Seit 66 Jahren auf Mähdrescher unterwegs

Maehdrescher
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Theodor Farrenkopf beendet nach 66 Jahren seine Zeit auf dem Mähdrescher. (Foto: privat)

Theodor Farrenkopf macht mit 92 Jahren Schluss

Hettigenbeuern. (sch) „Die Ernte ist eingeholt“ – diesen Satz konnte der heute 92-jährige Theodor Farrenkopf nach dem Dreschen in der Sommerhitze Jahr für Jahr mit großer Zufriedenheit sagen. In diesem Sommer dürfte er ihn jedoch zum letzten Mal ausgesprochen haben. Nach insgesamt 66 Jahren beendet der Hettigenbeuerner seine Zeit auf dem Mähdrescher. „Mit 92 Jahren ist Schluss“, sagt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Trotz Staub und hochsommerlicher Temperaturen war Theodor Farrenkopf seit 1960 alljährlich mit seinem Mähdrescher auf den Feldern im Morretal unterwegs. Auch in diesem Jahr drehte er während der heißen Julitage seine Runden auf den Feldern rund um Hettigenbeuern. Während das Thermometer auf weit über 30 Grad kletterte und viele Menschen den Schatten suchten, saß der 92-Jährige gut gelaunt auf seinem John-Deere-Mähdrescher ohne Kabine und drosch das reife Korn. In diesem Alter noch selbst die Ernte einzubringen, ist außergewöhnlich und wohl nahezu einmalig.

Auch als Busfahrer war er viele Jahre unterwegs

Viele erinnern sich auch an seine langjährige Tätigkeit als Busfahrer. Bis zu seinem 77. Lebensjahr, also bis zum Jahr 2011, steuerte er noch Omnibusse und brachte über viele Jahre hinweg zahlreiche Fahrgäste sicher an ihr Ziel.

Dem Morretal und der Natur eng verbunden

Auch heute fühlt sich Theodor Farrenkopf seinem Alter entsprechend rüstig und ist nach wie vor gerne in der Natur unterwegs. Seit inzwischen 38 Jahren betreut er in den Sommermonaten den Zeltplatz des Landkreises Miltenberg an der bayerischen Grenze zwischen Zittenfelden und Hettigenbeuern. Als Eigentümer des Geländes und Platzwart schaut er dort täglich nach dem Rechten. Für ihn zählt der Platz zu den schönsten Zeltplätzen der Region. Die Morre fließt direkt am Gelände vorbei, die Sanitäranlagen verfügen über Warmwasserduschen und eine Solaranlage sorgt für die Beleuchtung.

Derzeit verbringt eine Gruppe mit rund 150 Teilnehmern aus Mainz ihre Freizeit auf dem Zeltplatz. Die Gäste fühlen sich dort sichtlich wohl und genießen die ruhige Lage inmitten der Natur.

Dankbar für außergewöhnliche Erntezeit

Mit großer Dankbarkeit blickt Theodor Farrenkopf auf die diesjährige Ernte zurück. „Ich danke Gott, dass ich mit 92 Jahren noch mit meinem Mähdrescher die Ernte einholen konnte“, sagt er zufrieden. Mit dem Ende der diesjährigen Dreschsaison geht eine außergewöhnliche Ära zu Ende. Über mehr als sechs Jahrzehnte war er im Morretal mit dem Mähdrescher unterwegs. Sein Fleiß und seine Verbundenheit zur Landwirtschaft verdienen große Anerkennung und Respekt.

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