H-O-T will Natur- und Artenschutz ausbauen

29.07.10

In der Bioenergie-Region wurden bereits über 10.000 Tonnen CO2 zusätzlich eingespart – Deutschlands erster Bioenergie-Honig in Planung

Silke Schäfer von der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber steht mit Imker Jochen Lutz vor dem Versuchsfeld mit der „Durchwachsenen Silphie“ in Rosenberg. (Foto: privat)

Hohenlohe-Odenwald-Tauber. In der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) soll der Natur- und Artenschutz deutlich mehr Gewicht bekommen. Eine eigene Arbeitsgruppe wird sich künftig mit diesem Themenbereich intensiv auseinandersetzen und die Naturschutzaktivitäten in der Region vernetzen. „Uns ist es sehr wichtig, dass wir verantwortungsvoll mit den Flächen in unserer Region umgehen und den natürlichen Lebensraum für Tiere und Pflanzen erhalten“, so der Geschäftsführer der Bioenergie-Region H-O-T Sebastian Damm. Deshalb wolle man die Naturschutzverbände in die energetische Weiterentwicklung der Region stärker einbinden.

Der Aufsichtsrat der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber GmbH hatte die Stärkung des Naturschutzes bei seiner turnusmäßigen Sitzung dieser Tage in Boxberg ausdrücklich begrüßt. In dem Gremium sitzen jeweils fünf Mitglieder der Kreistage des Hohenlohekreises, des Neckar-Odenwald-Kreises und des Main-Tauber-Kreises, sowie die drei Landräte Helmut  M. Jahn, Dr. Achim Brötel und Reinhard Frank.

Ein Schwerpunk im Natur- und Artenschutz in der Bioenergie-Region H-O-T soll die Vermeidung von Monokulturen werden. „Energiepflanzen bieten hier eine echte Chance, die Landschaft der Zukunft ökologisch wertvoll zu gestalten“, unterstreichen die Landräte unisono. Dass die Vielfalt der Energiepflanzen auch Artenvielfalt schaffe, darüber seien sich Naturschutzexperten einig. Außerdem könnten mit abwechslungsreichen Fruchtfolgen höhere Biomasseerträge gewonnen werden.

Die Bioenergie-Region H-O-T will sich beim Natur- und Artenschutz vor allem auf die „Energiegewinnung aus Wildpflanzen“ und die „Durchwachsene Silphie“, eine Energiepflanze, die den Mais ersetzen könnte, konzentrieren. Gerade im Bereich der Durchwachsenen Silphie gibt es sogar schon erste Erfolge bei Anbauversuchen in der Region. Und darüber hinaus hat diese Energiepflanze noch einiges mehr zu bieten, sie ist nämlich auch ein Leckerbissen für Bienen.

Von diesem Leckerbissen sollen künftig auch die Bienen von Imker Jochen Lutz aus Waldmühlbach etwas abbekommen. Zusammen mit seiner Frau Tabea hat er Anfang der Woche zwei Bienenvölker mit fast 100.000 Bienen neben einem Versuchsfeld mit der Durchwachsenen Silphie in Rosenberg aufgestellt. „Wenn alles klappt, gibt es in ein zwei bis drei Wochen den ersten Honig“, sagt Imker Jochen Lutz. Für die Bioenergie-Region H-O-T sei das eine kleine Premiere, freut sich H-O-T Projektleiterin Silke Schäfer. „Das gibt dann den ersten Bioenergie-Honig in Deutschland.“

Unterdessen tickt der Anfang des Jahres gestartete CO2-Countdown der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber immer schneller. Bis Mitte 2012 sollen in der Region H-O-T zusätzlich 30.000 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart werden. Alleine in den ersten sechs Monaten konnte der CO2-Ausstoß in der Region bereits um über 10.000 Tonnen gesenkt werden. „Hier wird bestätigt: H-O-T ist keine heiße Nummer, sondern eine tolle Sache“, strahlt Landrat Dr. Achim Brötel. Brötel ist sich sicher, dass der CO2-Countdown schon deutlich vor Mitte 2012 auf „0“ stehen wird.

Alle neuen Projekte, die mithelfen CO2 einzusparen, werden auf der Internetseite www.bioenergie-hot.de gelistet. Eingetragen werden kann dort jede private und kommunale Investition in Erneuerbare Energien, von neuen Photovoltaik-Flächen bis hin zur neuen Holzheizung.

„Zugute kommt uns jetzt auch, dass der Bund Anfang Juli die Haushaltssperre beim Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien wieder aufgehoben hat“, so H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. Dadurch würde es unter anderem wieder Zuschüsse für Heizungen mit Biomasse, Solarthermie und Wärmepumpen geben.

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