Silber und Gold für Winterhauch-Honig

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Unser Bild zeigt die Waldbrunner Imker:innen Margit Klahn (li.), Anne Sigmund (re.) und Janes Lenz. (Foto: privat)
Waldbrunn.  Nicht nur in Tokio bei den Olympischen Spielen geht es derzeit um Medaillen, auch bei drei Imker:innen vom Winterhauch freuten sich dieser Tage über ihre hervorragenden Platzierungen.

Doch während die Athleten in der japanischen Metropole auf den Punkt eine Topleistung abrufen müssen, ist es mit den kleinen Honigproduzentinnen im Bienenstock etwas komplexer, fließen doch verschiedene Beurteilungskriterien in die Bewertung der Experten der Universität Hohenheim ein.

So wird neben dem Wassergehalt auch die elektrische Leitfähigkeit gemessen. Eine Pollenanalyse wird ebenfalls durchgeführt. Bewertet werden darüber hinaus Aufmachung, Sauberkeit und Zustand des Honigs. Auch Geruch und die sogenannte Invertase-Aktivität sind Bausteine der Untersuchung. Alle Kriterien fließen in ein Punktesystem ein, anhand dessen der Landesverband Badischer Imker die Qualität des Honigs und der Imkerei auszeichnet.

Für Bienen und Imker:innen war das Jahr 2021 nicht einfach. Es begann kalt und regnerisch, weshalb die fleißigen Arbeiterinnen im Frühjahr nicht ausfliegen konnten und somit die Frühjahrstracht von Kirsche, Raps und anderen Frühblühern komplett ausfiel. Auch im Sommer setzte sich das feuchte Wetter fort, weshalb die Bienen häufig gefüttert werden mussten.

Für viele Imker:innen dürfte es ein Jahr mit geringer Honigernte werden. Auch von Totalausfällen wird häufig berichtet. Dennoch gelang den Waldbrunner Imker:innen Janes Lenz aus Weisbach, Margit Klahn aus Oberdielbach und Anne Sigmund aus Dielbach-Post, preiswürdigen Honig zur Prämierung vorzustellen. Erfreulich ist die Ta
Tatsache, dass alle drei sogenannte Jungimker:innen sind, sodass zumindest auf dem Winterhauch der Nachwuchs gesichert scheint.

Wichtig ist die Nachfolge nicht nur wegen des Honigs, sondern auch wegen der unglaublichen Bestäubungsleistung der gelb-schwarzen Arbeiterinnen. Immerhin sind 80 Prozent aller einheimischen Wild- und Kulturblühpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen.

Laut verschiedener Studien übersteigt der wirtschaftliche Nutzen der Bestäubung den Wert der Honigproduktion um das zehn- bis 15-fache. Dies summiert sich laut der Uni Hohenheim in Deutschland auf etwa 1,7 Milliarden Euro im Jahr. Ohne diesen Nebeneffekt der beim Sammeln entsteht, ist die landwirtschaftliche Produktion nicht vorstellbar. Würden Honigbienen ausfallen, gingen die Erlöse im Acker-, Obst- und Gemüsebau laut Studie im Durchschnitt um mehr als 40 Prozent zurück.

Wie fleißig die Sammlerinnen sind, zeigt sich daran, dass jede Biene etwa 200 Blütenbesuche am Tag absolviert. Für 1 kg Honig müssen die Arbeitsbienen 60.000 Ausflüge hinter sich bringen. Somit sind 1,2 Mio. Blütenbesuche je Kilogramm notwendig. Um 500g Honig zu sammeln muss eine Honigbiene dreimal um die Erde fliegen.

Aus dieser Arbeitsleistung resultieren für die Waldbrunner Imker:innen eine Gold- und zwei Silbermedaillen.

Gold ging an die Bienen von Janes Lenz, der mit seinem Sommertrachthonig bereits zu zweiten Mal in Folge die höchste Bewertung erhielt. Seine Arbeiter:innen sammelten in Weisbach.

Margit Klahn und ihre Bienen konnten mit einem Blütenhonig überzeugen und eine Silbermedaille mit nach Hause nehmen. Standort ihrer Bienen ist das Wiesental in Oberdielbach.

Anne Sigmunds Arbeiterinnen sammelten in den Wäldern um Dielbach-Post herum einen Waldhonig, der nach Auswertung aller Bewertungskriterien ebenfalls mit Silber gewürdigt wurde.

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