„Ein ganz normaler Tag mit Handy“

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Kinder und die Nutzung von Mobiltelefonen und Sozialen Medien waren Inhalt eines Themennachmittags. (Symbolbild – GerAlt/Pixabay)

Erfolgreicher Themennachmittag des „Elternhaus – Unser Netzwerk Kinderschutz“

Mosbach. (pm) Der diesjährige Online-Themennachmittag des „Elternhaus – Unser Netzwerk Kinderschutz“, der unter dem Motto „Ein ganz normaler Tag mit Handy“ stand, fand großen Zuspruch, was zeigt, dass die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen in Zeiten der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat.

Melanie Arnold, Leiterin der Beratungsstelle für Kinderschutz, führte als Netzwerkkoordination des „Elternhaus – Unser Netzwerk Kinderschutz“ in das Thema ein, bevor Referent Clemens Beisel, der als Sozialpädagoge und Sozialmanager seit 2013 in Pforzheim und dem Enzkreis Workshops, Fortbildungen und Elternabende zum Spannungsfeld „Smartphones, Soziale Netzwerke und junge Menschen“ anbietet, die über 70 Teilnehmenden auf einen „ganz normalen Tag mit Handy“ mitnahm.

„Schätzen Sie mal, wie häufig Kinder und Jugendliche auf ihr Handy schauen und wie lange sie täglich das Handy in der Hand halten?“, fragte Beisel. Die Zahlen könnten erschrecken: Laut einer Studie schauen Kinder und Jugendliche im Schnitt alle 17 Minuten auf ihr Smartphone, sind über vier Stunden pro Tag im Internet und gehen im Schnitt täglich 64 Mal hinter die Tastensperre ihres Handys, was vor allem im Schulalltag mit enormen Auswirkungen auf deren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit verbunden sei.

Was hier eintrete, sei der sogenannte Sägeblatteffekt, zumal die Konzentration durch die Ablenkung des Handys abfalle und sodann wieder neu aufgebaut werden müsse. „Falls Sie neugierig geworden sind und für sich selbst einmal überprüfen möchten, wie viel Zeit Sie täglich an Ihrem Handy verbringen, dann können Sie dies bei vielen Smartphones über Einstellungen Digitale Balance bzw. Bildschirmzeit tun“, empfahl Beisel.

Des Weiteren ging Beisel auf die Themenkomplexe Datenschutz und Ortungsdienste sowie die Werbung bei YouTube, WhatsApp und TikTok und die Einflüsse bei Kindern und Jugendlichen ein.

Clemens Beisel zufolge benötigen Kinder und Jugendliche in ihrer Mediennutzung unbedingt Leitplanken seitens der Eltern. Die Vorbildfunktion der Eltern spiele hier eine wesentliche Rolle. Auch seien die Eltern dafür verantwortlich, die Mediennutzung ihrer Kinder und Jugendlichen zu überprüfen und durch technische Vorkehrungen in den verschiedenen Apps Sicherheiten zu schaffen. „Die Internetseite www.medien-kindersicher.de kann Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite stehen“, verwies Beisel und appellierte: „Interessieren Sie sich für die Medien, die junge Leute nutzen!“.

Neben der Verantwortung der Eltern müsste auch in Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen Medienerziehung stattfinden. Medien nicht zu verteufeln, sondern alle Beteiligte für das Thema Medienerziehung zu sensibilisieren, das war das Fazit des Referenten.

Im Anschluss informierten Angelika Bronner-Blatz, Suchtkoordinatorin im Neckar-Odenwald-Kreis, sowie die Leiterin der hiesigen Beratungsstelle für Suchtfragen, Dr. Martina Kirsch, die Teilnehmenden über medienpädagogische bzw. therapeutische Angebote zum Thema Medienkonsum vor Ort.

Kontakt: „Elternhaus – Unser Netzwerk Kinderschutz“, über die Beratungsstelle für Kinderschutz, 06261/84-2077

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