Landräte beraten über Verkehrsmodell

Drei-Länder-Radtour als vollen Erfolg bewertet

Unser Bild zeigt von links: Baudirektor Norbert Biller  übergibt einen Zwischenbericht zum Verkehrsmodell an die Landräte Roland Schwing, Dr. Achim Brötel und Dietrich Kübler. (Foto: privat)

Miltenberg. Beim Treffen der Landräte Roland Schwing (Miltenberg), Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald-Kreis) und Dietrich Kübler (Odenwaldkreis) am vergangenen Freitag in Miltenberg hat Baudirektor Norbert Biller vom Staatlichen Bauamt Aschaffenburg darauf hingewiesen, dass bis zum Jahr 2025 mit einer deutlichen Verkehrszunahme in weiten Bereichen des Landkreises Miltenberg zu rechnen ist. Aus dem Odenwaldkreis und dem Neckar-Odenwald-Kreis würden die Verkehrsströme zunehmen. Positiv bewerteten die Landräte darüber hinaus das Drei-Länder-Rad-Event, das in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung glänzte.

Das Bauamt Aschaffenburg untersucht derzeit für den Bayerischen Untermain im Rahmen eines Verkehrsmodells, wie die Verkehrsströme auf den Bundesstraßen B469 und B47 optimiert werden können. Bei den Prognosen wurden Ausbaumaßnahmen mitberücksichtigt, die derzeit im Bau oder in Planung sind, wie beispielsweise der sechsstreifige Ausbau der Autobahn A3. Bis 2025 ist Biller zufolge ein starker Verkehrszuwachs auf der B47 aus Richtung Michelstadt zu erwarten mit einer Steigerung der Verkehrszahlen um über 120 Prozent. Darüber hinaus rechnet man mit Zuwächsen auf der B47 aus Richtung Walldürn von bis zu 40 Prozent. Gewisse Strecken seien vor allem am Morgen zwischen 7 und 8 Uhr so stark ausgelastet, dass es zu Staus komme. Zur Verbesserung des Verkehrsflusses zählte Biller unter anderem eine Verbesserung der Knotenpunkte entlang der B469 wie beispielsweise eine höhenfreie Anbindung in Laudenbach und Kleinheubach. Im Odenwald sei eine direkte Verbindung von Walldürn nach Miltenberg untersucht worden, um die Ortsdurchfahrten von Schneeberg, Amorbach und Weilbach zu entlasten. Diese weiträumige Umfahrung trage aber nicht zu einer Entlastung bei. Die Landräte Dietrich Kübler und Dr. Achim Brötel bekundeten ihr Interesse, die Untersuchungen auf Odenwaldkreis und Neckar-Odenwald-Kreis zu erweitern. Landrat Roland Schwing und Baudirektor Norbert Biller sicherten zu, die Nachbarkreise hierbei zu unterstützen.

Über 200 Teilnehmer beim Radevent

Als „vollen Erfolg“ bewerteten die Landräte übereinstimmend das diesjährige 3-Länder-Rad-Event. Mit 217 Übernachtungsgästen und 130 Tagesteilnehmern war eine Rekordbeteiligung erreicht worden. Für 2011 sind die Planungen angelaufen. Die dreitägige Tour wird Anfang August in Großheubach starten und am ersten Tag nach Mosbach führen. Zielort der zweiten Etappe ist Seeheim-Jugenheim. Von dort geht es am dritten Tag wieder nach Großheubach.

UN-Regelung belastet Kommunen

Beraten wurde auch über die Auswirkungen der UN-Konvention zu den Rechten der Menschen mit Behinderung auf Schülerbeförderung. Nach Artikel 24 dieser Regelung muss sichergestellt sein, dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund ihrer Behinderungen vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden. Mit dieser Vorschrift werde das bestehende Förderschulsystem geschwächt, betonten die drei Landräte unisono. In diesen Schulen würden die Schüler, die im Leistungsvermögen eingeschränkt sind, ausgezeichnet gefördert. Aus Sicht der Kinder müsse diese Schulart gestärkt und nicht geschwächt werden. Diese Regelung führe zudem zu größeren finanziellen Belastungen der Landkreise bei der Schülerbeförderung. „Es kann nicht sein, dass der Bund neue Aufgaben annimmt und dann die Verantwortung auf die Kommunen überträgt“, so die Landräte.

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