Odenwälder Museen im Internet

Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschuss tagte in Mudau

Neckar-Odenwald-Kreis/Mudau. Im Bürgersaal des Rathauses Mudau tagte der Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschuss des Kreistages unter Vorsitz von Landrat Dr. Achim Brötel, der die Grüße des verhinderten Gastgebers, Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, überbrachte.

Dr. Jörg Scheuerbrandt, der in Doppelfunktion Museumsbeauftragter für den Landkreis und Leiter des Römermuseums Osterburken ist, legte seinen jährlichen Erfahrungs- und Tätigkeitsbericht vor. Er habe in den letzten Monaten viele begonnene Dinge „abgearbeitet“, erklärte Dr. Scheuerbrandt einleitend, bevor er näher auf Themen wie die Internetseite www.museen-im-odenwald.de oder den Entwicklungsplan Odenwald einging. Während der Internetsurfer unter der genannten Adresse mittlerweile 16 Gemeinden bzw. Ortsteile aus dem Kreis aufgelistet findet, die ihre Museen vorstellen, beschränkt sich der Beitrag Dr. Scheuerbrandts  für den Odenwaldlimes-Entwicklungsplan auf Zuarbeiten.

Unter Federführung der Landesdenkmalämter Baden-Württemberg, Hessen und Bayern soll hier auch der nicht als UNESCO-Welterbe anerkannte hintere Odenwaldlimes aufgewertet werden. Dr. Scheuerbrandt erinnerte an die zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführte Schulung von „Limes-Cicerones“, besonders in römischer Geschichte ausgebildete Gästeführer, und an die mittlerweile fast fertig gestellte einheitliche Limesbeschilderung im Kreis. In Osterburken und Adelsheim freut man sich über den Förderbescheid für einen „Limespark zwischen Eisenbahn und Autobahn“ aus dem Investitionsprogramm „Nationale Welterbestätten“. Schon bald soll das dortige Kastellgelände aufgewertet, der Limesturm „Förstlein“ nachgebaut und der „Hergenstadter Wald“ konzeptionell auf den Limes ausgerichtet werden. Nach einem Hinweise auf den „sehr gut angenommenen“ Aktionstag „Am Limes grenzenlos“ im Mai 2009 ging Dr. Scheuerbrandt auf die große Sonderausstellung Publius Ferrasius Avitus ein. Das Leben dieses römischen Soldaten und Adlerträgers, der im zweiten Jahrhundert nach Christus im heutigen Szombathely/Ungarn geboren wurde und im Laufe seines bewegten Lebens über Straßburg und Stockstadt auch in die hiesige Gegend kam, soll als Beispiel für die Mobilität im damaligen Römischen Reich dienen. Der Geburtsort Szombathely liegt im Komitat Vas, mit dem der Neckar-Odenwald-Kreis eine Partnerschaft unterhält. Folgerichtig wird die Ausstellung zwar von Dr. Scheuerbrandt konzipiert, aber mit Ausstellungsstücken aus Ungarn komplettiert und 2013 – nach für 2012 geplanten Stationen in Osterburken und im Archäologischen Landesmuseum Konstanz – auch in Ungarn gezeigt. Das Projekt ist zuschussfähig, weshalb voraussichtlich nur ein kleinerer Kostenanteil vom Kreis zu schultern sein wird. „Für diesen geringen finanziellen Aufwand kriegen wir da ein wirklich großes Projekt, das viele Besucherinnen und Besucher anziehen wird“, zeigte sich auch Landrat Dr. Brötel überzeugt: „Dass Ministerpräsident Mappus die Schirmherrschaft übernommen hat, spricht im Übrigen ebenfalls für die Bedeutung der Ausstellung.“ Auf Anfrage teilte Dr. Scheuerbrandt mit, dass das Römermuseum Osterburken grundsätzlich sehr gut besucht würde, speziell auch von Schulklassen.

Zur Lehrerversorgung an den Kreisschulen, einer Anfrage der CDU-Kreistagsfraktion, teilte der Landrat mit, dass sowohl Sonderschulen als auch GTO sehr zufrieden seien. Die Situation an den beruflichen Schulen dagegen verdiene die „Schulnote 2-3“. Dass spezielle Fachlehrer manchmal einfach schwierig zu bekommen seinen, nannte er als einen der Gründe, eine „fehlende Lobby dieser Art von Schulen“ wurde ebenfalls genannt. „Unterm Strich können wir mit der Lehrerversorgung an unseren Schulen aber zufrieden sein“, so der Landrat.

Im Rückblick auf die Zwingenberger Schlossfestspiele betonte Dr. Brötel, dass entgegen dem allgemeinen Trend erneut zehn Prozent mehr Zuschauer zu Gast in Zwingenberg waren. Publikumsrenner war Nabucco mit 92 Prozent Auslastung, die Hausoper „Der Freischütz“ kam auf 82 Prozent und nur das Musical „Hello Dolly“ blieb mit 58 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Dringend nötige Investitionen bei der Bühne, der Bestuhlung und ein Mehraufwand bei den Übernachtungen für die Künstler sorgen voraussichtlich für einen leichten finanziellen Verlust. „Mein Dank gilt erneut dem Intendanten Huschke, der ein echter Glücksgriff war, den beiden ehrenamtlich tätigen Geschäftsführern, dem tollen Team und den treuen Sponsoren.“ Mit einem Ausblick auf das Programm 2011 – mit „Die lustigen Weiber von Windsor“, „Der Vogelhändler“ und der „Dreigroschenoper“- endete der öffentliche Teil der Sitzung.

Infos im Internet:
www.museen-im-odenwald.de

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