Das Haus verbindet Generationen

Die Erdarbeiten für das neue Senioren- und Rehazentrum der Johannes-Diakonie am „Hungerberg“ haben begonnen. (Foto: Pfeiffenberger)

Bauarbeiten für das neue „Senioren- und Rehazentrum“ der Johannes-Diakonie haben begonnen

Mosbach.  (pm) Das Baufeld ist umzäunt, der erste Bagger hat seine Arbeit aufgenommen: Der Neubau des Senioren- und Rehazentrums auf dem Gelände der Johannes-Diakonie beginnt.

Bis Ende 2023 entstehen auf dem „Hungerberg“ 90 Pflegeplätze der stationären Altenhilfe als Nachfolge für das „Pfalzgrafenstift“ in der Mosbacher Innenstadt. Im selben Gebäude werden auch 50 Plätze der Rehaklinik für Kinder- und Jugendliche beheimatet sein.

Hier erhalten junge Patienten mit neuropädiatrischen, neuro-onkologischen Erkrankungen oder anderen Entwicklungsstörungen Unterstützung. Es entsteht also ein Haus für Alt und Jung.

„Das neue Senioren- und Reha-Zentrum verbindet Generationen“, so Martin Adel. Der Vorstandsvorsitzende der Johannes-Diakonie freut sich auf den Baustart, der nun endlich nach langen Vor- und Umplanungen realisiert werden kann.

Zunächst als reines Seniorenzentrum geplant, erhält nun auch die Rehaklinik Mosbach im Gebäude eine neue Heimat. Bislang befanden sich Station und Therapieräume in zwei verschiedenen Häusern auf dem Gelände der Johannes-Diakonie, der Neubau inklusive Erweiterung dieser besonderen Nachsorgeeinrichtung für Kinder und Jugendliche bedeutet eine deutliche Erleichterung im Klinikalltag.

Das Gebäude gliedert sich in drei Bauteile, verbunden durch einen Begegnungsbereich. Im rechten Bauteil findet die Rehaklinik ein neues Zuhause, im linken und mittleren Bauteil entstehen drei Ebenen für die stationäre Altenpflege.

Die Betreuung und stationäre Pflege erfolgt stationsbezogen nach dem Wohngruppenprinzip. Jede Wohngruppe hat einen eigenen Wohn- und Essbereich, darüber hinaus ist ihr eine eigene Therapieküche zugeordnet. Dem Bedürfnis nach Bewegung eines Teils der Bewohnerschaft wird durch die Gestaltung von sicheren, erlebnisreichen „Wanderwegen“ innerhalb und außerhalb der Wohngruppen Rechnung getragen.

Jeder Pflegegruppe wird außerdem ein ebenerdiger Zugang zu einem geschützten Gartenbereich ermöglicht.

„Im Vordergrund der Architektur steht der Wohncharakter in der gesamten Anlage, beispielsweise mit Nischen, nicht zu langen Fluren und aufgelockerten Verkehrsflächen“, so Alexander Straus. Der innerhalb der Johannes-Diakonie Verantwortliche für die beiden Geschäftsbereiche Gesundheit und Altenhilfe hat bereits den Neubau der Diakonie-Klinik begleitet und weiß um die Herausforderungen eines solchen Großprojekts. „Unser Anspruch ist, eine gelungene Verbindung von Architektur und inhaltlicher Konzeption zu schaffen. Betreuung, Versorgung und Pflege zielen auch in diesem großen Gebäude ab auf Kleinräumigkeit und Geborgenheit.“

Darüber hinaus befinden sich die Pflege- und Arbeitsräume in der zentralen Mitte der jeweiligen Wohngruppen – zur Vermeidung von größeren „Wegezeiten“ für die Mitarbeitenden. Der Nachfrage nach Kurzzeitpflege werde im Sinne einer bestmöglichen Vernetzung von ambulanten und stationären Angeboten in Form von eingestreuten Plätzen auf den einzelnen Wohnbereichen Rechnung getragen.

In der Rehaklinik verbringen Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen nach Akutbehandlung und Frührehabilitation häufig mehrere Wochen – oft in Begleitung von Eltern und Angehörigen. Auch hier solle deshalb ein Ort geschaffen werden, an dem ein angenehmer und erholsamer Aufenthalt ermöglicht wird. „Nur so können positive Effekte erzielt und die soziale Teilhabe gefördert werden“, so Straus.

Verbindendes Zentrum des Hauses ist der Begegnungsbereich. Dieser beherbergt nicht nur das gemeinsame, öffentliche Foyer, hier findet sich auch Platz für kulturelle und kirchliche Veranstaltungen oder eine Cafeteria. „Wir möchte im Haus Begegnung zwischen Jung und Alt fördern und Synergien schöpfen“, so Vorstandsvorsitzender Martin Adel. Besuchs- und Vorleseangebote oder die Nutzung von Therapieangeboten auch für Senioren sollen die Generationen verbinden, so das Konzept.

Für die Planung des Gebäudes zeichnen sich Bodamer Faber Architekten aus Stuttgart verantwortlich, umgesetzt wird der Bau von der Implenia AG als Generalübernehmer. Die Fertigstellung ist für Dezember 2023 geplant, die geplante Investitionssumme für das Gesamtgebäude inklusive Erschließung und Erweiterung durch die Rehaklinik liegt aktuell bei circa 29 Millionen Euro.

Seniorenpflegeheim und Rehaklinik für Kinder und Jugendliche unter einem Dach: das neue Senioren- und Rehazentrum im Modell. (Grafik: Implenia) 

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