Erhöhte Waldbrandgefahr trotz feuchtem Juni

Rauchverbot im Wald von März bis Oktober – Grillfeuer nur an eingerichteten Feuerstellen erlaubt

Neckar-Odenwald-Kreis. Im Sommer zieht es viele naturhungrige Menschen wieder zu Wanderungen und Grillfesten in die Waldgebiete des Neckar-Odenwald-Kreises, die für Erholung und Freizeitnutzung wie geschaffen sind. Mit gut ausgebauten und beschilderten Waldwegenetzen, einer zweckmäßigen Ausstattung an Schutzhütten und zahlreichen Wanderparkplätzen erfüllen insbesondere die Gemeindewälder und der Staatswald eine wichtige Funktion für die Erholung der Bevölkerung. Gerade an heißen Tagen versprechen die Wälder Schatten und kühle Luft.

Mit der zunehmenden Trockenheit steigt jedoch auch das Waldbrandrisiko. Wegen der bis in den Juni hinein feucht-kühlen Witterung leiden die Wälder zwar noch nicht unter Trockenheit: allerdings herrschen – bedingt durch die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen – an der Oberfläche „brandgefährliche“ Verhältnisse. „Unter der dünnen Streuschicht ist der Mineralboden unserer Wälder staubtrocken. Das dürre Reis der Fichte und das welke Buchenlaub sind leicht entzündlich“ kennzeichnet Forstdirektor Dietmar Hellmann von der Kreisforstbehörde das derzeitige Wasserdefizit im Wald. Bereits die unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe kann deshalb schnell zu einem verheerenden Brand führen.
Um eine derartige Katastrophe zu vermeiden, bittet die Forstbehörde alle Waldbesucher um die strikte Einhaltung des geltenden Feuerverbotes im Wald. Das vom 1. März bis 31. Oktober geltende Rauchverbot für alle Waldbesucher ist unbedingt zu beachten. Wer im Wald oder im Abstand von weniger als einhundert Metern vom Waldrand entfernt außerhalb einer eingerichteten Feuerstelle ein Feuer anzünden möchte, bedarf ganz grundsätzlich der vorherigen forstlichen Genehmigung. Grillwurst und Steak dürfen nur an den eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen gebrutzelt werden, nicht gestattet ist dagegen das Grillen im Wald auf mitgebrachten Grill- und Röstvorrichtungen sowie an wilden Feuerstellen. Die Forstbetriebsleitungen in Walldürn, Adelsheim und Schwarzach sowie die dortigen Forstreviere geben gerne Auskunft über die derzeit bestehenden und gekennzeichneten Grillmöglichkeiten im Wald. Selbstverständlich sollte sein, dass das Grillfeuer auch an erlaubten Einrichtungen ständig beaufsichtigt und vor Verlassen sorgfältig gelöscht wird. Dass brandtauglichen Picknickreste – wie Reste und Abfall überhaupt – nichts im Wald oder am Grillplatz zu suchen haben, sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.

Auch der mit dem Auto anreisende Waldbesucher kann seinen Beitrag zum vorbeugenden Waldbrandschutz leisten. Der während des Fahrbetriebs aufgeheizte Katalysator kühlt nämlich nur langsam ab und stellt bei unsachgemäßem Parken auf vergrasten oder mit Laub bedeckten Waldwegen eine akute Brandgefahr dar. Daher die Bitte der Forstbehörde: kein wildes Parken auf Waldwegen oder Waldeinfahrten. Dafür stehen ausreichend ausgewiesene Waldparkplätze zur Verfügung.

Die Forstverwaltung des Kreises hat in verschiedenen Gemeinden ihrerseits bereits für den Brandfall vorgesorgt und mit Landwirten Absprachen getroffen, die derzeit nicht im Einsatz befindlichen Vakuumfässer mit Wasser zu füllen, um im Ernstfall eine rasche und effektive Brandbekämpfung zu ermöglichen.

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