Katzenbuckel-Therme – nachhaltig baden

Beheizung mit nachwachsenden, heimischen Energieträgern sorgt für positive Klimabilanz

Waldbrunn. (mh) Schon vom Parkplatz der Katzenbuckel-Therme, sieht man das neue Außenbecken mit seinen 34° C Wassertemperatur dampfen. Zur kalten Jahreszeit genießt jeder wohlige Stunden im gut temperierten Wasser und schaut dabei dem leisen Rieseln des Schnee zu, betrachtet die Schneedecke aus dem Entspannungsbecken um Ruheraum heraus, sitzt in der Sauna und vergisst dabei den draußen tobenden Winter mit Schnee, Eis und Kälte. Wunderbar kann man dabei die Seele baumeln lassen, berichten die Besucher übereinstimmend.

Der ein oder andere Gast wird sich in Zeiten des Klimawandels und stetig steigender Energiepreise aber auch Gedanken um die Umweltbilanz der neuen Katzenbuckel-Therme machen. In weiser Voraussicht hat sich der Gemeinderat auf dem Winterhauch bereits im Jahr 2002 mit diesen Fragen beschäftigt und nach langen Diskussionen die veraltete Elektroheizkesselanlage im früheren Kurzentrum, mit viel Weitblick durch eine Holzhackschnitzelheizung ersetzt. Heute lässt sich aus wirtschaftlicher und umweltpolitischer Sicht sagen, dass man damals genau die richtige Entscheidung getroffen hat.

Nach vielen Besichtigungen bestehender Anlagen entstanden für Holzheizkessel und Hackschnitzellager ein separates unterirdisches Gebäude mit Heizraum und Holzschnitzelsilo. Seither wird das Bad mit Holzhackschnitzeln beheizt. Mit 600 kW Heizleistung deckt die Anlage den gesamten Energiebedarf der Katzenbuckel-Therme, des Restaurants sowie der Physiotherapiepraxis ab. Nach Fertigstellung  soll über eine Nahwärmeleitung darüber hinaus die Winterhauchschule beheizt werden.

Dieser Artikel ist mir was wert: [flattr btn=“compact“ tle=“Katzenbuckel-Therme – nachhaltig baden“ url=“//www.nokzeit.de/?p=8139″]Durch die grundlegende Sanierung des Hallenbads auch im Bereich der Technik kann die Wärme der Holzhackschnitzelanlage perfekt genutzt werden. So verfügt die Schwimmhalle über eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung aus der Lüftungsanlage, die fast 90 Prozent der Wärme wiederverwendet. Selbstabschaltende Duscharmaturen verhindern  zu großen Wasser- und damit Wärmeverluste. Die Außenbauteile wurden an modernen energetischen Forderungen angepasst und mit wärmegedämmten Aluminium-Glas-Elementen sowie einer Thermohaut versehen. Die Glasflächen der sonnenzugewandten Seite sind mit hochisolierendem Wärmeschutzglas ausgestattet.

Die Holzhackschnitzel liefert seit Fertigstellung der Anlage der Maschinenring und Betriebshilfsdienst Mosbach e.V. und damit die Landwirte der Region, sodass die Wertschöpfung in der Region bleibt, womit die Bauern im Neckar-Odenwald-Kreis unterstützt werden.

Das energetische Konzept des Bads wird durch die kurzen Transportwege der Holzschnitzel nachhaltig beeinflusst, kommen sie doch direkt aus heimischen Wäldern im Umkreis von 20 km. Durch den Einsatz des nachwachsenden Energieträgers Holz beträgt die fossile Brennstoffeinsparung 6.000.000 kWh pro Jahr, was 225.000 Litern Heizöläquivalent  entspricht. Dadurch spart man beim Betrieb der Katzenbuckel-Therme knapp 14 Mio. Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Dies entspricht dem CO²-Ausstoß von 300 Einfamilienhäusern. Nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch rechnet sich der Holzeinsatz. So musste man zwar in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Montag einer starken Preiserhöhung zustimmen, liegt damit aber weiterhin günstiger als beim Einsatz fossiler Brenn- bzw. Heizstoffe wie Erdöl oder -gas.

Man kann also trotz des enormen Energieeinsatzes für die Beheizung von Wasser und Gebäude auch aus Sicht des Umweltschutzes guten Gewissens in der Katzenbuckel-Therme mit einer Auszeit vom hektischen Alltag, quasi einen Kurzurlaub genießen. Dass man mit  der Entscheidung zur Modernisierung richtig lag, belegen unterdessen die Besucherzahlen, so kann man bis zum Jahresende den 25.000 Besucher begrüßen.

Infos im Internet:
www.katzenbuckel-therme.de

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