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Wichtigsten Trophäen sind nicht die Awards – Reise zur FLL in Südkorea
Mosbach. (pm) Neue Freundschaften in aller Welt, Auszeichnungen auf internationaler Bühne und das Gefühl, über sich hinausgewachsen zu sein: Für die Schülerinnen und Schüler des Auguste-Pattberg-Gymnasiums (APG) in Mosbach war die Teilnahme an der First Lego League Open Invitational in Südkorea weit mehr als ein Technik-Wettbewerb.
Als die Nachricht kam, konnten sie es kaum glauben. Die Teams „APG Let’s Goooooo@MPDV“ und „APG TangEnten@MPDV“ wurden für die Teilnahme am weltweit größtenFirst Lego League Wettbewerb (FLL) in Südkorea ausgelost. Eigentlich war die Wettbewerbssaison bereits abgeschlossen – umso größer die Freude, Überraschung und Aufregung. Innerhalb weniger Tage mussten das Sponsoring für die Reise inklusive Organisation geklärt werden. „Erst am Gate ist uns wirklich bewusst geworden, dass wir jetzt tatsächlich nach Südkorea fliegen“, berichten die Jugendlichen rückblickend.
Mehr als ein Technik-Wettbewerb
Die Teilnahme verlangte den Teams einiges ab. Präsentationen mussten kurzfristig ins Englische übersetzt werden. Für das Robot Game trainierten die Teams intensiv. Besonders aufwendig war der Transport des Roboterarms mit integrierter Kamera für das Projekt „AEON“. Der rund 70 Kilogramm schwere Roboter musste zerlegt, auf mehrere Koffer verteilt und samt Werkzeug um die halbe Welt transportiert werden. Mit ihm können archäologische Fundstücke dokumentiert werden. Den Arm und die dazugehörige Software entwickelte das Team der „APG TangEnten@MPDV“ selbst. Leichter zu transportieren war das Projekt des Teams „APG Let’s Goooooo@MPDV“: die App zur Dokumentation archäologischer Funde wurde extra für den Wettbewerb in Südkorea auf englisch übersetzt und sogar eine Eingabe in koreanisch möglich gemacht.
Technik-Begeisterte aus der ganzen Welt
In Südkorea trafen die Jugendlichen auf 44 Teams aus aller Welt – darunter Teilnehmer aus Japan, Brasilien, Chile, Südafrika, Mexiko, Norwegen und Dänemark. Zwar ging es offiziell um Robotik, Forschung und Innovation, in Erinnerung geblieben sind den Schülerinnen und Schüler jedoch vor allem die Menschen hinter den Projekten.
Ein Höhepunkt war die sogenannte „Friendship Night“, bei der sich die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Ländern begegnen konnten. Telefonnummern wurden ausgetauscht, eine internationale WhatsApp-Gruppe gegründet.
„Am Ende ging es nicht mehr nur um Technik oder Wettbewerbe, sondern darum, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen“, fasst ein Teammitglied die Erfahrungen zusammen.
Zwischen Wettbewerbsrunden und Präsentationen wurden Buttons und kleine Souvenirs getauscht, gemeinsam Fußball gespielt und Kontakte geknüpft. Sprachbarrieren wurden mit Englisch, Übersetzungs-Apps und notfalls mit Händen und Füßen überwunden. Aus flüchtigen Begegnungen entstanden Freundschaften, die über Kontinente hinweg Bestand haben sollen.
Awards fast Nebensache
Auch die Wettbewerbsergebnisse konnten sich sehen lassen: Das Team APG Let’s Goooooo@MPDV wurde mit dem Engineering Award ausgezeichnet, während die APG TangEnten@MPDV den Project Innovation Award erhielten. Doch wenn die Jugendlichen über ihre Reise sprechen, nennen sie nicht zuerst die Pokale. Viel wichtiger seien das gewonnene Selbstvertrauen, die internationalen Erfahrungen und das Wissen, sich auf einer weltweiten Bühne behaupten zu können.
Zwölf Tage verbrachten die Teams gemeinsam in Südkorea. Sie besichtigten Seoul, Jeonju und Incheon, entdeckten eine fremde Kultur und verbrachten zahlreiche Abende miteinander. Viele beschreiben die Reise als eine Art Abschlussfahrt ihrerFirst Lego League Zeit und den Übergang zu den letzten beiden Schuljahren vor dem Abitur.
Eine Reise, die zusammenschweißt
Möglich wurde die Teilnahme durch die Unterstützung des Mosbacher Softwareunternehmens MPDV, das die Reise mit 20.000 Euro finanzierte. „Ohne diese Unterstützung wäre die Teilnahme für uns nicht möglich gewesen“, betonen die Schülerinnen und Schüler. Weitere Unterstützung erhielten sie vom Förderkreis des APG, der Firma Oess, den Eltern und dem Busunternehmen Touring Tours & Travel GmbH, das die Teams kostenlos zum Flughafen gebracht hat.
Was von der Reise bleibt, sind zwei internationale Auszeichnungen – und Erinnerungen, die deutlich wertvoller sind: neue Freundschaften rund um den Globus, der Mut, neue Herausforderungen anzunehmen, und die Gewissheit, dass eine Idee aus Mosbach Menschen auf der ganzen Welt begeistern kann.
Ihre Reise beschreiben die Jugendlichen mit drei einfachen Worten: „Aufregend. Schön. Lustig.“