelte um 2,2 Prozent ab Februar 2022.

Auch die Jugend, in Vertretung durch Andi Diefenthaler, berichtete über die Arbeit mit den Ortsjugendausschuss. Nach langer Zeit der Online-Veranstaltungen gibt es erfreulicherweise auch hier wieder Präsenztreffen.

Einige Delegierte berichteten anschließend aus ihren Betrieben. Hier gab es nicht nur gute Nachrichten. Ein Beispiel ist die Schließung der Firma Laukhuff zum 30. Juli nach 198 Jahren Firmengeschichte. 158 Kündigungen wurden hier ausgesprochen. Auch die Firma Herzog in Lauda gab eine Teilschließung bekannt. Die IG Metall Geschäftsstelle versucht in Zusammenarbeit mit den Betriebsräten in allen Fällen das Beste für die ArbeitnehmerInnen herauszuholen.

Überreichung des Wanderpokals

Zum Schluss überreichten Harald Gans und Reiner Seifert als Bevollmächtigte den Wanderpokal. Dieser wird jedes Jahr an den Betriebsrat der Firma überreicht, in der am meisten neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Für das Jahr 2020 war es ein knappes Rennen für die Firma Grammer, die 42 Mitglieder erreichen konnte. Knapp dahinter konnte sich der Betriebsrat der Firma Eirich mit 41 neuen Metallern platzieren. Der dritte Rang sicherte sich Franke Coffee mit 33 Neumitgliedern.

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