Unser Bild zeigt Schülerinnen und Schüler mit Bürgermeister David Ackermann vor dem Hallenbad, das für die Frage steht, wie die Gemeinde in Zukunft für Kinder, Familien, Vereine, Ehrenamt und alle Generationen handlungsfähig bleiben kann. (Foto: pm)
Seckach. (da) Am Montag beteiligte sich die Gemeinde Seckach am bundesweiten Aktionstag Kommunen am Limit. Mit diesem Aktionstag wiesen Städte, Gemeinden und Landkreise in ganz Deutschland auf ihre schwierige finanzielle Lage aufmerksam (NZ berichtete).
In der Baulandgemeinde kamen Schülerinnen und Schüler der Seckachtalschule zum derzeit geschlossenen Hallenbad, um auf die knapper werdenden Mittel der Kommune aufmerksam zu machen. So war auf einem der Schilder zu lesen: „Zukunft geht baden. Unsere Kinder nicht.“
Dieser Satz brachte sehr gut auf den Punkt, worum es bei diesem bundesweiten Aktionstag ging. Kommunale Finanzen klingen zunächst nach Zahlen, Haushaltsplänen und Verwaltungsarbeit. Tatsächlich betreffen sie aber ganz konkrete Angebote vor Ort, nämlich Schulen, Kindergärten, Straßen, Spielplätze, Vereine, Hallen, Schwimmbäder und viele weitere Einrichtungen, die das Leben in einer Gemeinde ausmachen.
„Das geschlossene Hallenbad macht sichtbar, wie konkret kommunale Herausforderungen werden können. Ein Hallenbad ist mehr als ein Gebäude. Es steht für Schwimmunterricht, Sicherheit im Wasser, Gesundheit, Vereinsleben und Lebensqualität. Gerade für Kinder ist das Schwimmen keine Nebensache, sondern eine wichtige Fähigkeit“, hob der neue Bürgermeister David Ackermann hervor.
Viele Kommunen stehen seit Jahren unter wachsendem, finanziellen Druck. Aufgaben nehmen zu, Anforderungen steigen, gesetzliche Vorgaben werden umfangreicher. Viele Entscheidungen werden auf Bundes- oder Landesebene getroffen. Umgesetzt werden müssen sie aber vor Ort – unter anderem in der Gemeinde Seckach.
Wenn die Finanzierung mit diesen Aufgaben nicht Schritt halte, geraten kommunale Handlungsspielräume immer stärker unter Druck. Dann gehe es nicht mehr nur um Einsparungen auf dem Papier, dann stelle sich auch im Bauland die schwierige Frage, welche Aufgaben, Angebote und Einrichtungen dauerhaft verlässlich geleistet werden können, warnt Ackermann
Der Aktionstag „Kommunen am Limit“ richte sich aber nicht gegen Bürgerinnen und Bürger, sondern er solle deutlich machen, dass es starke Kommunen brauche, die ihre Aufgaben nur mit einer ausreichenden und verlässlichen Finanzierung garantieren können, so Daniel Ackermann weiter. Daher müssen künftig das Prinzip gelten: „Wer Aufgaben bestellt, muss auch dafür sorgen, dass sie bezahlt werden können.“
Für Seckach bedeutet das: „Wir wollen unsere Gemeinde weiterentwickeln, unsere Infrastruktur erhalten, Familien unterstützen, Vereine stärken und das Ehrenamt fördern. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit den vorhandenen Mitteln umgehen und ehrlich darüber sprechen, was dauerhaft leistbar ist“, schloss das Gemeindeoberhaupt seine Ausführungen.