Hausmeisterschulung der Energieagentur

Das Nicolaus-Kistner-Gymnasium in Mosbach stellte die Räumlichkeiten für das erste praxisorientierte Hausmeisterseminar, das Uwe Ristl von der Energieagentur des Kreises (ean) anbot. Die Räumlichkeiten, laut Schulleiter Happes eine „energetische Katastrophe“, eigneten sich hervorragend als Anschauungsobjekt für die Erarbeitung von Einsparpotentialen in den Bereichen Strom und Heizung. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. Was hat der Hausmeister einer Schule im Neckar-Odenwald-Kreis mit dem globalen Klimawandel zu tun? Viel, wie Uwe Ristl, Geschäftsführer der Energieagentur des Kreises (ean) betont. Weshalb er nun auch schon zum wiederholten Mal zu einem „Hausmeisterseminar“ eingeladen hat. Dieses Mal wurde der Schwerpunkt allerdings weniger auf  Theorie und mehr auf Praxis gelegt. Was gleich blieb, war die gute Resonanz: 18 Anmeldungen von Hausmeistern in Schulen und öffentlichen Gebäuden aus dem ganzen Kreisgebiet konnte er verzeichnen.

In Zusammenarbeit mit der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, die zum Umweltministerium gehört, hat er ein „Praxisseminar Klimaschutz und Energiemanagement an Schulen“ – so der offizielle Name –  in Mosbach am Nicolaus-Kistner-Gymnasium organisiert. Das Schulgebäude, laut Schulleiter Happes eine „energetische Katastrophe“ im typischen Stil der sechziger und siebziger Jahre, eignete sich hervorragend als Anschauungsobjekt, gerade auch für die praktische Gruppenarbeit. Zuvor aber hatte Ristl nach einem kurzen Abriss über die weltweiten Klimaveränderungen an die Hausmeister appelliert: „Nicht nur die Politik und die Wirtschaft, sondern wir alle sind gefordert. Öffentliche Gebäude sollten eine Vorbildfunktion haben, was Energieeffizienz betrifft. Und sie als Hausmeister sind da in einer Schlüsselposition.“

Konstanze Stein von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) war Tagesreferentin, die in Theorie und Praxis mit den Teilnehmern detaillierte Kenntnisse und damit auch Einspar- und Verbesserungspotentiale in den Bereichen Strom und Heizung bzw. Warmwasserbereitung erarbeitete. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich dabei intensiv mit der örtlichen Heizungsanlage, eine andere nahm sich das Gebäude vor. Da wurden Temperaturen gemessen, Wasserverbräuche ermittelt, Stromverbräuche verschiedener Geräte gemessen, die Gebäudehülle in Augenschein genommen und Beleuchtungsstärken ermittelt, um anschließend im Plenum darüber zu diskutieren.

Dabei erlebten die Organisatoren durchaus motivierte Hausmeister, deren „guter Wille“ in der Praxis aber viel zu oft ausgehebelt zu werden scheint. Von Lehrern, die auf „mindestens 22 Grad“ Raumtemperatur bestehen, von Lampen, die ohne Not „spätestens nach fünf Minuten“ wieder irgendjemand einschaltet oder von Warmwassertemperaturen in Toilettenräumen, die unnötig hoch gehalten werden. „Was nützen mir im Keller die schöne neue Heizungsanlage und die neuen, besonders wärmedämmenden Fenster, wenn sie oben in den Klassenzimmern ständig offen stehen?“ stöhnte einer der Teilnehmer.

Da gilt es, noch viel Überzeugungsarbeit gerade auch vor Ort zu leisten. Die Hausmeister jedenfalls wissen, worauf es ankommt. Alle Beteiligten zeigten sich über den Verlauf der dieses ersten Praxisseminars in dieser Form zufrieden. Uwe Ristl möchte darauf aufbauen und  entsprechende weiterentwickelte Seminare anbieten: „Es gibt noch den ein oder anderen Hausmeister im Kreis, der noch geschult werden könnte.“

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