Von Ernährung bis Experimentieren

Ausstellungen 2011 im TECHNOSEUM

Wunderkammer Wissenschaft
In dieser modernen Wunderkammer präsentiert Deutschlands größte Forschungsinstitution zahlreiche Bilder zum Staunen aus einer für den Menschen unbekannten, da oft nicht sichtbaren Welt – von der Computersimulation einer Sternenexplosion bis hin zur Aufnahme einer Kieselalgen-Struktur unter dem Rastertunnelmikroskop. Mit Hilfe von Werkzeugen wie beispielsweise einem leistungsfähigen Großrechner erhalten die Forscher zunächst lediglich Zahlenstränge. Diese müssen interpretiert und in Bilder umgewandelt werden, die für den Betrachter verständlich sind. Wissenschaftler sind damit auch gestalterisch tätig, was sich im hohen ästhetischen Wert der gezeigten Motive widerspiegelt. Die Schau in Mannheim wird in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg organisiert.

Februar bis Juli 2011 – Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen
Bereits 1980 und damit lange vor der Eröffnung des TECHNOSEUM begann die Sammlungstätigkeit im damaligen Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim. Der Auftrag damals wie heute: das Sammeln und Bewahren von technischem Kulturgut, zu dem gewichtige Objekte der Technikgeschichte ebenso gehören wie scheinbar banale Zeugnisse der Alltagskultur – vom Rheindampfer bis zur Stecknadel. Deutlich weniger als zehn Prozent dieser Sammlung sind ständig zu sehen, der weitaus größte Teil lagert in Depots. Einen Teil dieser verborgenen Schätze soll das Publikum nun zu sehen bekommen: Die Ausstellung stellt Exponate aus dem Sammlungsschwerpunkt Medientechnik in den Mittelpunkt, dazu gehören Radiogeräte und Fotoapparate, Filmprojektoren und Kameras, Grammophone und Plattenspieler. Ziel der Ausstellung ist es, das Sammeln im Museum selbst zu thematisieren, von der Auswahl und dem Ankauf der Objekte über restauratorische Fragen bis hin zum Sammeln der dazugehörigen Archivalien wie etwa Gebrauchsanweisungen.

Mai 2011 – Eröffnung der Elementa 3

Die Mitmach-Ausstellung „Elementa“ hat sich seit ihrer Eröffnung im Jahr 2004 zu einem Besuchermagnet im TECHNOSEUM entwickelt. Die „Elementa 1“ veranschaulicht dabei bahnbrechende Erkenntnisse in Naturwissenschaft und Technik um 1800, zum Beginn der Industriellen Revolution. In der „Elementa 2“ werden Experimente aus der Zeit der Hochindustrialisierung um 1900 thematisiert. Im dritten Abschnitt der Ausstellung schließlich finden Wissenschaften ihren Platz, die heute aktuell sind und die Entwicklung des 21. Jahrhunderts prägen werden, wie zum Beispiel Materialforschung, Energie- und Umwelttechnik sowie Fertigungstechnik und Robotik. Auch die immer zahlreicheren Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine werden in den Fokus genommen. Die Besucherinnen und Besucher können dabei feststellen, dass Zukunft nicht einfach geschieht, sondern tagtäglich gemacht wird. Und dass die Akteure, ob bewusst oder unbewusst, immer die Menschen selbst sind. Auch die „Elementa 3“ ist, wie ihre Vorgängerinnen, eingebettet in die industriegeschichtliche Dauerausstellung des TECHNOSEUM und damit historisch verortet – ein Merkmal, mit dem sich das Museum von anderen Technikmuseen sowie den Science Centern unterscheidet. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg fördert die Einrichtung der „Elementa 3“ mit Mitteln aus dem Konjunkturförderprogramm.

November 2011 bis April 2012 – Unser täglich Brot … Die Industrialisierung der Ernährung
Ernährung und Lebensweise haben sich seit dem Ende des zweiten Weltkrieges grundlegend verändert. Während noch bis in die 1930er Jahre Nahrungsmittel saisonal und regional sehr unterschiedlich angeboten wurden, können wir heute – unabhängig von Jahreszeit und Standort – Lebensmittel von regionaler bis internationaler Herkunft konsumieren. Auch die Essgewohnheiten haben sich gewandelt. Fast Food hat gegenüber den 1980er Jahren deutlich zugenommen, der Döner- und der Asia-Imbiss gehören heute für die meisten Menschen zum Alltag.
Nahrungsverknappung und die Ernährung der Bevölkerung in Kriegen ließen schon im 19. Jahrhundert industriell erzeugte Nahrungsmittel entstehen. Die Erfindung der Konservendose 1812 war ein wichtiger Schritt in der Massenherstellung von Nahrungsmitteln. Der übergroße Teil unserer täglichen Nahrung wird heute industriell hergestellt. Um die niedrigen Preise zu halten und die Massennachfrage befriedigen zu können, setzt die Nahrungsmittelindustrie auf standardisierte und Kosten einsparende Verfahren. Das Produkt muss in Verpackung, Optik, Geschmack und Zubereitung den Erwartungen des Verbrauchers entsprechen. Bevor es für den Markt freigegeben wird, durchläuft es lange Tests in den Labors der Food-Designer. Diese Entwicklungen will die Ausstellung vorstellen. Die zukünftige Verfügbarkeit von Nahrung, deren Zusammensetzung, aber auch der Zusammenhang von Nahrungsproduktion und Umweltbelastung sind wichtige Themen der Ausstellung, die den Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart betrachtet. Die Schau ist gleichzeitig eine Große Landesausstellung Baden-Württembergs.

Infos im Internet:
www.technoseum.de

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