Runder Tisch für Gentechnikfreiheit

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Wertschöpfung sowie die Wertschätzung der Heimatregion sollen im Vordergrund stehen bei der Gründung einer gentechnikfreien Region im Neckar Odenwald Kreis. Das war einhellige Meinung der Beteiligten aus Landwirten, Imkern, Naturschutzverbänden und Kommunalpolitikern, die sich vergangene Woche getroffen haben, um die Einrichtung eines Runden Tisches zum Thema Gentechnikfreie Region vorzubereiten.

Freiwillig eingerichtete gentechnikfreie Regionen sind zur Zeit nach EU-Recht die einzige Möglichkeit, großräumig Gebiete ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu schaffen. Trotz unterschiedlicher Motive sei es das Ziel, Landwirte,  Umweltschützer und Verbraucher in diesem Thema an einen Tisch zu bekommen.  Seit vielen Jahren hat es immer wieder Vorträge und Podiumsdiskussionen über die  „Grüne Gentechnik“ gegeben, bei der es um die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in die Umwelt geht, jetzt sei es Zeit zum Handeln.  Solange  die Forschung dieser Technologie so gut wie ausschliesslich in Händen von großen Agrochemiekonzernen  liegt, die ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgen, seien die Risiken für die Umwelt viel zu wenig erforscht. Insbesondere Imker sind unmittelbar betroffen.  Sobald gentechnisch veränderte Pollen im Honig gefunden werden,  muss der gesamte Honig entsorgt werden. Eine gentechnikfreie Region kann dazu beitragen, regionale, unabhängige  landwirtschaftliche Produktion zu sichern, neue  Vermarktungswege zu erschliessen, den Bodenwert zu erhalten, regionale Lebensmittelerzeugung und -handel zu fördern, genauso wie regionale Gastronomie und den Tourismus in der Region. Um diese Wertschöpfung einer gentechnikfreien Region geht es einerseits, genauso aber auch um die Wertschätzung der Heimatregion, den Erhalt von Kulturpflanzenvielfalt und einer regionaltypischen  Landwirtschaft. Ebenso sehen die Beteiligten eine Notwendigkeit, jedem Mitbürger und jeder Mitbürgerin immer wieder die Bedeutung eines intakten Ökosystems bewusst zu machen.

Im Frühsommer soll eine konstituiernde Versammlung stattfinden, zu der möglichst alle an dem Thema beteiligten Institutionen aus dem Landkreis, wie alle landwirtschaftlichen Verbände, Imker, Naturschutzverbände, Kirchen, DeHoga, Tourismus, Geopark, Naturpark, Bäcker- und Metzger- uud Handwerksinnungen, Landratsamt sowie Parteien,  eingeladen werden sollen um einen breiten Konsenz über eine gentechnikfreie Region zu erzielen. Ein Referent aus einer gentechnikfreien Region wird einen Erfahrungsbericht halten. Ein Arbeitsgremium soll an dieser Sitzung gebildet werden, das die inhaltliche und organisatorische Entwicklung voran bringt. Angedacht ist die Erstellung einer homepage als Informationsplattform.

Ansprechpartner für die Vorbereitung eines Runden Tisches  Gentechnikfreie Region sind derzeit Amelie Pfeiffer, Landwirtin und Stadträtin Buchen, sowie Berthold Weigand, BUND, Buchen.

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1 Kommentar

  1. Am Sonntag Mappus abwählen, das ist zunächst die Grundvoraussetzung für ein gentechnikfreies Baden-Württemberg und damit ein solcher NOK.

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