10. Kirchenradtour durch Mosbach

(Foto: pm)
Mosbach.  (pp) Der Evangelische Kirchenbezirk Mosbach und der Sportkreis Mosbach e.V. hatten am letzten Sonntag im August zur 10. Kirchenradtour eingeladen.

Bei idealem Wetter begrüßte die Vorsitzende des Sportkreises Mosbach und Prädikantin Dr. Dorothee Schlegel über 30 passionierte Radelnde aus dem Kirchenbezirk im Begegnungszentrum Fideljo auf dem Gelände der Johannes-Diakonie in Mosbach.

Pfarrer Richard Lallathin stellte mit Michael Lofink und Sven Arndt zwei sportlich aktive Athleten der Johannes-Diakonie vor, die bei Radwettbewerben der Special Olympics preisgekrönte und erfolgreiche Platzierungen erzielt haben.

Michael Lofink, der als Koch im Fideljo arbeitet, vertritt ehrenamtlich die Belange des Behindertensports auf Landes- und Bundesebene.

Zum Gottesdienst in der Johannes-Kirche spielte die Musikgruppe um Kirchenmusiker Peter Bechthold mit neuem Text versehen das Lied „Ja wir sind mit dem Radl do …“ Pfarrerin Heike Bährle gratulierte bei ihrer Begrüßung zur 10. Kirchenradtour.

In der Predigt stellte Prädikantin Dr. Dorothee Schlegel viel Gemeinsames zwischen Radfahren und dem Glauben fest. Nur mit einer guten Ausrüstung und einem intakten Fahrrad kann das angestrebte Ziel sicher erreicht werden.

Wie die Luftpumpe für das Fahrrad dient der Gottesdienst zur Stärkung und Orientierung für unser Leben.

In der nahegelegenen Gutleutkapelle, die von Pfalzgräfin Johanna 1444 gestiftet wurde, erwartete Stadtführerin Magdalena Putze die Gruppe Sie erklärte die Wandmalereien im Innern des Langhauses, fertiggestellt um 1496, als auch die Grabplatten, die das historische Gebäude außen umsäumen.

Im Herzen der Großen Kreisstadt Mosbach, der Stiftskirche, ging Dekan Folkhardt Krall zunächt auf die Baugeschichte ab dem 14. Jahrhundert ein. Durch eine Mauer wurde 1708 die mehrfach erweiterte Kirche in einen evangelischen und katholischen Teil getrennt und erst 300 Jahre später mit einem Durchgang die Mauer feierlich wieder geöffnet.

Das künstlerisch gestaltete rot und etwas grün gehaltene Buntglasfenster über dem Eingang erklärte Dekan Krall eindrücklich. Besondere Aufmerksamkeit fanden Altar, Taufbecken und Ambo, die der aus Mosbach stammende Künstler Werner Pokorny Ende der 1990er Jahre schuf.

Dem Lied „Nun lasst uns gehn und treten“ folgend überquerte der Konvoi dann über die Brücke bei der Bachmühle die B 27. Danach ging es entlang des Henschelbergs zur Christuskirche. Pfarrerin Ute Krall führte die Zuhörer in die Zeit der Bebauung des Masseldorns, an dessen Rand 1965 die Kirche errichtet wurde.

Unter dem Leitspruch: „Altes bewahren – Neues wagen“ versammeln sich dort evangelische Christen. Viele davon kamen nach dem 2. Weltkrieg als Geflüchtete nach Mosbach und haben hier eine neue Heimat gefunden.

Und Norbert Bienek, Prädikant und Vorsitzender der Synode des Evang. Kirchenbezirks Mosbach, trug besinnliche Gedanken des russischen Dichters Leo Tolstoj und Liedverse mit Bitten zum Frieden vor.

Weiter ging es in die schmucke 1759 erbaute Dorfkirche nach Nüstenbach. Friedrich Hildenbrand berichtete, dass die Protestanten calvinistischen Glaubens davor die sonntäglichen Gottesdienste in der Martinskirche in Neckarelz besuchten, während die Lutheraner jenseits des Baches zur Stiftskirche in Mosbach gingen.

1959, zum 200-jährigen Bestehen wurde die Kirche renoviert. Anfang der 2000er Jahre ging das Gerücht herum, die Dorfkirche würde verkauft. Um dem entgegen zu wirken, gründeten viele Dorfbewohner den „Förderverein Dorfkirche“. Sie stemmten mit Spenden und Eigenarbeit die gründliche Renovierung zum 250. Jubiläum.
Dieser Einsatz wurde schlussendlich von der Kirchenleitung in Karlsruhe unterstützt.

Dr. Dorothee Schlegel dankte allen, die zum Gelingen dieser Jubiläumstour beigetragen haben, insbesondere dem Ehepaar Wehrfritz für die Vorbereitung der sportlich-inklusiven Kirchenradtour.

Sie lud zur nächsten Kirchenradtour wieder am letzten Sonntag im August 2023 ein. Bevor Friedrich Hildenbrand die wertvolle Voith-Orgel mit dem Lied … „und bis wir uns wiedersehen“ … erklingen ließ, lud er die Besucher zu Kaffee und Kuchen in den umgebauten Kuhstall seines naheliegenden Bauernhofs ein.

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