Kreistagsfraktion im Gespräch mit Jägern

Die Zukunft von Jagdsteuer und Gebührenerhöhungen

Zum Gespräch über die Jagdsteuer begrüßte die SPD-Fraktion den Vorsitzenden der Kreisjägervereinigung Mosbach Roland Kirstetter. In Anbetracht der äußerst angespannten Haushaltssituation, so dessen einleitende Worte, verzichten die Jäger dieses Jahr auf die Abschaffung der vom Kreis erhobenen Jagdsteuer, die von der SPD-Fraktion weiterhin als eine ungerechte Steuer angesehen wird. Diese Solidarität der Jäger mit dem Kreishaushalt ehrt die Jäger. „Wir halten dieses Thema aufrecht“, betonte Georg Nelius, der im vergangenen Jahr die Abschaffung beantragte, „da die Jägervereinigung auch ein anerkannter Naturschutzverband sind. Im nächsten Jahr hoffen wir ein Umdenken zu erreichen und werden die Abschaffung wieder auf die Tagesordnung setzen.“

Die Aufgabe der Jäger ist die Hege und Pflege von Wald und Tieren und nicht nur die der Jagd und der Umgang und die Entsorgung von Unfallwild. Und zwar das ganze Jahr über. Zudem nehmen die Wildschäden in den Revieren und in der Landwirtschaft zu, was eine vermehrte Kooperation mit den Landwirten erfordert. Weiter berichtete Kirstetter, dass sich die Altersstruktur der Jäger verändert, denn der Altersdurchschnitt ist inzwischen sehr hoch. Es gibt zu wenige jungen Menschen, die diese körperlich nicht immer leichte Aufgabe in ihrer Freizeit übernehmen. Darüber hinaus sind die jungen Jäger finanziell nicht so gut ausgestattet. Jäger zu sein ist Auftrag und Leidenschaft.

Auf die Frage von Herbert Kilian, wie junge Menschen zur Jagd finden erklärte der Kreisjägermeister, dass der Nachwuchs oft aus Jägerfamilien kommt. Vermehrt wird heute auch Kinder- und Jugendarbeit in Kindergärten und Schulen angeboten, um einen besonderen Zugang zu Wald und Tieren zu wecken. „Wir sind auf die Jäger angewiesen, da Wälder und Tiere bleiben und die Gesellschaft nicht auf die zeitaufwändige und verantwortungsvolle Arbeit verzichten kann“. Mit diesen Worten bedankt sich die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Heide Lochmann bei den Jägern der beiden Kreisjägervereinigungen für deren Dienst für die Allgemeinheit. Wünschenswert ist darüber hinaus, dass sich die Gemeinden bei der Vergabe der Jagdpachten nicht nur am höchsten Gebot bei den Pachteinnahmen orientieren, sondern sich vielmehr der weit wichtigeren Gegenleistung der Jäger versichern, ebenso wie der Zusammenarbeit mit den Kommunen und den Landwirten.

Im Zusammenhang mit der gesamten Schulsituation im Kreis, die stetig auf neue Anforderungen auch aus der Wirtschaft zu antworten hat, wie den Ausbau der beruflichen Gymnasien, den die Landes-SPD als Verpflichtung und nicht nur als Reaktion auf die Einführung des G8 betrachtet, wurde nochmals auf das kürzlich stattgefundene Gespräch der SPD-Fraktion mit der Gewerbeschule angesprochen. „Wir sind froh, dass neben der Berufsschule gerade im Vollzeitschulbereich mit seinen 490 Schülerinnen und Schülern ein wichtiges Segment besteht,“ war sich die SPD-Fraktion einig. Diese qualifizierte Förderung in den 7 verschiedenen schulischen Ausbildungsgängen stellt eine notwendige und unverzichtbare Institution in der Schullandschaft des Kreises dar.

Aller guten Dinge oder Themen zum Dritten war der Kreishaushalt: hier waren sich die Mitglieder einig, dass Kompromisse eingegangen werden müssen  und der Verzicht auf Projekte mitgetragen wird, um in den Folgejahren dem Licht am Ende des Tunnels näher zu kommen. „Und da wo jetzt Gebühren erhöht werden, muss in guten Jahren auch wieder eine Gebührensenkung möglich sein“, regte Dr. Dorothee Schlegel an.

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